Die Aufständischen aus Bayern

FAZ.net „Man findet populistische Formeln inzwischen auch bei Politikerinnen und Politikern aller demokratischen Parteien im Bundestag, von der CSU bis zur Linken. Wie die AfD die Grenze des Sagbaren verschiebt“- Jetzt lesen mit #FAZplus

Bayrischer Eklat . Horst Seehofer droht mit bayrischem Alleingang in der Flüchtlingsfrage . Er riskiert seine Entlassung als Minister und er soll te sich nicht täuschen, Frau Merkel hat schon einige Häuptlinge und Präpotenzler der CDU aus dem Rennen geworfen. Einmalig aber ist: Der Generalsekretär der CSU setzt Frau Merkel ein Ultimatum, 7 Tage, dann müsse sie einlenken. Das ist zum Schießen und noch gar nie vorgekommen seit dem Krieg. Und das auch schon im ersten Akt des Dramas, wo die Szene gar nicht hingehört und drum wie ein einziger Schnellschuss anmutet. Frau Merkel scheint diesen Schuss in den Ofen indes in ihrer üblichen Sachlichkeit zu ignorieren.

BILD Live: Machtkampf im Asylstreit zwischen Merkel und Seehofer eskaliert

Doch Markus Söder ist auch in Berlin und meint, man könne nicht länger auf Europa warten, man müsse auch endlich an die eigene Bevölkerung denken, nicht immer nur an Europa und er will „eigene Duftmarken“ aus Bayern setzen und voran gehen, dann wird Europa schon nachkommen. Er zeigt sich ungeduldig und unterstützt seinen ehemaligen Chef voll . Es klingt sehr dramatisch alles .Und da kommt auch wie gerufen schon Landesgruppenchef Dobrindt um die Ecke und findet: Die Situation im Augenblick ist eine historische. Ach ja, diese ehrwürdige Vokabel wieder.

Jetzt warten wir noch auf den Andy Scheuer, was der noch zu sagen bzw. zu drohen hat?

Ein Aufstand findet nicht statt

Ach all die Freunde, die sich angesteckt haben an der Hypermoral, die nicht mehr rauchen, auch im Sommer mehr Eistee trinken als Bier, denn alle wollen schließlich gesund bleiben, all die Freunde, wie sie sich nannten, verziehen sich allmählich. .

Alle treiben lieber viel Sport, sogar die Diskothekenbesitzer. die Radlerinnen und die Autoverkäufer ohnehin. Sie alle machen sich fit für die Digitalisierung, die für einige schon gekommen scheint , von anderen nervös jetzt stündlich erwartet wird. Die Zukunft wird auf alle Fälle eine gigantische Leistungssteigerung bedeuten, denn wer nicht fit ist, wird abgehängt. Das kann gnadenlos werden.

Dennoch siecht  der allgemeine Tugendterror  allmählich dahin. Trump reißt ungeniert alle bürgerlichen Dekorationen herunter, hinter  denen sich die akademischen Trittbrettfahrer und Moralin-Philister bisher verstecken. Rätselhafte Geschichte, wo die Wende  immer von ganz unverhoffter Seite hervorbricht, plötzlich jetzt wie Trump, der mich sehr an die Figuren des Absurden Theaters erinnert, auch an Jarrys König Ubu. Auch an Dürrenmatts Romulus und Frank V. die Absurden- europäische Dichter und Denker- haben den Braten schon in den 50er Jahren gerochen. Die 68er wie Peter Stein und Leute wie Rieschbieter, der dicke große  Professor, verwarfen Ionescos Werke, wie die von Witkiewicz , Mrozzek  und Audiberti und vielen anderen , da diese kein richtiges gesellschaftliches . Bewusstsein hätten.. Dieses deutsche Verdikt,dem sich auch die Kardinäle der DDR Kultur anschlossen, versperrte uns die Sicht auf die fanatsievolleren Poeten und Denker in Frankreich, auf dem Balkan, in England  und in Polen. Wir haben bis heute trotz Kafka keine Vorstellung von der gewaltigen Unlogik des Absurden,das unsere Ordnungsübungen und Schulzwecke  seit Jahrzehnten schon einem Höllengelächter aussetzt. Ein rätselhafte Macht, die unsere rationalistischen Abwehrmeinungen so grotesk erscheinen lassen, als wollten wir mit allen Mitteln und Giften unserer Hochtechnologie den Klimawandel ins Netz  integrieren, dort dann besiegen und hinter uns lassen. Eine riesige Illusion, wie sie gewöhnlich nur die großen Weltreligionen zustande bringen.

Das gesellschaftliche -Gespensterwort irrt immer noch bedeutungs-schief in allen Räumen herum. Alles mögliche wird dadurch erklärt, dass man es als gesellschaftlich bezeichnet. Ein Wort wie jedes andere wie das Wort modern zum Beispiel, es sagt auch nichts und jeder meint, er habe trotzdem etwas Wichtiges verstanden. Statt gesellschaftlich  konnte man auch kalt immer sagen  oder modern oder warm, egal. Die Moderne oder die Kälte, aber es gab auch Wärmezonen darin manchmal, behaupten sofort wieder andere.  Also man weiß nichts Genaues oder Konkretes.

Frau Kipling und Onkel Bartsch von der Linken und auch das süße Schnäbelchen Anna Lena von den Grünen, die die ganze Welt retten will, sie reden alle noch immer gerne von den gesellschaftlichen Bedingungen, die sie bekämpfen und reformieren werden. Gott schütze uns vor der süßen Maus, die glaubt, sie könne bald schon fliegen.  Unvergesslich die Chose wie weiland Brüderles Dirndlsexismus, – machte er doch tatsächlich spät nachts noch eine Sternjournalistin an -aber nicht wie ein Verbrecher,  nein,  eher wie ein Weinkönig, der sich auf Kavaliersdelikte versteht – usf…. unvergesslich auch die historische Metapher vom Vogelschiss, die Bösewicht Gauland in den Ring warf und enorme  Turbulenzen damit erntete. Sogar ein Sprachforscher und ein Historiker –warum war schon wieder keine Frau dabei, frag ich mich doch ? – traten auf den Plan und wiesen nach, wie sie glaubten, dass die Metapher vom Vogelschiss, so wie Gauland sie intoniere, wahre Millionen von Hitleropfern verhöhnt habe, die Metapher schaffte das. Schier unglaublich..? .  

Zurück zum Brandaktuellen: Natürlich  hätte der Superhorst aus Bayern jetzt die Gelegenheit, Madam Angela zu stürzen. Ich vermute, dass er im Moment gerade noch fleißig  telefoniert, um die Duckmäuser aus der CDU zu überreden, aus ihren Verstecken herauszutreten und für ihn und seine verschärfte Flüchtlingsbekämpfung zu votieren. Aber dann müsste der Horst stracks auf den Kanzlerposten zustreben,- wird er das tun? Nein, eher nicht, er ist doch ein Zauderer, der eine Revolte mit seinem  viel zu weichen Charakter nicht  schaffen kann. Nein, nein, der Horst hat nichts vom F.Josef Strauss. Das hat sich ja schon gezeigt bei seiner Niederlage gegen das  windige Medien-Kasperle  Söder. Auch dieser Bruder Leichtfuß kommt häufig vor bei den Absurden übrigens. und wurde immer übersehen vom Publikum, das nun auf den Markus drum hereinfallen musste. Ich gebe zu ich genieße die Schadenfreude, wenn das Massenpublikum dem Hans Wurst, dem urdeustchen Archetypus auf de Leim geht und sich von ihm die Welt erklären lässt. Das hat etwas von einer Real-Komödie, die ein nachhaltiges authentisches Lachen, wie sie jetzt gern sagen, erzeugt.  

Ich fühlte mich wie in einem Luis Trenker Sktetch, als ich sah  wie der Söder jetzt die Kreuze selbst anbrachte und sich filmen ließ vom Bayrischen Fernsehen. er geniert sich kein bisschen, mit dem Heiligen ernsthafte Späße  zu inszenieren,aber was heißt heilig? Darf das Heilige denn keinen Markenkern haben?Seien wir nicht päpstlich, haben wir einfach auch einen Humor.  Das war doch was Drolliges mal für das Geschichtsbuch, -denn in der Geschichte wird nicht nur herum geirrt, sondern auch gelacht oft. Auch Karl V. habe in seiner Jugend sehr viel gelacht. Im Grunde war die Kreuzperformance gar  nicht zu toppen. Erinnerte mich auch ein bisschen daran, wie die  bürgerlich Konservativen , wie sie sich dünkten, auf den niedlichen Christan Wulff samt seiner Traumfrau reinfielen, weil er immerzu so schön gekämmt war und seine Bügelfalten so scharf und astrein waren, wie man sie eben  in Hannover noch liebt. Freilich als Staastoberhaupt in den Luxusvillen der Superreichen wie ein Sozialschmarotzer Urlaub  nachen, das war kein starkes Stück. Das konnte er nicht verantworten, dazu fehlte im Witz und Selbstironie. Nein, aber ich bin abgekommen vom Thema Horst. Der Horst wird den Sturz Merkels wieder versäumen, und einige Duckmäuser in der CDU werden zwar anonyme Posts ins Netz stellen, aber sich nicht outen. Jeder in der CDU erinnert sich noch an die zögerliche Revolte Lothar Späths gegen den dicken Kohl, sie endete im totalen Desaster.

Aber komme was auch kommen muss, ich achte fortan eisern auf meine Heiterkeit, wie viele andere auf ihren Zucker, ich sag mir, bloß nicht den Übermut verlieren, mit dem ich im kollektiven Unbewussten im Netz  herumstreune, dann ab und zu wieder was Gescheites ( B. Croce)  aus der Vergangenheit lese und oft auch ein Gegenwarts-Romänchen aus den USA, wie das soeben bei Ullstein erschienene Buch “Fische” von einer Frau Broder. Viel Tristesse, viel Pornomüll darin, aber auch  echte Verzweiflung und Angst vor der großen Leere. Die Jubelfeiern die das Feuilleton jüngst abzog, anlässlich des Todes Philip Roths, haben mich gar nicht überzeugt. Ich weiß, dass der Mann sehr süffig schreiben kann, aber denkt er auch tief genug, frag ich mich als typischer Deutscher, lachend.  Aber gut, Roth ist eh nicht mein Fall.

Genieße so gut es nur geht den Sommer, der hier in der Allgäuer Pampa besonders schön ist wegen der klaren, ganz sauberen Bergseen, – es ist ein großes Schwimmvergnügen —  

 

Ein Gott der Barbaren

Der verrückte Amerikaner erinnert mich an den makabren König Ubu Alfred Jarrys. Jarry hat den Typus schon vor 100 Jahren genau voraus gesehen . Übermächtig, geschwätzig, von maßloser Ruhmsucht und grausamer Fresslust angetrieben.Der Theaterbetrieb hat das leider nicht erkannt, denn er pflegt seine eigenen Bewusstseinsmoden und verkennt pünktlich die Zeit, die auf eine verdrehte Weise so durch ihn sichtbar wird.

Der Ami kommt zum Gipfel, wird aber nur ein paar Stunden bleiben, kündigte er an, um den Hintewäldlern und Jammerlappen aus Europa zu sagen, wie schlecht sie zu dealen verstehen, wie blamabel ihre Ergebnisse sind im politischen Kuhhandel mit dem Iran und den gespenstischen Mullahs die Bärte abrasiert. Da lacht der Ami. Er hätte als blutiger Businessman da zehn mal mehr herusgeholt. Er wird auch heute Früh gleich wieder abflogen sein. .. Denn was soll er mit diesen eingebildeten aber impotenten Europäern schon reden.Ihre Argumente stinken ihn an, er denkt viel moderner, in Slogans. Wenn sie wenigstens den Russen eingeladen hätten, monierte er noch vor dem Abflug, denn mit dem Russen boxt er gern ein paar Runden. Der Russe ist ein echter Kerl, kein Tagträumer und verwechselt wie er nie Politik mit einer sentimentalen Moral. Die Europäer mit einer Frau, einer Deutschen, im Führungsteam, wollen Flagge zeigen, nein Kante, sagten sie, wollten sie ,andererseits aber wissen sie, sie dürfen den Amerikaner nicht zu sehr reizen, Denn vielleicht wendet er sich im nächsten Augenblick dann wieder herum und – er ist wie ein Spielball seiner eigenartigen Natur, eben unberechenbar. Also werden die Europäer von ihrer sog,. Kante zwar reden, sie ihm aber nicht zeigen. Das wäre zu riskant, warnen berühmte Diplomaten, im Falle, dass doch noch ein unvorhergesehnes Ereignis, wie es immer wieder plötzlich hervortritt und alle handelnden Personen jäh wieder auf eine andere Bahn wirft, und zwar dann auch den Amerikaner.

Vielleicht macht der Russe einen Schachzug,der die Dinge von einer völlig unverhofften Seite zeigt. Die Folge im schlimmsten Falle: eine neue amerikanisch-russiche Freundschaft, die die europäische Politik erneut ins Hinterstübchen der Historie versetzte.Ins symbolische Dasein, sozusagen,wo sie ihre Tage verschlafen dürfen wie einst im kalten Krieg. Der Amerikaner findet es wirklich lächerlich, dass die Europäer meinen, sie könnten mit ihm auf einer Höhe verhandeln. Dabei haben sie weder einen starken Willen zur Macht noch eine militärisch irgendwie wirksame Schlagkraft, Sie sind Angeber, Großschwätzer in den Augen des Amerikaners, besonders der neue Franzose, der wie ein kleiner Boxer aus einer anderen minderen Gewichtsklasse daherkommt und herumfuchtelt. „Sie haben nur ihre Gebetbücher immer dabei, die sie mir anpreisen als Rezepte gegen die Politik als Krieg, spottet der Amerikaner gerne über die Schwächlinge aus Europa, mit ihrer prüden deutschen Tante an der Spitze. Ich lach mir gleich tot.“Haha. Der amerikanische Präsident schüttelt den Kopf, nebenbei schaut er sich im Flugzeug noch eine aktuelle Serien- Show an.

Er ist ja ein Mann des Fernsehens,ein Medienguru gewissermaßen, er holt sämtliche seiner Ideen aus dem Fernsehen.Wenn die Europäer einen Funken Grips hätten, studierten sie statt des Charakters des Präsidenten, besser das amerikanische Fernsehen, dort ist er gut sichtbar in einigen Rollen,, immer eingeblendet, dort sitzt er im Hintergrund, der Gott des mächtigen Zeitenwinds.

Ein Vogelschiss

Ein Vogelschisss erschüttert das hellste Deutschland. Ein böser Mann stieg auf die Leiter und entdeckte ihn auf dem Dach der deutschen Geschichte, die er eine erfolgreiche nennt; dort oben habe er den Vogelschiss gewahrt, dieser Schiss sei im Grunde die Nazizeit gewesen innnerhalb und zur schweren Erschütterung des deutschen Volkes , dem man nun diesen Vogelschiss aus den Augen wischen müsse. So ähnlich außerte sich der böse Mann von der Statur eines Oberförsters. Wie immer in solchen Fällen rief diese Unverfrorenheit sofort die Kommission für tragische Gegenstände auf den Plan, die die Metapher eines Vogelschisses für unerlaubt, ja als eine Verhöhnung der Hitleropfer ansah und scharf kritisierte . Auch ein oberster Sprachreiniger von der Abteilung für Sprachnorm und rote Linien im Metapherngestöber verurteilte die Metapher als vulgär und sittenverrohend.

Doch niemand bemerkte bisher, dass der Vogelschiss nicht das eigentliche Problem sein kann. Allenfalls eine Geschmacksache wie die zahllosen Arschvergleiche, die es längst bis in die betuchtesten Kreise hinein geschafft haben. Auch die Sprachbilder feiern Karrieren, folgen dämlichen Moden. Wer säße heute nicht alles am liebsten auf der berühmten Terrasse der Augenhöhen? Der grüne Bereich ist sehr alt geworden und bräuchte dringend ein Relaunch. Ähnlich die Post, die im Realen oft gar nicht mehr abgeht. Auch Metaphern altern schneller jetzt, aber keine Metapher lässt sich bewerten oder zensieren in der offenen Gesellschaft , wie man sagt. Der schlechte abgestandene Witz des Oberförsters ist seine bodenlose Behauptung einer tausendjährigen deutschen Erfolgs-Geschichte. Dieses fake eines Begriffs kommt aus der Werbeagentur, welche dem bösen Mann auf der Leiter gehört. Er liebt den Tabubruch. Tabubrüche waren die Motoren der modernen Kunst und erzeugen seither größte Aufmerksamkeit und sie locken den Gegner in die Falle . Der Gegner dämonisiert jetzt den bösen Mann, den Oberförster und seine Jagdgenosssen. Und natürlich utersagte auch die Ethilkkomission und die Organisation für Verantwortung und Würde  sofort jegliche Zusammenarbeit der Demokratinnen und Demokraten mit dem Oberförster. Dieser nun, wieder von allen Scheinwerfern und Medien angestrahlt , nutzt munter die Gelegenheit, sich zu entschuldigen, er habe mit dem Vogelschiss die Nazi und Hitler verhöhnen wollen. Es täte ihm leid, wenn man das Sprachnild so missverstehen konnte. Das war nie seine Absicht, nein nein. Er hat sich entschuldigt, sagt sich das Volk, er weiß, was sich gehört. und man ist sich sicher, die anderen werden einlenken, sie werden ihren Boykott nicht durchhalten, wie es ja auch bei den Extremen auf der anderen Seite gelaufen ist. Allerdings hat sich inzwsichen herausgestellt, dass der Vogelschiss auf dem Dach der restaurierten deutschen Geschichte bisher nicht zu entfernen ist. Welch ein Zeichen!!

Thea Dorn – Kulturdame der Nation

Thea Dorndies Pseudoym soll sie als populäre Philosophin ihrem Theoriegott Theodor W.Adono abgelauscht und nachgebildet haben, freilich: sie ist sehr klug und wird das Rennen wieder machen. Ihr ist es immer wieder geglückt, ihre Fähnchen pünktlich in den Zeitwind zu platzieren. Trat sie vor 12 Jahren noch als forsche, fesche Modernistin und Vertreterin der europäischen Aufklärung gegen Pater von Gemmingen an, im Fernsehen, “ Tut mir Leid Pater, aber ich brauche keine Religion mehr, sorry, ich bin aufgeklärt, ich glaube an die kritische Vernunft, das reicht mir.. (grins)““ – so nähne sie solches harte Bekenntnis heute gewiss sicher und sanft zurück, um mit ihrem moderaten, ja geradezu damenhaften Patriotismus von neuem und ganz oben auf allen Bestsellerlisten zu glänzen. Sie kennt die mysteriösen Straßen zum Erfolg, sie kannt auch Denis Scheck, den Bücherpapst gut, das muss ihr der Neid schon einmal lassen.

Sie macht das Rennen wieder, zweifellos. Heute würde sie Pater Gemmingen natürlich anschließend zu einem Gläschen einladen , um ein bisschen über Geistiges und SO zu plaudern. Sie hat ja auch einmal Latein gelernt.

Übrigens: Sie liebt seit ihrer Pubertät das Werk Richard Wagners, den deutschen Wald, die Volkslieder, Grimms Märchen und überhaupt. Sie macht aus alledem keinen Hehl mehr.

Das ging schnell, bis sie sich solcher Rede wieder anzuvertrauen traute. Das heiße ja nun aber nicht, fügt sie ihrer neuen Haltung sofort hinzu, dass sie nun zu allem Ja und Amen sage, was deutsch sei. Auch für sie -ihretwegen- deutsch sei. Und schon gar nicht heiße das, dass ihr humaner Patriotismus nun gar der Verleugnung oder Verdrängung des Holocaust dienen solle. Nein, im Gegenteil. Sie diskutiert oft Nächte lang mit ihren jüdischen Freunden genau darüber. Logisch. Nein, im Ernst. Sie ist als Schriftstellerin in der Tat ein fleißiges Lieschen. Was sie schreibt, hat sie alles gelesen, und ist im Wesentlichen schon früher, zum Beispiel in der Romantik schon, behauptet und geträumt worden. Sie hat den Wandel von der radikalen Modernistin zur modernen Kultur-Erbin und Traditionalistin bereits geschafft , diesen Wandel, der einem riskanten Grenzgang gleicht oft, das sagt sie auch. Diesen Wandel von dem man schon lange in der Werbung und auf den Firmenwebsites der Spar-und Volkskassen liest. Aber wird der dort auch gelebt? nein. Doch sie kriegt das hin. Sie kann in der Früh mit Jimmy Hendrix aufstehen und mittags schon wieder in ihrem Heine blättern und ein Klavier Stück Chopins dazu hören.

Thea Dorn schafft das. Den Banken und Volkskassen kann sie sogar ihre Text- Hilfen anbieten. Wie formuliert ein moderner Mensch, der deutsch ist und sein Land liebt, bei allen Vorbehalten natürlich, wie macht das ein Mensch, der wie sie Kritik und Liebe zu verbünden weiß, dass eben dieses Hochgefühl zugleich normal und beinahe in Demut  erklingen kann? Folgen Sie Thea Dorn, sie begleitet alle besseren Mittelständler, die zwischen U und E keinen Dünkel mehr nötig haben, als Fähnleinführerin durch alle die kommenden Stürme und Umbrüche.

Umbruch im Krähwinkler Tal

Traumprotokoll: Ich hatte neulich einen derartig komplexen Traum, dass ich ihm jetzt schon Tage lang folge, um nochmal dort und da einen Zipfel der Story zu entdecken. Aber er flutscht mir wie ein Fisch immer wieder davon. Bisher habe ich mir die Story folgendermaßen zusammen gereimt:, wobei ich nicht sagen möchte, ich hätte den wahren Kern der Sache schon erkannt.

Eine sexy junge Frau, sehr politsch auftretend, Bärbel hieß sie, glaube ich. Sie treibt den Abriss großer Flächen von Kräwhinkel voran, um dort einen ökologischen Garten der Zukunft zu errichten. Sie wird dabei von namhaften Architektenvereinen finanziell und politisch unterstützt. Sie macht sich mit ihren grellen Thesen überall unbeliebt- wenn sie zum Beispiel sagt: nur ein Abriss könne die Katastrophe der tradionellen Stadt Krähwinkel im Sinne eines modernen Standortmarketings noch retten – , zumal sie sich auch noch sehr aktiv für die Flüchtlinge einsetzt und diesen Einsatz zur Kunstaktion erklärt, wofür sie Gelder vom Kuturfond des bayrischen Staats bezieht. Ihre Kampagne war ganz auf sie, Bärbel gestellt.Die Lokalpresse sprach deshalb von einer einseitigen Focussierung. Alles bediente sich damals gerne der Fußballvokabel focus, fokussieren. Um junge Wählerstimmen für sich zu werben, gründet sie ein großes Rockfestival, das weit über Krähwinkel hinaus Bedeutung erlangen soll. Hinzu kommt , dass sch der steinreiche Fremde , ein märchenhafter Scheich aus Arabien meldet, der im Gebirgstal von Krähwinkel den Sport sponsern will, den Wintersport wie auch den Fußball. Zum anderen engagiert er sich stark für den schon länger tätigen Verein zu einer Errichtung einer Moschee inmitten des kräwinkler Tals, direkt neben dem großen Golfhotel und nur wenige 100 m weit zum großen Stadion, der sog. Allgäuer Arena. Bislang war Bärbel G. an diesem Verein nicht sehr gelegen, da sie, wie sie immer betonte, für die Aufklärung und die Moderne stehe, nicht für bloßen Traditionalismus und Umweltzerstörung, wie sie polemisch diese an sich disparaten Begriffe immer wieder zusammen nennt. Jetzt aber, da sie ihre Gegner von der modernen Bauernpartei in der Moscheefrage klar schwanken und zurückrudern sieht, der Bauernpräsident hielt in der Münchner Kathedrale, live aufgezeichnet von mehereren Fernsehanstalten,eine scharfe Rede für die Religionsfreiheit in ganz Europa  und outete sich als Moslem, „ich bin Moslem und das gut jetzt“obwohl ihn, den Geißler Luggi, bisher jeder nur als Erzkatholiken kannte. Das war ein Eklat, der Bischof bekam spontan  einen h`Herzanfall, der Gottesdienst musste abgebrochen werden, viele Krähwinkler  liefen stundenlang ratlos in den Wiesen des Ortes herum, als ob sie nachdächten. 

Aber ich will nun nichts personalisieren, in der Bauernpartei hat man allgemein erkannt, dass man den märchenhaften Scheich, der soviel Gutes und Zukukunsträchtiges finanziert in Krawinkel , nicht gut im Regen stehen lassen kann. Bärbel sah sich durch diese politische Konkurrenz gezwungen eine Initiative zu ergreifen und tatsächlich, sie geht auf den Scheich zu. Dieser erweist sich sofort als ein mieser Macho umd macht sie unsittlich an, wie das zu erwraten war, sie steckt das nach dem ersten Schock weg, weil ihr der politische Zweck letztlich wichtiger ist als ihr Schmerz also der eigentlich zutiefst verletzten Frau. Dise Karte könnte sie immer nich ziehen. Abwarten. Bärbel setzte jetzt auf Abwarten. nur nicht hudle,sagen die Krähwinkler in ihrem sonst etwas rauhen Dialekt.

Das wiederum bemerkt die Reporterin von Allgäu TV, die Bärbel G. auch über das Thema: der Scheich interviewt und Bärbel ahnte nicht, welche Naivität die Reporterin des Allgäu-TV dazu verführen würde, alles was sie mit ihr neben der Szene gesprochen hatte, prompt dem Chef der Bauernpartei zu berichten. Die Reporterin namens Gabi Bücker-Dorn,- ich weiß jetzt nicht ,ob der Name so genau stimmt, aber es war ein Doppelname in dem Traum, das weiß ich, also jedenfalls, sie leistet sich dem Chef der Bauernpartei Alfons Braumeier -genau so hieß er, endlich– Die gute Gabi machte die insdiskrete Bemerkung: „Herr Braumeier, da müssens aufpassen, die Frau ist eine geborene Hure, Tochter einer Hure schon, eine Prostituierte verstehen Sie-“ dem Braumeier schwante gleich ein Geschäft.. jaja dachte er da bin ich mir sicher, die ist so skrupellos und lässst sich von dem Araber vögeln, das steht für mich fest.

Hier mache ich im Film zum Traum, der nebenher schon immer lief auf einer anderen Gehirnbahn, da hab ich mir gedacht einen Schwenk in die nächste Szene: Traditionelle Gast-Wirtschaft: mit Sportrophäen und Jagdbeutestücken reich verziert. Der Kommisaar Kuftinger, bekannt durch Funk und Fernsehen, er ist wie sein Markenzeichen es gebietet: er isst seine Kässspatzen. Die Bedienung spricht ihn an auf den Fall, dass der Bärbel G., der grünen Hexe, ja wohl etwas etwas passiert sei. Kluftinger sagt, „hören Sie Fräulein Sophie, wenn sie, die bekannte Oppositionspolitkerin als betroffenes Opfer keine Anzeige erstattet, sondern behauptet es sei ja gar nichts gewesen, kann ich nicht ermitteln. Jurischisch gesehen so gesehn verstehen Sie leider weil wie Sie wissen ermittle ich gern und bin drum schon in einigen Romanen aufgetreten..  ..“

Die Bedienung bekundet ihren Abscheui und schimpft: „wenn ie mein Gratenzaun rosa anstreiche tät, isch des Gschrei gleich groß.. wegen Dorfverschandelung und so.. was halt .. saget se.. aber bei dene Ausländer die könnet sich alles erlauben. gell „(erbost ab.)

Ein anderer Gast kommt vorbei und wünscht dem Kluftinger einen Guten:Appetit: „gell, die Kässspatzen hier sind einmalig, aber was anders Herr Kommissar, haben Sie schon gehört, bei uns soll jetzt direkt an den Platz da draußen  eine Moschee hinkommen,was sagen Sie jetzt dazu?

Kluftinger bestellt nochmal eine halbe Bier und äußert sich nur abwinkend: “ des isch no lang it amtlich, d‘ Leit sind langsam hysterisch..wegen dene Ausländer“.

Schnitt, am nächsten Tag.

Szene: Bärbel G. im Gespräch mit ihrer Freundin Elke,die sie fragt : „sag mal Bärbel ist dir wirklich nix passiert mit dem reiche Scheich do bei uns .?“

Bärbel: „ach was, es gab eine heftige Ausseinandesetzung weil ich natürlich sofort die Frauenfrage angeschnitten hob, klar..  -usw.“  hier musss ich noch in meiner Fantasie recherchieren, hier verlass ich den Traunstoff vielleicht ganz und wende mich wieder der roheren Realität zu, wo du und ich, ja wie man sagt- ehrlich: ich glaubs nie ganz- wo wir auch alle  leben sollen….