Das Studium der Weiber ist frei

Peter Paul Rubens - Der Raub der Töchter des Leucippus

Man soll ja nicht Dinge sagen, die den meisten Leuten gar nicht schmecken. Das löst Shitstürme aus, die neue Form der Volksaufstände. Doch in dieser Nische hier, wo die Menge noch nie hereinschneite bislang, kann ich es ja mal riskieren. Der Regisseur Bunuel wie auch Frank Wedekind schon, der Schöpfer der Lulu, tragen bis heute, in die Zeit von metoo und Genderismus hinein, ihre unzeitgemäße Ansicht, das Weibliche, wofern es nicht durch Arbeit geschändet und vermännlicht, ist unerreichbar. Die Freiheit des Weibes, ein Weib zu sein, ist ein Welträtsel. Von keinem Psychologen aufklärbar. Aber natürlich unterdrückt man, dresisiert man, richtet man die Frau zu, sie trägt schon keine Kleider  mehr, dafür treibt sie Sport und trägt Turnschuhe auch in Club und Konzert, genau passend für diese Gesellschaft. Sie räumen ihr, dabei ist sie immer dabei, sogar Rang und große Bedeutung ein, wenn sie im System funktioniert, wie man sagt. Aber das ist nicht mehr das wilde freie Weib, wie Bunuel und Wedekind und viele vor ihnen. wie zum Beispiel auch der Künstler Peter Paul Rubens es sahen und verstanden. In seinem Bild Raub der Sabinerinnen geschieht die Entführung der nackten Schönheiten beinahe mit deren Einverständnis, kann man sehen und sagen. Es ist, als freuten sie sich darauf von den beiden braven und starken Männern sogleich in eine andere Welt mit genommen zu werden. Das Nehmen ist bereits im Entführungsakt schon sichtbar, der sehr zärtlich und behutsam von männlicher Seite, -als hätte die Vollbusigkeit und Fülle der schönen Leiber noch einen anderen, zerbrechlichen Grund, – und sehr leidenschaftlich und begehrend von Seiten den Entführten findet der ungeheure Akt vor unseren Augen statt. Für alle Zeit findet es statt, das Unerfindliche. Die beiden „obskuren Objekte der Begierde“ kommen nicht aus der grauen Realität, wurden noch nie von Arbeit verfremdet und verfälscht. Die Entführer könnte man sich notfalls in einer Talkshow vorstellen, die entführten Frauen jedoch nicht. Aber was sagt uns das heute noch? Dass der Geschlechtsunterschied, solange er funktionalisiert, theoretisiert und mechanisiert wird, allmählich ganz zu verschwinden droht und niemand mehr Rätsel aufgibt? Ist es das, was die meisten wollen?

Advertisements

Die Ankunft der Zwergriesen

Es geht hurtig bergab. Waldschrat Seehofer ahnt wohl gar nicht, was er jedem geistig anspruchsvolleren Menschen damit antut, den Andy Scheuer zum Verkehrsrminister zu ernennen. Natürlich, die Autoindustrie wird sich freuen, einen weiteren Lakaien zum Verhandlungspartner zu bekommen. Es erinnerte mich spontan an den Schock, den mir Hemut Kohl einst versetzte, als er ausgerechnet den Möllemann, vom Typ her ein schlichter Autoverkäufer, zum Bildungsminister machte. Da wusste ich dann genug von der „geistig-moralischen Wende“, die der feiste Pfälzer vollmundig gleich zu Beginn seines Amtsantrittes versprochen hatte. . Und was mag Seehofer wohl von der Digitalisierung halten, die er jetzt ausgerechnet dem älter gewordenen Lieschen Frau Bär an die Karrierestufen legte? Natürlich, fleißig wird sie schon sein, das sieht man ihr an, doch mit ihrer krächzenden Stimme stimmt doch etwas nicht..Ein alter Kollateralschaden aus Schul-und Erziehungszeiten? Sie ist ja rein musikalisch nur schwer zu ertragen. Freilich, ästhetisch-kritische Aspekte spielten für den Horst, darin ist er dem Pfälzer ähnlich, noch nie die geringste Rolle. Hauptsache die schneidigen Zwerglein um ihn herum mucken nie auf und bleiben schön brav. Ohne ihn hätten sie ses ja nie im Leben soweit gebracht. Das vergessen sie in keiner Minute ihres Aufstiegs fortan. Loyalität, Mannschaftsgeist ist heute alles, wo die Befehlsgewalt aus den Maschinen kommt und auch die Vorstände als Dressmänner eher der Dekoration des Ganzen zuzurechnen sind als dem,was man vor Generationen noch Geist oder gar Bildung nannte. Dann folgten noch zwei Generationen, die die Furcht vor dem Schicksal im Kriege erlernen mussten, dann aber gelang der Durchruch, der Pfälzer. Er riss allen Schein ein und mit sich hinunter. Das wurde mir blitzhaft klar, als Kohl und Mitterrand bei Ernst Jünger auf der schwäbischen Alp auftauchten. Der Schriftsteller, der sich zur Demokratie stets wie ein alter Ketzer verhielt, und nicht erst in seinen letzten Schriften äußerst sarkastisch böse Adnoten zur Bundesrepublik verfasste, ließ die Ehrung, in sich hinein lächelnd, über sich ergehen, gab natürlich kein Interview, weder den öffentlich rechtlichen, noch den privaten Medien, noch der Süddeutschen Zeitung.. Er sprach schier unvernerkt über zwei kleine Gesten zu uns. Dem französischen Präsidenten überreichte er ein paar wertvolle Briefe aus der deutschen Besatzungszeit, und dem Herrn Kohl ein Glas selbstgemachter Marmelade. Wohl meinend, dass der Pfälzer noch nie zu den Lesern gehörte. Daran erinnerte mich jetzt die Amtsbesteigung Seehofers, auch er und seine Lehrlinge gehörten noch nie zum unsichtbaren Orden der Leser. Das wurde immerhin klar und deutlich.

Joschkas kleine Weltlaterne

Der gute alte Joschka Fischer sitzt wie ein weise gewordener Häuptling der 68er Bewegung auf seinem Sofa und plaudert über die Weltpolitik. Aber auch über unsere kleinere Welt, auf die er ein großväterliches Auge wirft. Seine Sprüche sind etwas grauer geworden, etwas magenfreundlicher und sozialveträglicher, und doch ist sein Spontiimage noch nicht ganz erloschen. Seine forsche Rechthaberei spurtet ihm immer noch rasch über die Lippen.

je älter er wird und je mehr an Gewicht er wieder zunimmt, der große Zampano Joschka Fischer, desto gewaltiger und triefender geraten seine Staats-Phrasen. Man muss ihn nur fragen, wie gestern die ‚Welt am Sonntag‘ und schon sprudelt es aus ihm heraus. Er steht ganz klar für alles mögliche, das er in einem Aufwasch zu benennen weiß-. Die SPD, klar, macht ihm Sorgen, diese edle antike Partei muss weiter leben, zur Not mit Hilfe seiner Consultingfirma. Die Grünen ja, das sind seine Leute bis heute, auch die Merkellinie in der Flüchtlingsfrage kann er nur bejahen. Allerdings, hätte er, der für manchen Kontrollverlust berühmt wurde, bei der Flüchtlingsmisere den Eindruck des Kontrollverlustes gar nicht erst entstehen lassen. Den Eindruck? Natürlich, das war ein klarer Kommunuikationsfehler. Er hätte eine Riesenshow darum aufgebaut, er hätte die großen Fernsehanstalten sofort zu sich gerufen und zur besten Sendezeit auf beiden Kanälen dem Volk erklärt, warum das sein muss und die Flüchtlinge jetzt partout aufgenommen werden müssten. Natürlich, er hat die Führungsqualitäten, die der Merkel fehlen, ansonsten ist er auf ihrer Seite. Oh, er ist wieder in Fahrt, jetzt könnte man ihn zu gar allem fragen, doch die Zeitung hat leider nur eine ganze Seite frei für den großen rotgrünen Helden von gestern. Übrigens hat er gar nicht gemerkt in seiner großen Geste, mit der er die großen Sender zu seinen Diensten bestellt hätte, wie er großartig schwadroniert, welche Willfährigkeit der Medien gegenüber der Politik er damit bestätigt . Natürlich, wenn der Joschka das ZDF anruft oder die ARD, dann kommen die Domestiken wie seine Fans und halten ihm brav die Mikrofone hin. Der Joschka macht immer noch Quote. Man sieht ihn so gern wie früher den Rühmann oder den Max Schmeling. Bald wird er wie der alte Helmut Schmidt bei der Frau Maischberger allein hocken und über die gute alte politische Sturmzeit palavern, er musss dafür nur noch ein bisschen älter und dicker werden. Die passende Hornbrille hat er jetzt schon auf.

Ach ja, dass ich’s nicht vergesse. Auch über die Leitkultur habe er oft nachgedacht. Er habe oft versucht, „diesen Begriff zu definieren.Für mich, nicht parteipolitisch, es ist mir nicht gelungen. “ Jedesmal löste sich sein Denkversuch wieder in nichts auf. Müsste er vielleicht wieder mal mit Habermas telefonieren, vielleicht. Was der so meint. Aber schließlich: worin er „immer eine klare Haltung gehabt habe“, ist die Frauenfrage. “ Frauenfeindliches Verhalten“ diktiert er dem Welterporter in die Feder,“ ist keine Frage der Herkunft oder der Religion..“ Hughes ,er hat wieder gesprochen, wie der gute alte Sam Hawkens bei Karl May.

Henryk Broder und Medien-Lieschen Dunja Hayali

Henryk M. Broder gehört zu den Reinigungskräften der Republik. Wenn irgendwo das Rohr eines Senders oder eines anderen Organs verstopft ist, legt er selbst Hand an. Wie heute wieder in der „Welt“, in der er schreibt, und wo er in einem langen ironischen Artikel den Gesinnungsmist, den das allseits beliebte Medienlieschen Dunja Hayali täglich fleißig verbreitet, für uns ausn dem Weg räumt. Es sind in der Tat nichts als Plattitüden und Binsen, welche die Frau feilzuzbieten hat und der Vergleich mit der Predigerin Margot Käßmann liegt nahe, da Frau Hayali doch tatsächlich zum Reformationsjahr tief aus ihrer Plaudertasche 95 seichte Thesen herausfischte und bei facebok, an der neuesten Kirchentür, publizierte. Kostproben dieser Thesen gefällig? “ Du bist,was du isst.“ oder „Liebe ist alles“..“Halte dich selbst aus.“ Nun ja, aha und so weiter. Broder vergisst, dass, wer dem Schwachsinn zuviel Raum gibt, ihn schon wieder stärkt. Da könnte er sich beim Polemiker Stadelmaier guten Rat holen, dessen Ethik darin bestand, den größten Unfug, den er auf Theaterbrettern ertragen musste, in möglichst wenig füglichen Zeilen zur Strecke zu bringen. Darin war er ein Textkünstler. Immerhin aber glückt Broder am Schluss seines Verisses ein halber bravouröser Aphorismus, der es wie immer auf die ganze Wahrheit absieht:“ So wie Bergsteiger keine Höhenangst haben dürfen, dürfen Fernsehschaffende keine Angst vor dem Absturz in die Lächerlichkeit haben.“ Vielleicht ginge es ja noch kürzer, sprich komischer, aber empirisch belegbar ist diese These ganz sicher. Und nicht nur im Falle der Frau Hayali. Aber Broder, der hier gleich wieder Lunte roch, setzt nochmal an: “ Das ist der neue Journalismus, bei dem es nicht um Tatsachen geht , sondern um die Gefühle derjenigen, die ihrer Betroffenheit Ausdruck geben wollen.“ Gefühlsjournalismus a la Hayali also contra den Fakejournalismus? Wenn das mal gut geht in einer offenbar schon etwas senilen, bis sehr sentimentalen Kundschaft, die Betroffenheit stets mit Autentischem verwechseln will und überall Kerzen aufstellt, statt Begriffe zu klären.

Global heroes

…höre prominente Politiker immer davon reden, dass es zu ihren festen Vorsätzen gehöre, die Globalisierung so zu gestalten, dass der normale Mensch keinen Schock erleidet, wenn der neue Hurrican des Fortschritts ihre Gewohnheiten und Verhältnisse so durcheinanderwirbelt, dass man das Bewusstsein zu verlieren droht. Das soll nicht sein, deshalb wolle man die Globalisierung gestalten mit allem drum und dran, auch einschließlich der Digitalisierung. Selbstredend. Gestalten ist ein schönes natürliches Wort, sehr beliebt bei den Kunsthandwerkern, auch bei den Naturfreunden und den Psychologen. Es verspricht sogar Nachhaltigkeit. Doch bei Lichte erleben wir doch das Gegenteil, müssen wir doch mitleidvoll zusehen, wie die Globalisierung die Politik zerfetzt, verunstaltet und lächerlich macht. Das hat einen tragischen Zug und erinnert mich an die ohnmächtigen Sprechblasen, die unsere PolitikerInnen landauf landab jdesmal nach einem dieser entsetzlichen Terrorangriffe mit vielen Toten loslassen müssen. „Lebt weiter so, tut als ob nichts wäre, lasst euch keine Angst machen, das wollen die Verbrecher nur, geht weiterhin auf die Straßen und Märkte, so leistet ihr Widerstand und wir kümmern uns inzwischen weiterhin um den globalen Kampf gegen den Terror. “ Schön gesagt und sicher gut gemeint, denn was sollen sie auch sagen, wenn sie wie gelähmt vor die Kameras treten müssen und alles, bloß nicht schweigen können.

Zeichen der Unterwerfung

Das Metropolitan Museum in New York soll ein Meisterwerk dr Kunstgeschichte abhängen. Balthus‘ „Thérèse, träumend“, es zeigt ein Mädchen auf einem Stuhl, die Beine sind gespreizt, unter dem roten Rock kann man die weiße Unterwäsche erkennen.

Ist das ein Fall von Heuchelei oder wer will solche Malerei heute noch verantworten? In der Ära von Weinstein, Wedel und Konsorten, da kein Tag mehr vergeht, an dem Schauspielerinnen, Künstlerinnen, Tänzerinnen oder Kuratorinnen sich nicht offenbaren – und die Karrieren von Produzenten, Schauspielern, Regisseuren ganz plötzlich enden. Das mag seine strafrechtliche Berechtigung haben in dem ein oder anderen Fall. Doch die Ausdehung des moralischen Diskurses auf den Bereich der Kunstwerke ist wohl nicht anders als absurd zu bezeichnen.

Die Sittenwächter avancieren zu Kunstrichtern

Wer glaubt sich dazu berechigt rückwirkend die Kunstgeschichte zu zensieren? Offenbar eine ganze Reihe von politisch moralischen Sittenwächtern, die in den Medien Helfershelfer fanden, diese neueste Stimmung politisch korrekter Prüderie zu verbreiten. Eine vom Folkwang-Museum in Essen geplante Ausstellung dieser Motive, wie der Maler Balthus sie liebte und vaiierte, wurde dann nach einer wochenlangen Diskussion kurzfristig abgesagt.Museumsdirektor Tobia Bezzola gab zu, in seinem Fokussieren auf kunsthistorische Fragestellungen womöglich „betriebsblind“ gewesen zu sein. Ach ja, so hört sich das an, wenn ein wohl bestallter Kurator um seinen Job fürchtet und einknickt vor der moralischen Seuche, die den Zeitgeist befallen hat offenbar.

Der Fall deutsch-muslimischer Gastfreundschaft

Denn man bedenke, ein islamistischer Staatsgast besucht die Bundesrepublik und im Begleit-oder Damenprogramm führt ein Weg in ein modernes Museum, dann wird man zum Zeichen der Unterwerfung wohl die freizügigen Werke der Kunst des Westens abhängen oder wenigstens züchtig verhängen müssen.Es ist lächerlich ja und man glaubt es kaum, aber es ist so weit. In Bremen,offenbar ein Zentrum der politischen Korrektheit,fordern die MoralwächterInnen der Metoobewegung jetzt,dass die unzüchtige Darstellung eines Mädchenbildes durch den bereits verstorbenen Maler Balthus abgehängt und ins Depot abtransportiert werden soll.Wer ist als nächster dran? Kirchners badende Mädchen?Oder der große Rubens, der die Unverschämtheit besaß,nackte Frauen so darzustellen, dass man meinen kann,sie fühlten sich in ihrer Haut sozusagen sauwohl? Bedeutet das nicht einen Sittlichkeitsverstoß gegen die Würde der Frauen?Gegen die islamistische Vorschrift unserer fremden Mitmenschen,ihren Körper als ganzen zu verhüllen und zu verbergen? Oder denken wir an den Maler Egon Schiele, müssen seine freizügigen,offen ans äußerst Obszöne grenzenden Bilder nicht schleunigst entsorgtwerden,bevor eine Muslima in die Verlegenheit gerät,in einem unserer Museen mit der Unverfrorenhiet solch unsittlicher Verworfenheit konfrontiert zu werden?

Der Fall Fränzi muss aufgearbeitet werden

Oder denken wir nur an das Leid der legendären Fränzi? Die Arbeitertochter aus Dresden diente in einem Alter, in dem Mädchen heute die Grundschule besuchen, den Brücke-Malern als Modell. Kirchner, Heckel und Pechstein nahmen sie mit zu Bade-Ausflügen, wo sie ihre Nacktheit in expressionistischem Pinselduktus und Kolorit als frei und exotisch idealisierten. Muss dieser skandalöse Fall nicht heute noch aufgerollt werden, mit der Konsequenz

diese Künstler post mortem als Täter und Kinderschänder zu überführten und aus unseren Musseen zu entfernen? Müssen wir sie nicht bald alle entsorgen oder die Missbrauchsbildnissse nicht wenigstens mit Burkas überziehen. Aus Gründen der Toleranz,der Solidarität und der Empathie mit unseren vielen Geflüchteten und Fremden?Es ist so weit, wehret den Anfängen der neuen Prüderie und des Tugendterrors,sonshaben wir bald Zusände wie in Riad oder Teheran.

Short Story

Als man vor Jahrhunderten die Vernunft entdeckte und sie bald zum Ersatz aufGottes Thron erhob, fiel sie bald in die Hände jedermanns, und man zerredete und zerfledderte ihren Begriff, bis sie in unseren Tagen in Gestalt eines mageren, sterbenskranken Greis‘ ,wie der 120 jährige Cassanova, der sie wohl einst als erster geraubt und geschändet hat, uns anbettelt, sie doch endlich ganz aus unserem Gedächtnis zu streichen.