Jäger,Wilderer und Denunzianten

Das Bild von der Jagd, das Herr Gauland nach der letzten Bundestagswahl gebrauchte:-„wir werden sie jagen“ und damit sofort ähnlich wie mit seinem s „Vogelschiss“ ein empörtes Geschrei entfachte, zeigt, wie fremd auch seine Gegner im poetisch-rhetorischen Reich der Metaphern sind. Denn gejagt wird das edle Wild, nicht handzahme Polititker und kreuzbrave Befehlsempfänger, samt ihren Beratern aus den Sprechlaboren des Nonsens.

Das Bild ging also gründlich schief. Doch statt mit einem Gelächter zu antworten, ermunerte die buchstäbliche Missgeburt zahllose Schläfer in der Medienwelt, die prompt auch ihre alten Flinten aus dem Schrank holten, um auf klammheimliche Anhänger jenes Herrn Gauland und seiner Jagdgesellschaft ebenfalls ihr Hallali zu blasen. Zuletzt traf ein Heckenschütze hinterm Plastikwald jetzt den Germanisten und Bestsellerautor Rüdiger Safranski, der im Verdacht stehe, für die neuen Rechtsnationalen eine Lanze zu brechen. Das ist natürlich dumm und gleicht eher einer Hexenjagd, wie wir sie von früher her kennen und erzeugt ein Klima der Denunziation, das die Debatte vergiftet, aber kaum den alten Ehrbegriff berührt, den auch der heutige reale Jäger noch i für sich in Anspruch nehmen darf. Dazu der spanische Philsoph Ortega y Gasset:

Denn darin wurzelt ja der ganze Reiz und die Wonne des Jagens,

 dass der Mensch, der durch seinen unvermeidlichen

Fortschritt aus der urväterlichen Nachbarschaft mit Tieren, Pflanzen

und Gestein, kurz der Natur verdrängt ist, sich der künstlichen Rückkehr zu ihr erfreut,der einzigen Beschäftigung, die ihm so etwas wie

Ferien vom Menschsein gestattet“.

So steht die alte Wortbedeutung fest wie ein Goldbarren im Falschgeld , und sie zerren sie nun in ihre fiktiven politischen Garküchen auf den bekannten Augenhöhen , als gebiete es ihnen die politisch neue Toleranz , und zwar topaktuell, den gesamten Sprachwald für alle möglichen Wilderer und Landsknechte freizugeben. So wird auf fruchtbarem Sprachhumus ein unwürdiges Bauernpalaver aufgeführt, das keiner gerechten Sache, sondern nur der geerbten Sehnsucht nach einem Feinde dienen soll. Oberförster Gauland hat diesen Feind in den Fremden anvisert, die er verjagen will. vornehmlich die Mohamedaner, wie man einst sagte, bevor uns die Muslime im Land einen schöner klingenden Sprachgebrauch beigebracht haben. Also wo läuft der Faden hin? – Man sollte die Metaphern nicht aus ihrem Mutterboden reißen und sie den Modemachern mit ihrer PR-Speech zum Fraße vorwerfen. Wir brauchen die alten Schätze – sie nennen sie flach wie sie denken „Werte“- immer wieder und vertrauen ihrer Urspürnglichkeit weit mehr als den Usurpatoren des räudigen Zeitgeists.

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Der unbegriffene Stoff- also wir

Eine populäre Allgäuer Volksweisheit, die ich immer wieder höre, lautet: „ma ka it gegen alles sei“. Richtig, der Satz muss aber mit seiner anderen Hälfte ergänzt werden, die der Allgäuer leicht vergisst. „Man kann nicht zu allem ja und Amen sagen.“Oder sieht es nicht so aus, dass immer mehr Leute dem zweiten Teil des Satzes folgen und streng genommen sogar der Allgäuer, der sich das nur nicht bewusst macht. Für meinen Teil und als Zuschauer der Mediendemokratie möchte ich zugeben, dass mich das sinnlose Polit-Spektakel im Augenblick auch ein bisschen amüsiert, sowie mich die absurde, nihilistische Kunst schon lange fasziniert. Wenn Horst Seehofer gesagt hat, wie berichtet wird, er könne mit dieser Frau Merkel nicht mehr zusammen arbeiten, dann fragt man sich doch, weiß er das erst seit heute, nein, er bekämpft sie doch schon länger. Warum also ist er überhaupt im die Regierung eingetreten? Befielen ihn plötzlich neue Zweifel, dass Frau Merkel ihn gar nicht aufgrund seiner Kompetenz in ihr Kabinett geholt hat, sondern, um ihn ruhig zu stellen, zu integrieren wie das gängige Schlagwort dafür heißt? Das bringt mich noch auf einen anderen Gedanken, den ich schon lange einmal los werden wollte. Wenn eine politische Klasse zunehmend lächerliche Figuren zur Schau stellt, die keien Hemmungen verspüren, unsinnige Phrasen endlos zu wiederholen und sonst wenig bis nichts zu sagen haben, dann ist ja nicht die Demokratie lächerlich und unglaubwütrdig, sondern eben diejenigen, die sie repräsentieren sollen, das aber nicht können., sondern mehr wie bezahlte Schwätzer erscheinen. Dazu kommt eine humorlose, zu Teilen wohl auch korrupte Presse, die diesen unhaltbaren Zustand nicht aufdeckt und attackiert, sondern rechtfertigt und als legitim und völlig in Ordnung bestätigt . So wude übrigens aus der politischen eine Medienkrise , die einige tausend Wutbürger dazu brachte, „Lügenpresse“ durch die Straßen zu brüllen. Das ist sehr roh, klingt fürchterlich, und erinnert an böse Zeiten. Aber mir ist der Kontrast auffällig, der kulturelle Gegensatz zwischen den Lagern der Erfolgsverwöhnten und der Abgehängten. . Die einen rennen dauernd in Konzerte, ja sogar in teure Opern, die andern waren da noch gar nie. Sie besuchten alle mal in der Jugend vielleicht einige wilde Rockkonzerte, wo ebenfalls nicht geradee die feine Art der Rede den Erfolg verspricht. Nebenbei gesagt ,Theo Weigel der ehemalige CSU Chef soll neben seiner einwandfreien Katholizität auch ein Stonesfan sein. Lustig auch dieser Kontrast, wenn einer der fein gekleideten und gut frisierten Medienmanequins einen ungekämmten struppigen, zahnlückigen schlecht bzw ganz ungestylten Mann von der Straße bzw. dessen Frau im Fernsehen vorführt. dann trifft der Kaviar des Medien- speech auf das Graubrot des slangs der Unterschicht.. Da wird klar, so fein und zivilgesellschaftlich wie wir uns fühlen sollen, sind wir insgesamt doch gar nicht. Wir haben ja vor lauter Toleranzeifer gegen die Fremden ganz vergessen die eigenen Leute zu kultivieren. Auf diese unfeinere, vergleichsweise rohe Klientel zielen die Herrn der CSU, der Horst Seehofer mit seinem rabiaten Auftreten. Sie wissen dafür gibts Beifall bei den Leuten, die sie das Volk nennen oder moderater: die Bevölkerung. Denn Volk sagt ja die AFD, also Vorsicht Bevölkerung. Das erinnert mich an die Rüpelszenen im alten Volkstheater Shakespeares, die die feinen Leute in den Luxustempeln des hoch subventionierten deutschen Theaterbetriebs nicht mehr spielen wollen.Sie wollen wie die Medien am liebsten unter sich bleiben, schön gepflegt über alles quatschen und doch gegen alles sein, was nicht sein kann, wie der Allgäuer sagt. Ich will das hier aber nicht mit klagendem Unterton verstanden wissen, sondern als Anschauung eines Stoffes, der etwas krude und unbearbeitet vor uns liegt- und uns nachts in den Träumen heimsucht. Das Uheimliche macht keinen Spaß, das ist wahr, aber es hat seine amüsanten Facetten und Nischen, um die es mir geht hier, wenn ich zum Denken komme, zu Privatem,für welches die Zeit bekannttlich immer knapper wird.

Vor dem Duell- high noon

Es wird noch ein paar Tage spanend bleiben, wer nun den Zweikampf: Seehofer gegen Merkel gewinnt. Hinter Seehofers Überzeugung steht die dem Trump nachempfundene Parole: Bayern first. Der bayrische Patriotismus blieb unbeschädigt, wohin gegen der deutsche noch immer lahmt und kränklich wirkt. Helmut Kohl versuchte das Problem zu überspringen, indem er viel von Europa schwärmte, was sich so anhörte, als träumte er wirklich von einem europäischen Patriotismus , den er aber nie plausibel zu formulieren wusste. Er dachte schlicht, wenn der „Bimbes“ (sein Ausdruck für Geld) stimmt, folgt alles andere automatisch nach, schließlich sogar irgendwann der europöische Patriotismus. Dann wäre unsere deutsche Misere, zum eigenen Land keine gültigen Gefühle zu haben, geheilt, ausgesessen, erledigt. So schlicht dachte H. Kohl noch. Die Sozialdemokraten suchten dann dem frevelhaft deutschen Übel des Überlegenheitsdünkels entgegen zu wirken, indem sie eine deutschtürkische Integrationsbeamtin einsetzten, die der deutschen Kultur nicht viel abgewinnen konnte, ja ihr sogar die besondnere Dignität öffentlich absprach. Diese deutsche Kultur bestehe ja „nur“ in der Sprache, sagte sie.. Nur? Statt dieses „nur“ zu skandalisieren, schleppten die von der Dame Provozierten alle möglichen Monumente und Möbelstücke in die aufgeregte Debatte , also die gotischen Dome, das Volkslied, überhaupt die Musik, Bach und Beethocen und sonstige Bräuche wie das Oktoberfest und den Tag der deutschen Einheit.. So waren wir im Handumdrehen wieder im Halbdunkel der Gleichwertigkeit aller Kulturen. Denn wer wertete diese Gleichwertigkeit schon gerecht und objektiv aus, die Wissenschaft, ein Diktator, ein internationales Jurorengremium? Man sieht, diese Idee ist zu hoch für unsere mentalen Kartoffel-Breiten. Von hier, den historischen Ruinen des Geistes aus, wirkt, sie verstiegen sogar, aber wir enthalten uns der Satire aus Pietät und weil wir wissen, dass unsere Vorfahren, ich meine alle vor Hitler, diese Idee verehrten und an sie sogar glauben wollten.

Ein heillose Sprachverwirrung herrscht bis heute als Quittung dafür, dass man nicht eben die deutsche Sprache selbst befragen wollte, die doch alles weiß, was wir dachten und denken können und die die deutsch-türkische Dame als eine belanglose überschätzte Qualität hinstellen wollte. Wieder waren die Bayern im Vorteil, denn niemand in Bayern ließe sich die eigene Kultur und den eigenen Dialekt öffentlich gering schätzen oder klein reden. Also sagt Söder etwas lockermundig , beinah flapsig, wie er sich gerne gibt und damit nicht wenig zu seiner Popularität beiträgt, schützen wir doch erst einmal die eigene Bevölkerung, bevor wir weiter auf Europa warten, denn wIr warten ja schon so lange. Hier grinst er leicht, kaum merklich. Dann können wir uns ja trotzden weiterhin an dem feierlichen Geschwätz über die Zukunft Europas beteiligen. Deutlicher hätte er seine Ignoranz gegen Europa nicht ausdrücken können. Seien wir ehrlich, sagt man in Söderkreisen, außer ein paar Spinnern und Intellektuellen weiß doch kein Mensch was dieses Europa sein soll. Oder meinetwegen werden soll. Und auch diese wenigen Intellektuellen und Künstler haben bisher keine plakativen, die einfachen Völker ergreifenden Europaideen produziert, sondern im Gegenteil, sie wollen, total weltfremd wie sie sind, zurück zu Rousseaus universellem Glauben, der Mensch sei zuerst Mensch, bevor er sich zum Franzosen bzw. zum Deutschen läutern könne und solle. Wer glaubt denn das heute noch, wo es ständig um Identitäten geht und kulturelle Minderheiten ? Eine hohe Menschheitsidee, die durch den Phrasenapparat der kommerzialisierten Medien eben keinen Mensch mehr erreicht, sondern allenfalls die einer Nation zugehörige Gruppe von Leuten, die aber solche Universalien, wie Rousseau sie einforderte, schon lange nicht mehr verstehen. Nicht einmal die 68er Ideologen verstanden die Idee, auf die sie sich scheinbar beriefen, aber sie begriffen als Menschheit immer nur die sog. dritte Welt. Also keineswegs das Ganze. Die eigene Nation sollte man aus Buße vernachlässigen, zur Seite schieben. In den Darkroom der Geschichtsvergessenheit . Das rächt sich jetzt.

Also muss man optimistisch an die Wurzeln zurück, sagt sich der Söder, und zuerst fränkisch denken, im Sinne Bayern first, dann deutsch und irgendwann europäisch. Von mir aus, dann war er wieder weg vom Fenster.

Seehofer weiß, er kann als deutscher Inneminister diese erzbayrische Gesinnung nicht eins zu eins übernehmen und sich so in Gesamtdeutschland ausdrücken, aber er hat den bayrischen Common sense im Rücken, und er hofft die ganze Volksmehrheit der Deutschen für seine harte Flüchtlingspolitik hinter sich zu bringen. Denn auch wenn die Deutschen ihr Land nicht so emphatisch lieben können wie die Bayern eben immer zuerst Bayern, so einen the teutonic people doch die Werte von Sicherheit und Ordnung noch ein wenig. Das nutzen die neuen Nationalisten und reiben sich die Hände, sie haben keine Not, Deutschland überschwänglich zu lieben und zu loben.

Dies ist die Stelle, wo  in letzter Sekunde noch Schäuble aus den Kulissen treten könnte, der Protagonist und Fürsprecher deutscher Finanzpolitik. Gegen ihn verlören die Bayern vermutlich doch noch. Wolfgang Schäuble könnte mit sachlichstem Pathos und belegbaren Zahlen darauf verweisen , dass ohne Frau Merkel Europa in eine tiefe Falle stürzen könnte. Wollen das die Bayern verantworten?

Ob Frau Merkel das spürt und ihrem Freund Wolfgang die Führung im Streit überlässst?

Die Aufständischen aus Bayern

FAZ.net „Man findet populistische Formeln inzwischen auch bei Politikerinnen und Politikern aller demokratischen Parteien im Bundestag, von der CSU bis zur Linken. Wie die AfD die Grenze des Sagbaren verschiebt“- Jetzt lesen mit #FAZplus

Bayrischer Eklat . Horst Seehofer droht mit bayrischem Alleingang in der Flüchtlingsfrage . Er riskiert seine Entlassung als Minister und er soll te sich nicht täuschen, Frau Merkel hat schon einige Häuptlinge und Präpotenzler der CDU aus dem Rennen geworfen. Einmalig aber ist: Der Generalsekretär der CSU setzt Frau Merkel ein Ultimatum, 7 Tage, dann müsse sie einlenken. Das ist zum Schießen und noch gar nie vorgekommen seit dem Krieg. Und das auch schon im ersten Akt des Dramas, wo die Szene gar nicht hingehört und drum wie ein einziger Schnellschuss anmutet. Frau Merkel scheint diesen Schuss in den Ofen indes in ihrer üblichen Sachlichkeit zu ignorieren.

BILD Live: Machtkampf im Asylstreit zwischen Merkel und Seehofer eskaliert

Doch Markus Söder ist auch in Berlin und meint, man könne nicht länger auf Europa warten, man müsse auch endlich an die eigene Bevölkerung denken, nicht immer nur an Europa und er will „eigene Duftmarken“ aus Bayern setzen und voran gehen, dann wird Europa schon nachkommen. Er zeigt sich ungeduldig und unterstützt seinen ehemaligen Chef voll . Es klingt sehr dramatisch alles .Und da kommt auch wie gerufen schon Landesgruppenchef Dobrindt um die Ecke und findet: Die Situation im Augenblick ist eine historische. Ach ja, diese ehrwürdige Vokabel wieder.

Jetzt warten wir noch auf den Andy Scheuer, was der noch zu sagen bzw. zu drohen hat?

Ein Aufstand findet nicht statt

Ach all die Freunde, die sich angesteckt haben an der Hypermoral, die nicht mehr rauchen, auch im Sommer mehr Eistee trinken als Bier, denn alle wollen schließlich gesund bleiben, all die Freunde, wie sie sich nannten, verziehen sich allmählich. .

Alle treiben lieber viel Sport, sogar die Diskothekenbesitzer. die Radlerinnen und die Autoverkäufer ohnehin. Sie alle machen sich fit für die Digitalisierung, die für einige schon gekommen scheint , von anderen nervös jetzt stündlich erwartet wird. Die Zukunft wird auf alle Fälle eine gigantische Leistungssteigerung bedeuten, denn wer nicht fit ist, wird abgehängt. Das kann gnadenlos werden.

Dennoch siecht  der allgemeine Tugendterror  allmählich dahin. Trump reißt ungeniert alle bürgerlichen Dekorationen herunter, hinter  denen sich die akademischen Trittbrettfahrer und Moralin-Philister bisher verstecken. Rätselhafte Geschichte, wo die Wende  immer von ganz unverhoffter Seite hervorbricht, plötzlich jetzt wie Trump, der mich sehr an die Figuren des Absurden Theaters erinnert, auch an Jarrys König Ubu. Auch an Dürrenmatts Romulus und Frank V. die Absurden- europäische Dichter und Denker- haben den Braten schon in den 50er Jahren gerochen. Die 68er wie Peter Stein und Leute wie Rieschbieter, der dicke große  Professor, verwarfen Ionescos Werke, wie die von Witkiewicz , Mrozzek  und Audiberti und vielen anderen , da diese kein richtiges gesellschaftliches . Bewusstsein hätten.. Dieses deutsche Verdikt,dem sich auch die Kardinäle der DDR Kultur anschlossen, versperrte uns die Sicht auf die fanatsievolleren Poeten und Denker in Frankreich, auf dem Balkan, in England  und in Polen. Wir haben bis heute trotz Kafka keine Vorstellung von der gewaltigen Unlogik des Absurden,das unsere Ordnungsübungen und Schulzwecke  seit Jahrzehnten schon einem Höllengelächter aussetzt. Ein rätselhafte Macht, die unsere rationalistischen Abwehrmeinungen so grotesk erscheinen lassen, als wollten wir mit allen Mitteln und Giften unserer Hochtechnologie den Klimawandel ins Netz  integrieren, dort dann besiegen und hinter uns lassen. Eine riesige Illusion, wie sie gewöhnlich nur die großen Weltreligionen zustande bringen.

Das gesellschaftliche -Gespensterwort irrt immer noch bedeutungs-schief in allen Räumen herum. Alles mögliche wird dadurch erklärt, dass man es als gesellschaftlich bezeichnet. Ein Wort wie jedes andere wie das Wort modern zum Beispiel, es sagt auch nichts und jeder meint, er habe trotzdem etwas Wichtiges verstanden. Statt gesellschaftlich  konnte man auch kalt immer sagen  oder modern oder warm, egal. Die Moderne oder die Kälte, aber es gab auch Wärmezonen darin manchmal, behaupten sofort wieder andere.  Also man weiß nichts Genaues oder Konkretes.

Frau Kipling und Onkel Bartsch von der Linken und auch das süße Schnäbelchen Anna Lena von den Grünen, die die ganze Welt retten will, sie reden alle noch immer gerne von den gesellschaftlichen Bedingungen, die sie bekämpfen und reformieren werden. Gott schütze uns vor der süßen Maus, die glaubt, sie könne bald schon fliegen.  Unvergesslich die Chose wie weiland Brüderles Dirndlsexismus, – machte er doch tatsächlich spät nachts noch eine Sternjournalistin an -aber nicht wie ein Verbrecher,  nein,  eher wie ein Weinkönig, der sich auf Kavaliersdelikte versteht – usf…. unvergesslich auch die historische Metapher vom Vogelschiss, die Bösewicht Gauland in den Ring warf und enorme  Turbulenzen damit erntete. Sogar ein Sprachforscher und ein Historiker –warum war schon wieder keine Frau dabei, frag ich mich doch ? – traten auf den Plan und wiesen nach, wie sie glaubten, dass die Metapher vom Vogelschiss, so wie Gauland sie intoniere, wahre Millionen von Hitleropfern verhöhnt habe, die Metapher schaffte das. Schier unglaublich..? .  

Zurück zum Brandaktuellen: Natürlich  hätte der Superhorst aus Bayern jetzt die Gelegenheit, Madam Angela zu stürzen. Ich vermute, dass er im Moment gerade noch fleißig  telefoniert, um die Duckmäuser aus der CDU zu überreden, aus ihren Verstecken herauszutreten und für ihn und seine verschärfte Flüchtlingsbekämpfung zu votieren. Aber dann müsste der Horst stracks auf den Kanzlerposten zustreben,- wird er das tun? Nein, eher nicht, er ist doch ein Zauderer, der eine Revolte mit seinem  viel zu weichen Charakter nicht  schaffen kann. Nein, nein, der Horst hat nichts vom F.Josef Strauss. Das hat sich ja schon gezeigt bei seiner Niederlage gegen das  windige Medien-Kasperle  Söder. Auch dieser Bruder Leichtfuß kommt häufig vor bei den Absurden übrigens. und wurde immer übersehen vom Publikum, das nun auf den Markus drum hereinfallen musste. Ich gebe zu ich genieße die Schadenfreude, wenn das Massenpublikum dem Hans Wurst, dem urdeustchen Archetypus auf de Leim geht und sich von ihm die Welt erklären lässt. Das hat etwas von einer Real-Komödie, die ein nachhaltiges authentisches Lachen, wie sie jetzt gern sagen, erzeugt.  

Ich fühlte mich wie in einem Luis Trenker Sktetch, als ich sah  wie der Söder jetzt die Kreuze selbst anbrachte und sich filmen ließ vom Bayrischen Fernsehen. er geniert sich kein bisschen, mit dem Heiligen ernsthafte Späße  zu inszenieren,aber was heißt heilig? Darf das Heilige denn keinen Markenkern haben?Seien wir nicht päpstlich, haben wir einfach auch einen Humor.  Das war doch was Drolliges mal für das Geschichtsbuch, -denn in der Geschichte wird nicht nur herum geirrt, sondern auch gelacht oft. Auch Karl V. habe in seiner Jugend sehr viel gelacht. Im Grunde war die Kreuzperformance gar  nicht zu toppen. Erinnerte mich auch ein bisschen daran, wie die  bürgerlich Konservativen , wie sie sich dünkten, auf den niedlichen Christan Wulff samt seiner Traumfrau reinfielen, weil er immerzu so schön gekämmt war und seine Bügelfalten so scharf und astrein waren, wie man sie eben  in Hannover noch liebt. Freilich als Staastoberhaupt in den Luxusvillen der Superreichen wie ein Sozialschmarotzer Urlaub  nachen, das war kein starkes Stück. Das konnte er nicht verantworten, dazu fehlte im Witz und Selbstironie. Nein, aber ich bin abgekommen vom Thema Horst. Der Horst wird den Sturz Merkels wieder versäumen, und einige Duckmäuser in der CDU werden zwar anonyme Posts ins Netz stellen, aber sich nicht outen. Jeder in der CDU erinnert sich noch an die zögerliche Revolte Lothar Späths gegen den dicken Kohl, sie endete im totalen Desaster.

Aber komme was auch kommen muss, ich achte fortan eisern auf meine Heiterkeit, wie viele andere auf ihren Zucker, ich sag mir, bloß nicht den Übermut verlieren, mit dem ich im kollektiven Unbewussten im Netz  herumstreune, dann ab und zu wieder was Gescheites ( B. Croce)  aus der Vergangenheit lese und oft auch ein Gegenwarts-Romänchen aus den USA, wie das soeben bei Ullstein erschienene Buch “Fische” von einer Frau Broder. Viel Tristesse, viel Pornomüll darin, aber auch  echte Verzweiflung und Angst vor der großen Leere. Die Jubelfeiern die das Feuilleton jüngst abzog, anlässlich des Todes Philip Roths, haben mich gar nicht überzeugt. Ich weiß, dass der Mann sehr süffig schreiben kann, aber denkt er auch tief genug, frag ich mich als typischer Deutscher, lachend.  Aber gut, Roth ist eh nicht mein Fall.

Genieße so gut es nur geht den Sommer, der hier in der Allgäuer Pampa besonders schön ist wegen der klaren, ganz sauberen Bergseen, – es ist ein großes Schwimmvergnügen —  

 

Ein Gott der Barbaren

Der verrückte Amerikaner erinnert mich an den makabren König Ubu Alfred Jarrys. Jarry hat den Typus schon vor 100 Jahren genau voraus gesehen . Übermächtig, geschwätzig, von maßloser Ruhmsucht und grausamer Fresslust angetrieben.Der Theaterbetrieb hat das leider nicht erkannt, denn er pflegt seine eigenen Bewusstseinsmoden und verkennt pünktlich die Zeit, die auf eine verdrehte Weise so durch ihn sichtbar wird.

Der Ami kommt zum Gipfel, wird aber nur ein paar Stunden bleiben, kündigte er an, um den Hintewäldlern und Jammerlappen aus Europa zu sagen, wie schlecht sie zu dealen verstehen, wie blamabel ihre Ergebnisse sind im politischen Kuhhandel mit dem Iran und den gespenstischen Mullahs die Bärte abrasiert. Da lacht der Ami. Er hätte als blutiger Businessman da zehn mal mehr herusgeholt. Er wird auch heute Früh gleich wieder abflogen sein. .. Denn was soll er mit diesen eingebildeten aber impotenten Europäern schon reden.Ihre Argumente stinken ihn an, er denkt viel moderner, in Slogans. Wenn sie wenigstens den Russen eingeladen hätten, monierte er noch vor dem Abflug, denn mit dem Russen boxt er gern ein paar Runden. Der Russe ist ein echter Kerl, kein Tagträumer und verwechselt wie er nie Politik mit einer sentimentalen Moral. Die Europäer mit einer Frau, einer Deutschen, im Führungsteam, wollen Flagge zeigen, nein Kante, sagten sie, wollten sie ,andererseits aber wissen sie, sie dürfen den Amerikaner nicht zu sehr reizen, Denn vielleicht wendet er sich im nächsten Augenblick dann wieder herum und – er ist wie ein Spielball seiner eigenartigen Natur, eben unberechenbar. Also werden die Europäer von ihrer sog,. Kante zwar reden, sie ihm aber nicht zeigen. Das wäre zu riskant, warnen berühmte Diplomaten, im Falle, dass doch noch ein unvorhergesehnes Ereignis, wie es immer wieder plötzlich hervortritt und alle handelnden Personen jäh wieder auf eine andere Bahn wirft, und zwar dann auch den Amerikaner.

Vielleicht macht der Russe einen Schachzug,der die Dinge von einer völlig unverhofften Seite zeigt. Die Folge im schlimmsten Falle: eine neue amerikanisch-russiche Freundschaft, die die europäische Politik erneut ins Hinterstübchen der Historie versetzte.Ins symbolische Dasein, sozusagen,wo sie ihre Tage verschlafen dürfen wie einst im kalten Krieg. Der Amerikaner findet es wirklich lächerlich, dass die Europäer meinen, sie könnten mit ihm auf einer Höhe verhandeln. Dabei haben sie weder einen starken Willen zur Macht noch eine militärisch irgendwie wirksame Schlagkraft, Sie sind Angeber, Großschwätzer in den Augen des Amerikaners, besonders der neue Franzose, der wie ein kleiner Boxer aus einer anderen minderen Gewichtsklasse daherkommt und herumfuchtelt. „Sie haben nur ihre Gebetbücher immer dabei, die sie mir anpreisen als Rezepte gegen die Politik als Krieg, spottet der Amerikaner gerne über die Schwächlinge aus Europa, mit ihrer prüden deutschen Tante an der Spitze. Ich lach mir gleich tot.“Haha. Der amerikanische Präsident schüttelt den Kopf, nebenbei schaut er sich im Flugzeug noch eine aktuelle Serien- Show an.

Er ist ja ein Mann des Fernsehens,ein Medienguru gewissermaßen, er holt sämtliche seiner Ideen aus dem Fernsehen.Wenn die Europäer einen Funken Grips hätten, studierten sie statt des Charakters des Präsidenten, besser das amerikanische Fernsehen, dort ist er gut sichtbar in einigen Rollen,, immer eingeblendet, dort sitzt er im Hintergrund, der Gott des mächtigen Zeitenwinds.