Die niedliche Helene wünscht den bösen Buben Licht und viel Liebe

Der große Adorno sprach einst das Wort aus, dass nie  nach Auschwitz wieder ein deutsches Gedicht erscheinen soll. Das ließ sich zwar nicht durchhalten, doch dass jetzt ausgerechnet zwei saudumme Rapper es gewagt haben, diesen Fluch zu.. ja, nein- man ist sprachlos.. Unversehens, niemand achtete auf ihren Text, niemand dachte daran, dass die zwei bösen Buben überhaupt das Wort Auschwitz kannten. Aber irgednwo müssen sie es ja aufgeschnappt haben, vermutlich schauen sie auch oft die historischen Hitlerfilme bei history, der beliebten TV-Sendung, an.

Und jetzt natürlich die brandhelle Empörung, viele gaben ihren Echopreis zurück, Frau Merkel und Herr Seehofer entschuldigten sich beim israelischen Botschafter, der berühmte Barenboim gab seinen Echo zurück, auch Westernhagen sogar , Konstantin Wecker — (Moment, hatte der schon mal den Echopreis, falls ja, dann gab er ihn jetzt zurück, ganz sicher–) und viele linken Kämpfer der Rockszene gaben ihre Echo-Preise jetzt sofort zurück. Allenthalben klare Entrüstung, Abscheu, Verzweiflung, wie konnte das geschehen? Der berühmte Journalist Stefan Aust schreibt schon einen neuen Buchbestseller darüber. Doch allmählich fällt neuer Verdacht auf alle diejenigem, die klammheimlich ihre Preise immer noch behalten wollen. Stern und Spiegel geben drum die Liste der Preisträger jetzt bekannt. Was sind das denn für Leute, die immer noch auf ihren Preisen herumhocken ? Vorbildlich und ganz anders dagegen die süße Schlagerkönigin Helene Fischer, sie kann nur positiv denken, das ist ja bekannt. Atemlos blond und niedlich wie immer wünschte sie den bösen Rappern deshalb noch in der Nacht nach der Preisverleihung viel Liebe und Licht. Damit hat sie sich endgültig unsterblich gemacht. Nicht ur in der Musikbranche, sondern weit darüber hinaus in der deutschen Geschichte, die Helmut Kohl schon immer gern zitierte.

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Junge Journalisten

Junge Journalisten schreiben an mächtige Verleger und bitten sie um Gnade. Sie wollten auch eine Lebensperspektive haben. Sonst könnten sie- auch anders. dann verließen sie das sinkende Schiff, welches Schiff denn? Welche Poesie von gestern, heute, da kein Schornstein mehr rauchen muss und kein Verleger mehr Journalisten braucht., die er nicht , wennes sein muss, selber backen kann.

Zumal wenn diese jungen Grünschnäbel auch noch unverschämt werden und 7o Cent Zeilenhonorar fordern, also glatt das Doppelte von 35. Nein, so kommt man doch Verlegern nicht, die lassen wenn es not tut ihr Hauspersonal, also die Bügelfrau, den Gärtner und die Köchin die Zeitung schreiben. Das weiß man doch. Dann das dämliche Geschwätz, mit dem die grünen Jungen die alten Hasen der Verlagsbranche nur zu zynischen Witzen reizen können. Sie wollten Journalisten sein, nicht um reich zu werden. Ja , nein- wer redet denn so zu reichen Leuten?Hätten die Großen des Journalimus, ein Stefan Aust, ein Uli Wickert je so zu ihren Gönnern geredet? Nein, natürlich nicht. Sie wollten es ihnen gleich tun, auch Villen und Mietshäuser besitzen und Pferdegestüte und schnelle Limousinen und auch teure Kurtisanen sich leisten können, um auf Augenhöhe wie es heute im Journalismus so verdächtig oft heißt, nicht wahr… mehr brauche ich kaum zu sagen.. Also die Jugend hat immer schon den Mund zu voll genommen, das gibt sich, aber solch weltfremde Briefe zu schreiben wie die heutigen jungen Journalisten, ausgerechnet an die mörderischsten kältesten Verlegertypen. . Nein, das geht nicht gut. Schickt sie noch einmal zurück in eine härtere Schule. Oder gebt ihnen schönere Aufgaben im blühenden Marketingwesen. erklärt ihnen das Gewinnerlos:win-win.

 

Die Revolution anno 68 war eine Farce

Pascal Bruckner, der kluge Franzose, hat vermutlich recht, wenn er schreibt, 1968 fand der letzte doktrinäre Fieberschub der kommunistischen und linken Ideologien statt, bevor das Zeitalter des demokratischen Hedonismus begann. Die Tabus, die damals gebrochen wurden, waren bereits alle morsch und sturmreif geworden. Die Zeichen standen 68 auf Maskerade und Parodien der tragischen Revolutionen von 1789, 1848, 1918. Die Lenin-Mützen, die Trotzkispitzbärtchen, Maos Kragenwesten, Che Guevaras Berets, die Castrobärte und die Zigarren verwiesen deutlich auf den karnevalesken Schauspielercharakter der Mittelstandskinder. Was man sein wollte, erprobte man im Rollenspiel, nahm das aber selbst statt ernst, gar nicht wahr. Dieser Verblendungszusammenhang (Adorno) wurde überdeckt und vertuscht von dem perfekt auswendig gelernten Begriffsjargon aus der Mottenkiste des Marxismus. Die Geschäftsführer des Weltgeistes jener Tage, Leute wie Dutschke und der Dichter Enzensberger glaubten allen Ernstes, sie stünden vor der Revolution, dem Umsturz des repressiven liberalen Staates. Freilich dieser Aberglauben verflog rasch wieder. Heute möchte darauf keiner der Redner von damals mehr angesprochen werden. Was heute noch bleibt sind die Kumpelväter und die Kolleginnen-Mütter, schreibt Bruckner, und damit die Misere der Erziehung und Bildung. Diese neuen Eltern, die aus autoritären aber teils noch funktionstüchtigen Schulen kamen, wo sie etwas gelernt hatten, trichterten ihren Sprösslingen jjetzt nur eines ein: Autoritäten sind tot und deshalb macht was ihr wollt, was euch gefällt und Spaß macht, jeder hat dieses schrille Unwort im Ohr. Darin brach der Nihilimsus von neuem auf, der schon zur Nazizeit unter dem Deckel der Parteigewalt als Opportunismus sich angebahnt hatte.

Mit dieser nichtigen Gesinnung waren unsere Kleinen nicht mehr vorbereitet auf das, was sie an Aufgaben im Leben erwartet. Das Drama dieser Erziehnung besteht darin, gar keine Erziehung zu sein. Deshalb ziehen sich die Jugendlichen den Analphabetismus mit voller Wut und Resignation rein, fuck ju Goete, wie sie fröhlich meinen, und können nach 15 jahren Unterricht meistens weder richtig lesen noch schreiben oder rechnen. Das führt zum Geschrei und Gebrüll der hater und liker auch in den sozialen Medien. Was also ist jetzt zu tun? So weitermachen mit dem Spaßwesen?Die Politik wird vermutlich nichts zum Besseren richten können, sie hat selbst viel zu wenig gelerent, und die Gesellschaft ist nichts als der große bunte Tanz um das Eierkuchenfest der Minderheiten, das damals 1968 begonnen hat. .

Das Immergleiche und sein Erzeuger, die Technik……

Wer einen originellen und schönen Wortschatz pflegt, grammatikalisch firm ist , die Regeln kennt und seine Sätze gelegentlich sogar mit einem Schuss Ironie abzulöschen vermag, weil seine Intelligenz genügend Flüssigkeit, die man seit je her Humor nennt, enthält, – der zählt inzwischen zu einem geheimen Aldelsstand. Geheim, weil die meisten es gar nicht bemerken, die sich mit gröbstem Sprachfutter begnügen, dem weder der Genitiv noch das Präteritum, noch mehr als das bekannte Sixpack von Adjektiven – (von super bis toll, geil, scheiße und wahnsinnig super )- angehört. Mit dieser schmalen Ausstattung halten sie nicht nur stundenlange Vorträge, schreiben ellenlange fakehafte Websites, sondern halten sich damit auch für fähig , sich jederzeit eine Meinung zu bilden, die zu akzeptieren und zu beachten sei. Natürlich, sie sind ja nicht nur eine Minderheit, wie jener erwähnte geheime Adelsstand, der wie gesagt sein Leben still und unscheinbar im Souterrain des Medienalters zubringt. Von dort erscheinen die Kennzeichen der Zeit als Karikaturen der Schrumpfung und der geistigen Substanzentleerung (Defökation) . In der Untergrundzeitung dort las ich selbst , die Zeit habe alles an hochtechnischem Kram, den man sich nur wünschen kann, und zwar jederzeit zur Vergügung, aber sie wisse damit nichts anzufangen, sondern produziere damit täglich nur ein und denselben Eintopf. Sie gleiche den privaten Studios und Medien, wo es an teuerstem, neuesten Equipment wahrlich nie fehlt und wo doch immerzu die eintönigste immergleiche Musik läuft.

Umbruch der Abbruch wohin?

Helden, Hexen, Wahrsager, Rohköstler, Nudisten, Heilsprediger, Esoterikschwafler, Sektenpolitiker, wo kamen sie plötzlich alle wieder her und welche verborgenen Untergründe symbolisieren sie? -Oder sind es eher Allegorien ruinierter, ausrangierter Verstandessbegriffe, die ihren Heimathafen nicht mehr finden. Gestrandete an den Küsten kariöser Konsumquartiere? Kaum mehr ein böser Ketzer ist unterwegs, der den religiösen Autoritäten seinen Protest ins Gesicht schreit und ihrer spottet. Mit Ausnahme Siggi Zimmerschieds, des traditionellen Kämpfers gegen den Katholizismus. Dabei wird deutlich, dass seine Flüche noch weit mehr von der katholischen Substanz enthalten, als der Beifall seiner Fans, die nie mehr als konvenienz-katholisch waren und auch nach den Attacken des Passauer Kabarettisten, dem seine Messdienerei bis heute in den Knochen sitzt, zu lau und zu lasch sind, um vom Glauben abzufallen und in die Tiefen des Nichts zu stürzen.. Insofern wäre heute ein Zimmerschied gegen die politischen Heilsprediger und Esoterikschwafler, die schon wieder die Welt retten wollen, nötiger, aber er lebt und zehrt eben von der alt-katholischen Substanz, in der ja lange auch noch der Teufel seine Existenz fristete. Unsere unheilvolle Welt ist so fad, dass sie an ihrer Farblosigkeit eingehen wird, ohne das geringste Aufsehen zu erregen .

Der Abgang wird jedoch umweltfreundlich gestaltet und gefilmt werden müssen.

House of Cards – deutsche Seifenoper mit Martin Schulz

Der neue Spiegelstar Feldenkirchen, der während des letzten Wahlkampfes schon den tapferen Martin Schulz begleitet hat, schrieb nun ein Buch über den tragischen Helden und chatakerisiert ihn, der sein Schicksal für die SPD in die Bresche schlagen wollte, aber von dieser wieder ausgemustert wurde, in seinem Abgang gleich einmal so:

„An diesem Rosenmontagabend erinnert nichts mehr an den fröhlichen, unbekümmerten und irgendwie auch unverdorben wirkenden Menschen, der sich vor einem Jahr aufmachte, deutscher Bundeskanzler zu werden. Jetzt sitzt da ein gebrochener Mann, versehrt, körperlich wie seelisch.“

Erschien uns Schulz je unbekümmert, war er nicht im Gegenteil der erste Landeskümmerer, dem das magere Leben der kleinen Leute so sehr auf die Tränendrüse drückte, dass mit ihm oft der pathetische Gaul durchging. Und was seine Verdorbenheitsgrade angeht, wüsste ich nicht, warum diese heikle Sache den Feldenkirchen interessieren könnte. Es schreibt sich halt so „irgendwie unverdorben“ ganz nett.

Es ist klar, er will aus dem Kämpfer einen Schmerzensmann machen, das kommt sicher sehr gut an bei der Menge. Also hat sich Feldenkirchen zunächst um die Fallhöhe zu sorgen, die er wie folgt aufbaut.

“ Als Schulz noch leuchtete. Damals und fast alle, die ihm zuhörten, leuchteten auch. Jetzt leuchtet nichts mehr.“ Licht aus, Schulz aus der Geschichte ausgestoßen.

Aber Feldenkirchen sucht hier seinen empathischen Ton: „Wer verstehen will, was die Spitzenpolitik mit einem Menschen machen kann, sollte Martin Schulz im Februar 2017 und an diesem Abend des 12. Februar 2018 erlebt haben.“

Die Spitzenpolitik ist schuld, jaja die da oben. Mit diesem Wink liegt Feldenkirchen voll im Trend. Warum ist Schulz moralisch nur so „irgendwie unverdorben“ und geht nicht einfach zur nächsten Partei, wie andere vor ihm. Und wenn kein anderer Laden ihn will, die Bertelsmannstiftung hat ganz sicher einen Posten für ihn. Mein Gott Martin, die Welt ist schlecht, der Kopf ist klein, das hat doch Brecht schon gewusst. Feldenkirchen resümiert nochmal und nochmal:

„Er ist als Politiker erledigt, als Mensch desillusioniert. Die einzige lange Freundschaft, die er in der Politik pflegte, die mit Sigmar Gabriel, ist ebenfalls zerbrochen. „Entweder du killst ihn, oder er killt dich“, hatte Andrea Nahles ihn zu Beginn seiner Kampagne vor Gabriel gewarnt, berichtet Feldebnkirchen und meint: „Sie sollte nicht ganz falsch liegen“.

Oh je jetzt zieht er auch die Nahles noch mit in das Drama hinein, Lady Mcbeth aus dem Kohlenpott, aber er kann noch viel mehr, ohne zu zögern greift er in den nazarenischen Malkasten hinein. Das Christentum mag out sein, seine Bilder wirken noch immer kräftig auf die Gemüter.

„Es wird nicht leicht für ihn, seinen Frieden mit diesem Jahr zu machen. Auf diesem letzten Flug von Köln nach Berlin spricht Schulz von eigenen Fehlern, aber auch von Intrigen. Vieles, was er in den vergangenen Monaten erlebt hat, erinnerte ihn an „House of Cards“, die US-amerikanische Serie über Brutalität und Niedertracht in der Politik. Seine Anhänger und seine Partei, die ihn als „Gottkanzler“ gefeiert und mit einem irrwitzigen 100-Prozent-Ergebnis zu ihrem Erlöser gekrönt hatten, wollten ihn nicht mal ein Jahr später nur noch loswerden. Er weiß nun, dass es eine dornige Krone war, die sie ihm aufgesetzt hatten. „

Nein, das ist wirklich zu dick, Feldenkirchen so farbig ist unsere Welt nirgendwo. Ich verlasse den Theaterstadel wieder, Schulz als dornengekrönter SPD-Erlöser, ist das nicht der dümmste Kitsch, eigens für Spiegelleser gemalt und gemacht? Freilich Journalismus ist heute ein Geschäft wie jedes andere, die Kunden müssen den Text nur geil finden, nicht verstehen im Sinne wahrer Buchstaben, die zum heiligen Geist führen.

jüdisch-christlich-jaja

Jüdisch-christlich seien wir geprägt, sagen die Merkels, Seehofers, Wulffs und lügen prompt und äußerst glatt. Wenn sie sagten, Ausgrenzung und Verfolgung der Juden haben unsere christliche und postchristliche Geschichte stark gepägt, kämen sie der Wahrheit verdammt nahe. Aber das passt natürlich gar nicht in ihre feierlichen Sonntagsreden, die auch dem subkutanen Ziel dienen, die Muslime zu beruhigen. Diese bräuchten keine Sorge haben, denn wenn sie nicht politisch würden, gehörten sie zu uns und so etwas Schreckliches wie mit den Juden blühte ihnen nicht. Jedenfalls nicht von staatlicher Seite.

Und darin klingt auch verstohlen noch die Entschudldgung mit: Sicher hinge die christliche mit der jüdischen Religiion inniger zusammen als mit dem Islam. Das sei nun mal einfach historisch so. Jesus und auch Paulus seien ja in Wahrheit Juden gewesen. -Aber wenn wir, was ihre muslimische Religion betrifft, uns noch nicht so gut auskennten und uns drum oft im Ton vergriffen, müsse man das bitte entschuldigen. Das wars eigentlich, aber das Ganze ist natürlich auf der smalltalk-Ebene unserer geistig verarmten Kommunikation schwer rüberzubringen. Das möchte ich schon zugeben.