Der flinke Brad Pitt

Typisch amerikanisch.Bevor auch nur eine einzige Klage gegen den einst mächtigen, 66 jährigen Filmmogul und Frauenbenutzers Harvey Weinstein vor Gericht verhandelt worden ist,plant Brad Pitt bereits die Verfilmung des Skandales.So rettet und verwandelt man das schändlichste Vergehen im Handumdrehen in die ewigen Jagdpfründe Hollywoods.Solche mythischen Räume fehlen uns. Aber brandaktuell natürlich die spannenden Frage,wer wird den Bösen, den typischen Frauenschreck wohl verkörpern? Klaus Kinsky ist leider schon tot.

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Unsägliche Sprechermoral

Es wurde in der kurzen Geschichte des Hochsprachlichen auch immer viel geschimpft,geflucht und polemisiert. Denken wir nur an die frühen Schöpfergestalten Luther und Fischart.Sie waren keine so feinen Leute wie Steinmmeier und andere demokratische Edelleute von heute,die säuberlich zwischen denm Unsäglichen und dem Sagbaren unterscheiden und uns eine Sprache der Kompromisse und des Konsens verordnen wollen,damit die Gesetze des Anstandes,- bitte, wo stehen die denn geschrieben?- auch brav eingehalten werden.Die Obrigkeitlichkeit schimmert durch die Tugendwacht vom Rhein und ist unglaubwürdig und nichts als verschwafelt. Denn wo hätten wir jemals ein Wort Steinmeiers gehört gegen die Zerstörung und Zensur der Redefreiheit durch die politisch korrekte Sprachpolizei? Oder gegen den Missbrauch und die völlige Verunstaltung des Deutschen durch die Pseudowissenschaft der Gendermafia? Keinen Ton sagte er dagegen,im Gegenteil, man hat ihn im Verdacht,die besten Beziehungen zur Sprachpolizei zu unterhalten,hört man auf sein entkerntes,leeres phrasenhaftes Deutsch,das er wohl für äußerst säglich und anständig hält. Dieser Anstand ist so bedeutsam wie die Langeweile und die Heuchelei, die er verbreiten will.Und das Schlimmste:die Dichter und sog. Schriftsteller üben Tolanz gegen den laufenden Schwachsinn und benutzen auch die absurden Partizipien,statt der alten Hauptwörter und reden von Studierenden, statt wie eh von Studenten und Studentinnen.Das ist unsäglich und sehr unanständig, Herr Steinmeier,und untergräbt den einzig legitimen,alten Wortsinn.

Falsches Wort

Heraus-VERHANDELN- das neue Modewort. Poschardt in der Welt nutzte es heute wieder mal. Das heißt, es genügt nicht mehr, dass einer gut verhandelt, er muss ein Plus, am besten ein non-plusultra herausholen, seinen Verhandlungspartner in den Schatten stellen, platt machen, über den Tisch ziehen. Das ist Medienhybris, und der Ausweis einer schamlosen Medien-und Händlerwelt,wo Diskretion und Stil nichts bedeuten,gar nichts gelten; – Brachial- Manieren und Größenwahn aber höchstes Ansehen und allgemeine Bewunderung genießen..Von diesen Typen heißt es dann: die kennen nichts, gehen hammerhart über Leichen, sie haben das Sieger-Gen.

Jäger,Wilderer und Denunzianten

Das Bild von der Jagd, das Herr Gauland nach der letzten Bundestagswahl gebrauchte:-„wir werden sie jagen“ und damit sofort ähnlich wie mit seinem s „Vogelschiss“ ein empörtes Geschrei entfachte, zeigt, wie fremd auch seine Gegner im poetisch-rhetorischen Reich der Metaphern sind. Denn gejagt wird das edle Wild, nicht handzahme Polititker und kreuzbrave Befehlsempfänger, samt ihren Beratern aus den Sprechlaboren des Nonsens.

Das Bild ging also gründlich schief. Doch statt mit einem Gelächter zu antworten, ermunerte die buchstäbliche Missgeburt zahllose Schläfer in der Medienwelt, die prompt auch ihre alten Flinten aus dem Schrank holten, um auf klammheimliche Anhänger jenes Herrn Gauland und seiner Jagdgesellschaft ebenfalls ihr Hallali zu blasen. Zuletzt traf ein Heckenschütze hinterm Plastikwald jetzt den Germanisten und Bestsellerautor Rüdiger Safranski, der im Verdacht stehe, für die neuen Rechtsnationalen eine Lanze zu brechen. Das ist natürlich dumm und gleicht eher einer Hexenjagd, wie wir sie von früher her kennen und erzeugt ein Klima der Denunziation, das die Debatte vergiftet, aber kaum den alten Ehrbegriff berührt, den auch der heutige reale Jäger noch i für sich in Anspruch nehmen darf. Dazu der spanische Philsoph Ortega y Gasset:

Denn darin wurzelt ja der ganze Reiz und die Wonne des Jagens,

 dass der Mensch, der durch seinen unvermeidlichen

Fortschritt aus der urväterlichen Nachbarschaft mit Tieren, Pflanzen

und Gestein, kurz der Natur verdrängt ist, sich der künstlichen Rückkehr zu ihr erfreut,der einzigen Beschäftigung, die ihm so etwas wie

Ferien vom Menschsein gestattet“.

So steht die alte Wortbedeutung fest wie ein Goldbarren im Falschgeld , und sie zerren sie nun in ihre fiktiven politischen Garküchen auf den bekannten Augenhöhen , als gebiete es ihnen die politisch neue Toleranz , und zwar topaktuell, den gesamten Sprachwald für alle möglichen Wilderer und Landsknechte freizugeben. So wird auf fruchtbarem Sprachhumus ein unwürdiges Bauernpalaver aufgeführt, das keiner gerechten Sache, sondern nur der geerbten Sehnsucht nach einem Feinde dienen soll. Oberförster Gauland hat diesen Feind in den Fremden anvisert, die er verjagen will. vornehmlich die Mohamedaner, wie man einst sagte, bevor uns die Muslime im Land einen schöner klingenden Sprachgebrauch beigebracht haben. Also wo läuft der Faden hin? – Man sollte die Metaphern nicht aus ihrem Mutterboden reißen und sie den Modemachern mit ihrer PR-Speech zum Fraße vorwerfen. Wir brauchen die alten Schätze – sie nennen sie flach wie sie denken „Werte“- immer wieder und vertrauen ihrer Urspürnglichkeit weit mehr als den Usurpatoren des räudigen Zeitgeists.

Der unbegriffene Stoff- also wir

Eine populäre Allgäuer Volksweisheit, die ich immer wieder höre, lautet: „ma ka it gegen alles sei“. Richtig, der Satz muss aber mit seiner anderen Hälfte ergänzt werden, die der Allgäuer leicht vergisst. „Man kann nicht zu allem ja und Amen sagen.“Oder sieht es nicht so aus, dass immer mehr Leute dem zweiten Teil des Satzes folgen und streng genommen sogar der Allgäuer, der sich das nur nicht bewusst macht. Für meinen Teil und als Zuschauer der Mediendemokratie möchte ich zugeben, dass mich das sinnlose Polit-Spektakel im Augenblick auch ein bisschen amüsiert, sowie mich die absurde, nihilistische Kunst schon lange fasziniert. Wenn Horst Seehofer gesagt hat, wie berichtet wird, er könne mit dieser Frau Merkel nicht mehr zusammen arbeiten, dann fragt man sich doch, weiß er das erst seit heute, nein, er bekämpft sie doch schon länger. Warum also ist er überhaupt im die Regierung eingetreten? Befielen ihn plötzlich neue Zweifel, dass Frau Merkel ihn gar nicht aufgrund seiner Kompetenz in ihr Kabinett geholt hat, sondern, um ihn ruhig zu stellen, zu integrieren wie das gängige Schlagwort dafür heißt? Das bringt mich noch auf einen anderen Gedanken, den ich schon lange einmal los werden wollte. Wenn eine politische Klasse zunehmend lächerliche Figuren zur Schau stellt, die keien Hemmungen verspüren, unsinnige Phrasen endlos zu wiederholen und sonst wenig bis nichts zu sagen haben, dann ist ja nicht die Demokratie lächerlich und unglaubwütrdig, sondern eben diejenigen, die sie repräsentieren sollen, das aber nicht können., sondern mehr wie bezahlte Schwätzer erscheinen. Dazu kommt eine humorlose, zu Teilen wohl auch korrupte Presse, die diesen unhaltbaren Zustand nicht aufdeckt und attackiert, sondern rechtfertigt und als legitim und völlig in Ordnung bestätigt . So wude übrigens aus der politischen eine Medienkrise , die einige tausend Wutbürger dazu brachte, „Lügenpresse“ durch die Straßen zu brüllen. Das ist sehr roh, klingt fürchterlich, und erinnert an böse Zeiten. Aber mir ist der Kontrast auffällig, der kulturelle Gegensatz zwischen den Lagern der Erfolgsverwöhnten und der Abgehängten. . Die einen rennen dauernd in Konzerte, ja sogar in teure Opern, die andern waren da noch gar nie. Sie besuchten alle mal in der Jugend vielleicht einige wilde Rockkonzerte, wo ebenfalls nicht geradee die feine Art der Rede den Erfolg verspricht. Nebenbei gesagt ,Theo Weigel der ehemalige CSU Chef soll neben seiner einwandfreien Katholizität auch ein Stonesfan sein. Lustig auch dieser Kontrast, wenn einer der fein gekleideten und gut frisierten Medienmanequins einen ungekämmten struppigen, zahnlückigen schlecht bzw ganz ungestylten Mann von der Straße bzw. dessen Frau im Fernsehen vorführt. dann trifft der Kaviar des Medien- speech auf das Graubrot des slangs der Unterschicht.. Da wird klar, so fein und zivilgesellschaftlich wie wir uns fühlen sollen, sind wir insgesamt doch gar nicht. Wir haben ja vor lauter Toleranzeifer gegen die Fremden ganz vergessen die eigenen Leute zu kultivieren. Auf diese unfeinere, vergleichsweise rohe Klientel zielen die Herrn der CSU, der Horst Seehofer mit seinem rabiaten Auftreten. Sie wissen dafür gibts Beifall bei den Leuten, die sie das Volk nennen oder moderater: die Bevölkerung. Denn Volk sagt ja die AFD, also Vorsicht Bevölkerung. Das erinnert mich an die Rüpelszenen im alten Volkstheater Shakespeares, die die feinen Leute in den Luxustempeln des hoch subventionierten deutschen Theaterbetriebs nicht mehr spielen wollen.Sie wollen wie die Medien am liebsten unter sich bleiben, schön gepflegt über alles quatschen und doch gegen alles sein, was nicht sein kann, wie der Allgäuer sagt. Ich will das hier aber nicht mit klagendem Unterton verstanden wissen, sondern als Anschauung eines Stoffes, der etwas krude und unbearbeitet vor uns liegt- und uns nachts in den Träumen heimsucht. Das Uheimliche macht keinen Spaß, das ist wahr, aber es hat seine amüsanten Facetten und Nischen, um die es mir geht hier, wenn ich zum Denken komme, zu Privatem,für welches die Zeit bekannttlich immer knapper wird.

Vor dem Duell- high noon

Es wird noch ein paar Tage spanend bleiben, wer nun den Zweikampf: Seehofer gegen Merkel gewinnt. Hinter Seehofers Überzeugung steht die dem Trump nachempfundene Parole: Bayern first. Der bayrische Patriotismus blieb unbeschädigt, wohin gegen der deutsche noch immer lahmt und kränklich wirkt. Helmut Kohl versuchte das Problem zu überspringen, indem er viel von Europa schwärmte, was sich so anhörte, als träumte er wirklich von einem europäischen Patriotismus , den er aber nie plausibel zu formulieren wusste. Er dachte schlicht, wenn der „Bimbes“ (sein Ausdruck für Geld) stimmt, folgt alles andere automatisch nach, schließlich sogar irgendwann der europöische Patriotismus. Dann wäre unsere deutsche Misere, zum eigenen Land keine gültigen Gefühle zu haben, geheilt, ausgesessen, erledigt. So schlicht dachte H. Kohl noch. Die Sozialdemokraten suchten dann dem frevelhaft deutschen Übel des Überlegenheitsdünkels entgegen zu wirken, indem sie eine deutschtürkische Integrationsbeamtin einsetzten, die der deutschen Kultur nicht viel abgewinnen konnte, ja ihr sogar die besondnere Dignität öffentlich absprach. Diese deutsche Kultur bestehe ja „nur“ in der Sprache, sagte sie.. Nur? Statt dieses „nur“ zu skandalisieren, schleppten die von der Dame Provozierten alle möglichen Monumente und Möbelstücke in die aufgeregte Debatte , also die gotischen Dome, das Volkslied, überhaupt die Musik, Bach und Beethocen und sonstige Bräuche wie das Oktoberfest und den Tag der deutschen Einheit.. So waren wir im Handumdrehen wieder im Halbdunkel der Gleichwertigkeit aller Kulturen. Denn wer wertete diese Gleichwertigkeit schon gerecht und objektiv aus, die Wissenschaft, ein Diktator, ein internationales Jurorengremium? Man sieht, diese Idee ist zu hoch für unsere mentalen Kartoffel-Breiten. Von hier, den historischen Ruinen des Geistes aus, wirkt, sie verstiegen sogar, aber wir enthalten uns der Satire aus Pietät und weil wir wissen, dass unsere Vorfahren, ich meine alle vor Hitler, diese Idee verehrten und an sie sogar glauben wollten.

Ein heillose Sprachverwirrung herrscht bis heute als Quittung dafür, dass man nicht eben die deutsche Sprache selbst befragen wollte, die doch alles weiß, was wir dachten und denken können und die die deutsch-türkische Dame als eine belanglose überschätzte Qualität hinstellen wollte. Wieder waren die Bayern im Vorteil, denn niemand in Bayern ließe sich die eigene Kultur und den eigenen Dialekt öffentlich gering schätzen oder klein reden. Also sagt Söder etwas lockermundig , beinah flapsig, wie er sich gerne gibt und damit nicht wenig zu seiner Popularität beiträgt, schützen wir doch erst einmal die eigene Bevölkerung, bevor wir weiter auf Europa warten, denn wIr warten ja schon so lange. Hier grinst er leicht, kaum merklich. Dann können wir uns ja trotzden weiterhin an dem feierlichen Geschwätz über die Zukunft Europas beteiligen. Deutlicher hätte er seine Ignoranz gegen Europa nicht ausdrücken können. Seien wir ehrlich, sagt man in Söderkreisen, außer ein paar Spinnern und Intellektuellen weiß doch kein Mensch was dieses Europa sein soll. Oder meinetwegen werden soll. Und auch diese wenigen Intellektuellen und Künstler haben bisher keine plakativen, die einfachen Völker ergreifenden Europaideen produziert, sondern im Gegenteil, sie wollen, total weltfremd wie sie sind, zurück zu Rousseaus universellem Glauben, der Mensch sei zuerst Mensch, bevor er sich zum Franzosen bzw. zum Deutschen läutern könne und solle. Wer glaubt denn das heute noch, wo es ständig um Identitäten geht und kulturelle Minderheiten ? Eine hohe Menschheitsidee, die durch den Phrasenapparat der kommerzialisierten Medien eben keinen Mensch mehr erreicht, sondern allenfalls die einer Nation zugehörige Gruppe von Leuten, die aber solche Universalien, wie Rousseau sie einforderte, schon lange nicht mehr verstehen. Nicht einmal die 68er Ideologen verstanden die Idee, auf die sie sich scheinbar beriefen, aber sie begriffen als Menschheit immer nur die sog. dritte Welt. Also keineswegs das Ganze. Die eigene Nation sollte man aus Buße vernachlässigen, zur Seite schieben. In den Darkroom der Geschichtsvergessenheit . Das rächt sich jetzt.

Also muss man optimistisch an die Wurzeln zurück, sagt sich der Söder, und zuerst fränkisch denken, im Sinne Bayern first, dann deutsch und irgendwann europäisch. Von mir aus, dann war er wieder weg vom Fenster.

Seehofer weiß, er kann als deutscher Inneminister diese erzbayrische Gesinnung nicht eins zu eins übernehmen und sich so in Gesamtdeutschland ausdrücken, aber er hat den bayrischen Common sense im Rücken, und er hofft die ganze Volksmehrheit der Deutschen für seine harte Flüchtlingspolitik hinter sich zu bringen. Denn auch wenn die Deutschen ihr Land nicht so emphatisch lieben können wie die Bayern eben immer zuerst Bayern, so einen the teutonic people doch die Werte von Sicherheit und Ordnung noch ein wenig. Das nutzen die neuen Nationalisten und reiben sich die Hände, sie haben keine Not, Deutschland überschwänglich zu lieben und zu loben.

Dies ist die Stelle, wo  in letzter Sekunde noch Schäuble aus den Kulissen treten könnte, der Protagonist und Fürsprecher deutscher Finanzpolitik. Gegen ihn verlören die Bayern vermutlich doch noch. Wolfgang Schäuble könnte mit sachlichstem Pathos und belegbaren Zahlen darauf verweisen , dass ohne Frau Merkel Europa in eine tiefe Falle stürzen könnte. Wollen das die Bayern verantworten?

Ob Frau Merkel das spürt und ihrem Freund Wolfgang die Führung im Streit überlässst?