Ein Vogelschiss

Ein Vogelschisss erschüttert das hellste Deutschland. Ein böser Mann stieg auf die Leiter und entdeckte ihn auf dem Dach der deutschen Geschichte, die er eine erfolgreiche nennt; dort oben habe er den Vogelschiss gewahrt, dieser Schiss sei im Grunde die Nazizeit gewesen innnerhalb und zur schweren Erschütterung des deutschen Volkes , dem man nun diesen Vogelschiss aus den Augen wischen müsse. So ähnlich außerte sich der böse Mann von der Statur eines Oberförsters. Wie immer in solchen Fällen rief diese Unverfrorenheit sofort die Kommission für tragische Gegenstände auf den Plan, die die Metapher eines Vogelschisses für unerlaubt, ja als eine Verhöhnung der Hitleropfer ansah und scharf kritisierte . Auch ein oberster Sprachreiniger von der Abteilung für Sprachnorm und rote Linien im Metapherngestöber verurteilte die Metapher als vulgär und sittenverrohend.

Doch niemand bemerkte bisher, dass der Vogelschiss nicht das eigentliche Problem sein kann. Allenfalls eine Geschmacksache wie die zahllosen Arschvergleiche, die es längst bis in die betuchtesten Kreise hinein geschafft haben. Auch die Sprachbilder feiern Karrieren, folgen dämlichen Moden. Wer säße heute nicht alles am liebsten auf der berühmten Terrasse der Augenhöhen? Der grüne Bereich ist sehr alt geworden und bräuchte dringend ein Relaunch. Ähnlich die Post, die im Realen oft gar nicht mehr abgeht. Auch Metaphern altern schneller jetzt, aber keine Metapher lässt sich bewerten oder zensieren in der offenen Gesellschaft , wie man sagt. Der schlechte abgestandene Witz des Oberförsters ist seine bodenlose Behauptung einer tausendjährigen deutschen Erfolgs-Geschichte. Dieses fake eines Begriffs kommt aus der Werbeagentur, welche dem bösen Mann auf der Leiter gehört. Er liebt den Tabubruch. Tabubrüche waren die Motoren der modernen Kunst und erzeugen seither größte Aufmerksamkeit und sie locken den Gegner in die Falle . Der Gegner dämonisiert jetzt den bösen Mann, den Oberförster und seine Jagdgenosssen. Und natürlich utersagte auch die Ethilkkomission und die Organisation für Verantwortung und Würde  sofort jegliche Zusammenarbeit der Demokratinnen und Demokraten mit dem Oberförster. Dieser nun, wieder von allen Scheinwerfern und Medien angestrahlt , nutzt munter die Gelegenheit, sich zu entschuldigen, er habe mit dem Vogelschiss die Nazi und Hitler verhöhnen wollen. Es täte ihm leid, wenn man das Sprachnild so missverstehen konnte. Das war nie seine Absicht, nein nein. Er hat sich entschuldigt, sagt sich das Volk, er weiß, was sich gehört. und man ist sich sicher, die anderen werden einlenken, sie werden ihren Boykott nicht durchhalten, wie es ja auch bei den Extremen auf der anderen Seite gelaufen ist. Allerdings hat sich inzwsichen herausgestellt, dass der Vogelschiss auf dem Dach der restaurierten deutschen Geschichte bisher nicht zu entfernen ist. Welch ein Zeichen!!

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Thea Dorn – Kulturdame der Nation

Thea Dorndies Pseudoym soll sie als populäre Philosophin ihrem Theoriegott Theodor W.Adono abgelauscht und nachgebildet haben, freilich: sie ist sehr klug und wird das Rennen wieder machen. Ihr ist es immer wieder geglückt, ihre Fähnchen pünktlich in den Zeitwind zu platzieren. Trat sie vor 12 Jahren noch als forsche, fesche Modernistin und Vertreterin der europäischen Aufklärung gegen Pater von Gemmingen an, im Fernsehen, “ Tut mir Leid Pater, aber ich brauche keine Religion mehr, sorry, ich bin aufgeklärt, ich glaube an die kritische Vernunft, das reicht mir.. (grins)““ – so nähne sie solches harte Bekenntnis heute gewiss sicher und sanft zurück, um mit ihrem moderaten, ja geradezu damenhaften Patriotismus von neuem und ganz oben auf allen Bestsellerlisten zu glänzen. Sie kennt die mysteriösen Straßen zum Erfolg, sie kannt auch Denis Scheck, den Bücherpapst gut, das muss ihr der Neid schon einmal lassen.

Sie macht das Rennen wieder, zweifellos. Heute würde sie Pater Gemmingen natürlich anschließend zu einem Gläschen einladen , um ein bisschen über Geistiges und SO zu plaudern. Sie hat ja auch einmal Latein gelernt.

Übrigens: Sie liebt seit ihrer Pubertät das Werk Richard Wagners, den deutschen Wald, die Volkslieder, Grimms Märchen und überhaupt. Sie macht aus alledem keinen Hehl mehr.

Das ging schnell, bis sie sich solcher Rede wieder anzuvertrauen traute. Das heiße ja nun aber nicht, fügt sie ihrer neuen Haltung sofort hinzu, dass sie nun zu allem Ja und Amen sage, was deutsch sei. Auch für sie -ihretwegen- deutsch sei. Und schon gar nicht heiße das, dass ihr humaner Patriotismus nun gar der Verleugnung oder Verdrängung des Holocaust dienen solle. Nein, im Gegenteil. Sie diskutiert oft Nächte lang mit ihren jüdischen Freunden genau darüber. Logisch. Nein, im Ernst. Sie ist als Schriftstellerin in der Tat ein fleißiges Lieschen. Was sie schreibt, hat sie alles gelesen, und ist im Wesentlichen schon früher, zum Beispiel in der Romantik schon, behauptet und geträumt worden. Sie hat den Wandel von der radikalen Modernistin zur modernen Kultur-Erbin und Traditionalistin bereits geschafft , diesen Wandel, der einem riskanten Grenzgang gleicht oft, das sagt sie auch. Diesen Wandel von dem man schon lange in der Werbung und auf den Firmenwebsites der Spar-und Volkskassen liest. Aber wird der dort auch gelebt? nein. Doch sie kriegt das hin. Sie kann in der Früh mit Jimmy Hendrix aufstehen und mittags schon wieder in ihrem Heine blättern und ein Klavier Stück Chopins dazu hören.

Thea Dorn schafft das. Den Banken und Volkskassen kann sie sogar ihre Text- Hilfen anbieten. Wie formuliert ein moderner Mensch, der deutsch ist und sein Land liebt, bei allen Vorbehalten natürlich, wie macht das ein Mensch, der wie sie Kritik und Liebe zu verbünden weiß, dass eben dieses Hochgefühl zugleich normal und beinahe in Demut  erklingen kann? Folgen Sie Thea Dorn, sie begleitet alle besseren Mittelständler, die zwischen U und E keinen Dünkel mehr nötig haben, als Fähnleinführerin durch alle die kommenden Stürme und Umbrüche.

Umbruch im Krähwinkler Tal

Traumprotokoll: Ich hatte neulich einen derartig komplexen Traum, dass ich ihm jetzt schon Tage lang folge, um nochmal dort und da einen Zipfel der Story zu entdecken. Aber er flutscht mir wie ein Fisch immer wieder davon. Bisher habe ich mir die Story folgendermaßen zusammen gereimt:, wobei ich nicht sagen möchte, ich hätte den wahren Kern der Sache schon erkannt.

Eine sexy junge Frau, sehr politsch auftretend, Bärbel hieß sie, glaube ich. Sie treibt den Abriss großer Flächen von Kräwhinkel voran, um dort einen ökologischen Garten der Zukunft zu errichten. Sie wird dabei von namhaften Architektenvereinen finanziell und politisch unterstützt. Sie macht sich mit ihren grellen Thesen überall unbeliebt- wenn sie zum Beispiel sagt: nur ein Abriss könne die Katastrophe der tradionellen Stadt Krähwinkel im Sinne eines modernen Standortmarketings noch retten – , zumal sie sich auch noch sehr aktiv für die Flüchtlinge einsetzt und diesen Einsatz zur Kunstaktion erklärt, wofür sie Gelder vom Kuturfond des bayrischen Staats bezieht. Ihre Kampagne war ganz auf sie, Bärbel gestellt.Die Lokalpresse sprach deshalb von einer einseitigen Focussierung. Alles bediente sich damals gerne der Fußballvokabel focus, fokussieren. Um junge Wählerstimmen für sich zu werben, gründet sie ein großes Rockfestival, das weit über Krähwinkel hinaus Bedeutung erlangen soll. Hinzu kommt , dass sch der steinreiche Fremde , ein märchenhafter Scheich aus Arabien meldet, der im Gebirgstal von Krähwinkel den Sport sponsern will, den Wintersport wie auch den Fußball. Zum anderen engagiert er sich stark für den schon länger tätigen Verein zu einer Errichtung einer Moschee inmitten des kräwinkler Tals, direkt neben dem großen Golfhotel und nur wenige 100 m weit zum großen Stadion, der sog. Allgäuer Arena. Bislang war Bärbel G. an diesem Verein nicht sehr gelegen, da sie, wie sie immer betonte, für die Aufklärung und die Moderne stehe, nicht für bloßen Traditionalismus und Umweltzerstörung, wie sie polemisch diese an sich disparaten Begriffe immer wieder zusammen nennt. Jetzt aber, da sie ihre Gegner von der modernen Bauernpartei in der Moscheefrage klar schwanken und zurückrudern sieht, der Bauernpräsident hielt in der Münchner Kathedrale, live aufgezeichnet von mehereren Fernsehanstalten,eine scharfe Rede für die Religionsfreiheit in ganz Europa  und outete sich als Moslem, „ich bin Moslem und das gut jetzt“obwohl ihn, den Geißler Luggi, bisher jeder nur als Erzkatholiken kannte. Das war ein Eklat, der Bischof bekam spontan  einen h`Herzanfall, der Gottesdienst musste abgebrochen werden, viele Krähwinkler  liefen stundenlang ratlos in den Wiesen des Ortes herum, als ob sie nachdächten. 

Aber ich will nun nichts personalisieren, in der Bauernpartei hat man allgemein erkannt, dass man den märchenhaften Scheich, der soviel Gutes und Zukukunsträchtiges finanziert in Krawinkel , nicht gut im Regen stehen lassen kann. Bärbel sah sich durch diese politische Konkurrenz gezwungen eine Initiative zu ergreifen und tatsächlich, sie geht auf den Scheich zu. Dieser erweist sich sofort als ein mieser Macho umd macht sie unsittlich an, wie das zu erwraten war, sie steckt das nach dem ersten Schock weg, weil ihr der politische Zweck letztlich wichtiger ist als ihr Schmerz also der eigentlich zutiefst verletzten Frau. Dise Karte könnte sie immer nich ziehen. Abwarten. Bärbel setzte jetzt auf Abwarten. nur nicht hudle,sagen die Krähwinkler in ihrem sonst etwas rauhen Dialekt.

Das wiederum bemerkt die Reporterin von Allgäu TV, die Bärbel G. auch über das Thema: der Scheich interviewt und Bärbel ahnte nicht, welche Naivität die Reporterin des Allgäu-TV dazu verführen würde, alles was sie mit ihr neben der Szene gesprochen hatte, prompt dem Chef der Bauernpartei zu berichten. Die Reporterin namens Gabi Bücker-Dorn,- ich weiß jetzt nicht ,ob der Name so genau stimmt, aber es war ein Doppelname in dem Traum, das weiß ich, also jedenfalls, sie leistet sich dem Chef der Bauernpartei Alfons Braumeier -genau so hieß er, endlich– Die gute Gabi machte die insdiskrete Bemerkung: „Herr Braumeier, da müssens aufpassen, die Frau ist eine geborene Hure, Tochter einer Hure schon, eine Prostituierte verstehen Sie-“ dem Braumeier schwante gleich ein Geschäft.. jaja dachte er da bin ich mir sicher, die ist so skrupellos und lässst sich von dem Araber vögeln, das steht für mich fest.

Hier mache ich im Film zum Traum, der nebenher schon immer lief auf einer anderen Gehirnbahn, da hab ich mir gedacht einen Schwenk in die nächste Szene: Traditionelle Gast-Wirtschaft: mit Sportrophäen und Jagdbeutestücken reich verziert. Der Kommisaar Kuftinger, bekannt durch Funk und Fernsehen, er ist wie sein Markenzeichen es gebietet: er isst seine Kässspatzen. Die Bedienung spricht ihn an auf den Fall, dass der Bärbel G., der grünen Hexe, ja wohl etwas etwas passiert sei. Kluftinger sagt, „hören Sie Fräulein Sophie, wenn sie, die bekannte Oppositionspolitkerin als betroffenes Opfer keine Anzeige erstattet, sondern behauptet es sei ja gar nichts gewesen, kann ich nicht ermitteln. Jurischisch gesehen so gesehn verstehen Sie leider weil wie Sie wissen ermittle ich gern und bin drum schon in einigen Romanen aufgetreten..  ..“

Die Bedienung bekundet ihren Abscheui und schimpft: „wenn ie mein Gratenzaun rosa anstreiche tät, isch des Gschrei gleich groß.. wegen Dorfverschandelung und so.. was halt .. saget se.. aber bei dene Ausländer die könnet sich alles erlauben. gell „(erbost ab.)

Ein anderer Gast kommt vorbei und wünscht dem Kluftinger einen Guten:Appetit: „gell, die Kässspatzen hier sind einmalig, aber was anders Herr Kommissar, haben Sie schon gehört, bei uns soll jetzt direkt an den Platz da draußen  eine Moschee hinkommen,was sagen Sie jetzt dazu?

Kluftinger bestellt nochmal eine halbe Bier und äußert sich nur abwinkend: “ des isch no lang it amtlich, d‘ Leit sind langsam hysterisch..wegen dene Ausländer“.

Schnitt, am nächsten Tag.

Szene: Bärbel G. im Gespräch mit ihrer Freundin Elke,die sie fragt : „sag mal Bärbel ist dir wirklich nix passiert mit dem reiche Scheich do bei uns .?“

Bärbel: „ach was, es gab eine heftige Ausseinandesetzung weil ich natürlich sofort die Frauenfrage angeschnitten hob, klar..  -usw.“  hier musss ich noch in meiner Fantasie recherchieren, hier verlass ich den Traunstoff vielleicht ganz und wende mich wieder der roheren Realität zu, wo du und ich, ja wie man sagt- ehrlich: ich glaubs nie ganz- wo wir auch alle  leben sollen….

Die Schrumpfdeutschen

Das windschiefe Verhältnis zur hochdeutschen Sprache , das die meisten Landsleute, die -ganz im Ernst gesagt,- die B2 Deutschprüfung für Ausländer nicht bestünden, das Dilemma wurde mir wieder klar anlässlich des aktuellen Genderangriffs auf unser Deutsch. Auf das Deutsche schlechthin. “ Du solange es nur um Sprache geht“, winken sie ab, „weisst du.. pardon aber es gibt andere Probleme, schau: den Dieselskandal, den Klimawandel undsoweiter ..da kann ich mich aufregen, aber Sprache was solls, verstehsch,was liegt schon daran“. Auch die Deutschlehrer an den Gymnasien winken ab, heute bei der Technik und die Jugend, radebrechen sie, das ist nun mal so, dass ihr fak ju Göte zehnmal näher liegt als irgendein  komplizierter alter Text des Klassikers selbst. Das kannst du nicht mehr ändern. Jaja und sie wollen es auch alle gar nicht ändern. Sie quatschen an jeder Ecke viel von Bildung, haben davon aber keinen Begriff und können es in Deutsch auch gar nicht sagen, was sie meinen. Sie meinen mit Bildung nur Computerkurse. Aber Bildung klingt nobler. Weil das Wissen, meinen sie, kann man sich eh jederzeit bei Google abholen. Es geht nicht um Wissen, schreibt das offizielle Kultusministerium BWs , ohne zu erröten, an die Deutschlehrer. Es geht um Sprach-Kompetenz, ohne Wissen, tja da hat der nackte Inhalt wie bei der Claudia Roth den absoluten Vorrang, vor dem Formelkram, wie sie sagen. Ob da nun ein Komma sitzen muss oder ein Fall faslch gelegen kommt, alles unwichtig. Kompetenz ist Trumpf. Und die Deutschlehrer, brave Befehlsempfänger wie eh und je schlucken die Kröte und denken sich wenig. Der Niedergang hat offizielle Weihen erfahren überall. Die Verlage, die den Lehrbuchschrott herausgeben und zwar alle ohne Ausnahme, wie sie heißen, Klett, Cornelsen, Schubert usw. alle genieren sich auch gar nicht als Adjektive immerzu nur toll, super und nett anzubeiten. Damit müssen die Fremden erst einmal auskommen, den Rest werden sie dann schon selber zusammen klauben. Ein Staat nimmt sich so selbst gar nicht ernst, verleugnet seine Identität eher, als dass er sie auszuformulieren wagte. Das könnte ja sofort wieder eine Minderheit aufscheuchen, die dann die Medienmeute zu Hilfe holt. ..oh ja. Das kann dann nur schiefgehen. Die absurdesten Beispiele wie sie deutsch missverstehen, meine Landsleute, erlebte ich auch als Texter für die Kommunikation und Unternehmens-Werbung. Wenn ich da für einen Kieferorthopäden und für seine todschicke Glitzer- Praxis einen Text schrieb, konnt es vorkommen, dass er sagte: “ Also wissen Sie, der Text ist schon so ok. und Sie sind ja da auch der Fachmann, gell, aber meine Frau hat auch gesagt, vom Hocker reißt uns das noch nicht. Da fehlt noch irgendwo der wie soll ich sagen der Pepp oder der Kick oder klack oder ich weiß nicht wie Sie dazu sagen.. oder mal ein Tupfer in englisch .. da wirkt das alte deutsch sofort jugendlicher moderner ..wissen Sie was ich meine..“ versuche es langsam, ich ..“ ja wie bitte ..ich denke Sie verkaufen ja keine Popmusik oder sonst einen Medienknüller, sondern sind ein seriöser Kiefernorthopäde..“ Das hilft nichts. er bleibt dabei:

“ ja schon, das ist richtig …aber wissen Sie .. “ sie können es gar nicht sagen, wie verquer sie denken..aber warum sollen sie bezahlen, was so normal und alt klingt wie das Hochdeutsche, denken sie.. und das schlimmste ,sie erkennen in ihrem Sprachdefizit, in ihrem Mangel an Fantasie und Ausdruckskraft nicht das geringste Problem. Die Schönheit der Sprache, ihres Klanges, ihrer Melodien und ihres ungeheuren Nuancenreichtums ist für sie nicht der Rede wert. Fast so wurscht wie eine Leberkässemmel. Genau daran geht die Nation zu Grunde, nicht bloß an der Politik, die ja bezeichnenderweise so sprachlos ist wie noch nie in der Geschichte- abzüglich der verfluchten 12 jahre der Schande, natürlich.

Özil, Erdogan und die Fußball-Deutschen

Man stelle sich vor, der Özil schießt ein Tor für die Deutschen oder der andere Agent Erdogans fädelt eines ein, der Jubel könnte rasch faul werden und versauern. Es hat den beiden offenbar geistig etwas Minderbemittelten Deutschtürken einfach kein Deutschlehrer bisher die Bedeutung von national beibringen können. Es heißt doch deutsche Nationalmanschaft, verstehen Sie, sagte Präsident Gündel zu den beiden bösen Buben. Klose und Podolski und auch Boateng haben das längst begriffen. In dem Wort steckt wie in der Nationalhymne auch ein großes Gefühl, Gündel bemühte sich redlich, um die beiden wieder zurückzuführen. Aber letztlich haben das die beiden so wenig verstanden wie die honnetten Herrn Löw und Steinmeier. Als geborene Jasager in ihren Ämtern haben sie sich gesagt: gut, das war jetzt vielleicht.. etwas.. naja.. wie kann man sagen.. aber man darf die Sache doch nicht gleich so hoch hängen. Es geht ja im Grunde um Fußball. Ist ja nicht so schlimm oder? Steini und Löw , beide haben den beiden Türkdeutschen gut zugeredet, sodass es denen irgednwie auch Leid getan hat. Sie wollten ihrem türkischen Präsidenten nicht so direkt in den Arsch kriechen, nein das wirklich nicht, beteuerten sie, es mache sie schon auch stolz von Präsident Steinmeier persönlich empfangen zu werden. Auch Heimatminister Horst Seehofer habe mit ihnen schon telefoniert. Und das Gespräch, sagte Steinmeier anschließend zum Stern, sei sehr entspannt und äußerst friedliebend verlaufen. Man habe sich über Fußball gut unterhalten und freue sich auf die WM in Russland. Falls Erdogan dort auch erscheine, habe Löw bereits zugesichert, den beiden keinen Ausgang zu gewähren, wegen Trainingsrückständen. Oliver Brierhoff, der sehr gute Beziehungen in die Medien und sogar in die BILdzeitung hinein hat, will sich bemühen, die Erdogandelle der beiden Ballartisten wieder auszubügeln. Es wird wieder alles gut gehen, sagte auch Johannes B.Kerner, der sich dafür einsetzen will, dass die beiden Sündenböcke die nächsten Male bei der Nationalhymne laut und deutlich mitsingen werden. Der Text sei nicht so schwer zum Lernen. Schießlich könne es doch nicht einmal in Erdogans Interesse sein, dass die AFD aus der Affaire wieder ihr Süppchen koche.

Die guten und die bösen Märchenerzähler

Es wirdjedesmal zum großen Problem, wenn die professionellen Träumer, die Dichter ausfallen oder nicht gefunden werden in ihren Verstecken, dann träumen die Dilettanten und Geschäftemacher.

Gegenwärtig sind das die neuen Nationalisten, freilich nicht nur hierzulande, sondern in ganz Europa. Und auf der anderen Seite unüberhörbar die liberalen Sprücheklopfer ,die neuen Weltoffenen, die Supertoleranten. Die einen führen uns in die glorreiche Vergangenheit zurück, in der wir Deutschen ganz tolle Hechte und wahre Weltmeister gewesen seien, und zwar in der Zeit längst vor den verfluchten 12 Jahren. In der Tiefe der Traditionen der Staufer, der Welfen, der Hohenzollern und wie sie alle hießen die wahren Narren und tollkühnen Heidewitschkas.

Die anderen, die Guten, wie sie sich dünken und nennen, die total Aufgeklärten, -an ihrem Lieblinswortt total erkennt ihr sie jederzeit- sie also erzählen uns von der goldenen Zukunft, in dem frisch renovierten Schlaraffenland, wo wir gar keine Nationalität mehr nötig haben, wo die Dimge selber denken, weil wir Weltbürger geworden sind und in dem weiten Kosmos überall einen offenen Laden mit innovativen Geschäftsmodellen betreiben können, wo jeder und jede willkommen ist, ob Kunde oder auch nur Gast. Ja, wer nicht an Gott glaubt, glaubt eben an jeden Mist, sagte der Philosoph und verstarb rasch.

Ich frage mich, wie könnten wir noch einmal nüchtern werden oder wie könnten wir jetzt zu den Sachen zurückkehren, die wir seit Jahren im Stich gelassen haben, um den falschen Träumern zu folgen. Wir wollten doch einst frei nach Brecht und Heine, Biermann, Grass und Konsorten aus der Geschichte etwas lernen und stecken nun wieder in den Markthallen des Wunschdenkens und des Sozialkitsches fest. . Dabei heizt die eine Seite der Gutmenschen die andere Seite des stockdunklen Landes, wie der Gauck selbst dichtete, auf und schürt die Illusionen der Geschichte wie der total humanen Zukunft. Nein, wir haben nichts aus der Geschichte gelernt, wir wollten sie ignorieren und austreten aus ihr. Aber das Böse lässt sich mit der Weisheit der Sozialpädagogik und des dualen Systems eben nicht vollkommen aus der Welt schaffen. Auch wenn die Superhirne von Silicon Valley uns genau das weis machen wollen mit ihrer neuen Erfolgs-Religion.

Unsere Geschichtslehrer waren unaufgeklärte staatlich gemästete Diplom-Dummköpfe. Das rächt sich jetzt hoffentlich nicht schon gleich wieder.

Joseph Beuys unter Naziverdacht

Jetzt haben sie den guten alten Joseph Beuys am Haken. Er soll auch ein Nazi gewesen sein einst und den braunen Glauben auch nie ganz aufgegeben haben, sagt ein Herr Riegel,der eine gigantisch umfangreiche Biografie geschrieben hat über den Künstler und modernen Schamanen. Dieser soll sich als Wiedergänger Rudolf Steiners erlebt und begriffen haben und dessen Anthroposophie i in die Chiffren seiner Kunst übersetzt haben. 
Das alles wäre nie augeflogem,auch nicht die Erfindung seines Ursprungsmythos, dem zufolge er bei einem schrecklichen Flugzeugabsturz am Ende des Kriegs von Tataren aufgefunden un mit mit Fett und Filz . die von ihm geadelten Materialien der Heilung – wieder zum Leben erweckt worden sei. Alles Lüge, pure Fiktion für die Kunst,. Da Beuys aber den Fehler gemacht habe, diese Mythen auch für die Politik in der Gesellschaft fruchtbar werden zu lassen , etwa durch sein Engagement bei den Grünen, deren linke Kader ihn aber bald aus der Partei vertrieben haben, da er also seinen esoterischen Wahrheits -Anspruch auch auf die Politik ausbreiten wollte, mache das die ganze Beuysverehrung suspekt und ganz unappetitlich. Ein brauner Schatten fällt über sein Werk und Wesen. Wer war er wirklich? Was sollte sein endloses Geschwafel vertuschen? Seine Nazivergangenheit? Die apokalyptischen Zeichen und Symbole in seinem Werk wären also auf sein Untergangserlebnis 1945 zurückzuführen? Mal sehen, wer jetzt alles in der Anklagebank erscheinen und als erster soweit gehen wird, die Entfernung seiner hoch geschätzten und bezahlten Werke aus den Museen zu fordern? Alles denkbar nach den Turbulenzen der so großen Künstler wie Woody Allen und Roman Polanski, die wegen ihrer moralischen Verfehlungen aus allen Kulturprogrammen gestrichen werden sollen. Die jüngste Geschichte entlässt immer noch Gespenster aus ihrem Innern, oder ist es gar nicht die Geschichte, sondern nur deren selbsternannte Nachtwächter und Angestellte. .