Die Geschichte ist ein Kampf

Das Geschwätz des Posthistoire, -es geschieht nichts mehr, – verstummt längst wieder , mit dem sie in den neunziger Jahren noch so gute Geschäfte gemacht haben. Aber nicht „die Geschichte“ als gespenstisches Subjekt kehrt zurück, wie die Vulgärmarxisten a la Joschka Fischer glauben, sondern die Geschichte als Kampf drängt wieder zur Entscheidung, vor der sich keiner mehr drücken kann. Oder glaubt man den 45.Präsidenten der USA mit therapeutischen Injektionen aufhalten zu können, der wie einst Nero mit dem Feuer spielt. Der gesetzlose Einbrecher vergreift sich an den Gesetzen und die Hälfte des ungebildeten Volkes applaudiert ihm dazu. Ähnliches passiert in Italien.Wo bleibt denn die Linke in Italien, wo das Volk dem alten Hanswursten Sylvio B. als Retter zu einer Wiederkehr verhelfen will. „Er ist zwar ein Drecksack, aber sei ehrlich, würdest du nicht gern genauso sein, wenn du dich trautest.“ So hört man die Italiener im heimlichen Selbstgespräch schon ganz deutlich. „Die anderen haben es doch auch nicht gebracht, der Renzi und wie sie alle hießen..“

Und mit diesem Italien sollen wir europäisch uns verbünden? Freiwillig in die Pleite segeln, wie die Grünen es empfehlen. Die Linke wird diese Farce nicht beenden, sie ist geschlechts- und zahnlos geworden wie ein Mümmel- Greis. Auch bei uns existiert sie nur noch als Geschrei im Bannkreis der Fleischtöpfe. Und Oskar Lafontaine spielt halt gerne den politischen Messias im Fernsehen, wie gestern wieder bei der unsäglichen Laber-Tante Maischberger. Statt als Kämpfer zu den Sozialisten, die ihn dringend brauchten, zurückzukehren, sonnt er sich lieber als realpolitischer Schulmeister bei den Vulgär-Marxisten. Vor lauter Selbstverliebtheit erkennt er die Zeichen des Kampfes nicht. Und der Rest der politischen Klasse setzt auf Diplomatie, Pazifismus und Therapeutenweisheit. Letztere verteilt kleine Wasserpistolen an jedermann, mit welchen man den Weltbrand, den der 45. Präsident und seine Nachahmer in Europa entfesseln, Schritt nach Schrittchen löschen könne. Die Gesetzlosen aber glauben, wenn sie das Unheil nicht bald ins Werk setzten, kämen ihnen die Dschihadisten bevor , so einfach verpacken sie ihren Mörderwahn in ein politisches Märchen, bei dessen Verbreitung sie die Mitverschwörer in den Medien unterstützen. Denn auch die Weltzertrümmerung wirft letzte und allergrößte Renditen ab. Die Börsenwerte schießen in die Höhe, „an den Küsten aber steigt die Flut. Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei .Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut.“ So unser profaner Prophet Jakob von Hoddis schon vor 100 Jahren. Der spitze Kopf des Bürgers beschäftigt mich als Metapher schon lange. Statt zu denken, glaubt er, der Hut könnte ihn vor dem Schlimmsten bewahren. Wie die Beruhigungspillen unserer Innenminister. „Einfach so weiterleben“, unseren Stil verteidigen durch ruhig bleiben.

„Werch ein Illtum“, der Kampf schickt seine Vorzeichen jetzt ins letzte Zeitalter voraus. Messianische Zeit?- von der der Apostel Paulus uns erzählt?

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Von der Poesie – (Versuch)

Der Autor eines poetischen Textes wird allzu geläufigen Wendungen keinen Vorzug geben, er wird zum Beispiel niemals „anständig schlafen“. Denn das ist gar nicht möglich. Mit Anstand lässt sich Vieles erledigen, aber schlafen? Nein, gut schlafen ist schon nichtssagend genug und mag allenfalls einen sinnhaften Reim ergeben, wenn einer Krankenschwester in einem gewöhnlichen TV- Drehbuch aus dem Munde schlüpft. Auch leichter oder tiefer Schlaf sind konventionelle Metaphern für den Hausgebrauch, der in einem poetischen Text keine Funktion hat. Es sei denn, man charakterisierte damit eine drollige Figur, die wörtlich dann aber auch anstatt von Tiefe, besser davon redete, wie ein Bär geschlafen zu haben. Meinetwegen , Tiervergleiche haben oft Witz und einen absurden Reiz.

Ähnlich wie mit den üblichen Metaphern steht es um die landläufigen Sachen und Zwänge, die sich angeblich in „trockenen Tüchern“ oder „grünen Bereichen“ finden lassen. Nichts als Ausreden, Verlegenheiten, die Dinge aus Zeitmangel nicht genauer beschreiben zu können. Vermutlich sind sie in Amtsstuben ersonnen worden, wo die schöne leidenschaftliche Sprache ihr Leben wie die Natur notdürftig in Topfpflanzen verbringen muss. Kurz, die Sprache soll ausreißen, ihre Automobile stehen lassen und zu Fuß zum reißendem Strom zurückwandern, ihre geschniegelten Manieren und Gebräuche abwerfen, aber das heißt beileibe nicht , zu den Rohköstlern oder Nacktbadern überzulaufen. Zu diesen Witzbolden und Gurus der Gottsucher-Banden.

Die Poesie kennt weder ein Ursprungsland noch pflegt sie die Fiktion vom reinen Naturzustand. Sie träumt davon ja, aber sie ist ein Mischwesen, das sich nach Klarheit und Schönheit sehnt, wie nach nichts anderem. Beide sind schöpferische Zustände, die nicht wie politische oder ökonomische Werte eingefroren oder in Glasvitrinen gestellt werden können. Die Poesie erlauscht, wie die Sprache mit sich selber redet. Sie hört von diesen Ideen und Antriebskräften, wie sie sind, nämlich immerzu im Fluss, weder greif-noch begreifbar; – die Poesie wiederholt den schöpferischen Akt, indem sie ihn je neu erfindet. Mitten unter uns. In Argumentationsketten wie in Entwicklungsstufen ist sie freilich nicht zu erkennen, auch wenn sie diese parodiert und ist weder rein logisch oder so wenig vernünftig, wie wenn man den Fischen das Leben auf dem flachen Lande beibringen wollte, oder den Vögeln das Tiefsee-Tauchen,oder den Rindviechern das Einmaleins. Aber ich gebe zu, wer die Sprache nur aus dem Missbrauch der Kommunikation her kennt und gewöhnt ist, wird den poetischen Akt nicht verstehen. Und was der kommunikative Kompetenzler nicht versteht, achtet er gewöhnlich nicht. Sein Pech.

Ulf Poschardt- konservativ, anarchisch

Ulf Poschardt, der 50 Jährige ist seit 2016 Chefredakteur der WELT und brachte neuen Schwung in das nach dem kalten Krieg sehr bieder und bräsig gewordene konservative Blatt. Poschardt ist aber nicht nur konservativ, sondern dergestalt auch Nonkonformist und Kenner der Popszene, über die er jahrelang als Redakteur in der deutschen Ausgabe des Rolling Stone geschrieben hat. Seit langem beobachtet er, dass nicht nur die Politik,sondern auch die Popkultur immer spießiger und miefiger geworden ist. Immer mehr passte sie sich dem linken und linksliberalen Moralismus an. Der Pop der ursprünglich gegen Enge, Druck,die Eltern, die Alten und die Ärsche revoltierte, schreibt Poschardt ,„bekam Falten und Wampe, und klang wie Bono und U2, also wie eine Mischung aus Katrin Göring-Eckardt und Peter Hahne. Pop wurde staatstragend, ging ein und aus im Weißen Haus, aber nicht mehr um dort auf den Toiletten Drogen zu nehmen wie die Beatles oder Elvis, sondern als Vertreter der Zivilgesellschaft, beseelt vom Gefühl, säkularpäpstliche Autorität u versprühen. Wer braucht die UN, wenn die Superpopstars die Meere, die Demokratie, den Westen, die Freiheit, die Polarbären retten? „ Wer denkt da nicht sofort an die Mittelstandskinder Niedecken, Grönemeyer und Campino, die als Botschafter des politisch-kulturellen mainstream stets für das Gute, also gegen rechts singen und klampfen. Wie billig, staatshörig, wie korrumpiert hört sich das an. Dagegen lobt Poschardt, der Popmusik-Kenner und Liebhaber, die britische Band der Smiths, die Arbeiterkinder geblieben sind, besonders deren Leader Morrissey. „ In Zeiten, wo deutsche Senioren-Punks wie Campino die Kanzlerin auffordern durchzuhalten, bleibt Morrissey im ständigen Guerillakrieg mit politisch Korrektem und den Gesinnungstramplern: If you try to make everything multicultural, you end up with no culture at all. „ Zitat Morrissey. Das ist anarchischer Konservatismus nach dem Gusto des Ulf Poschardt. Der echte wilde unangepasste Pop hat die Fahne gewechselt. Er steht für das echte, chaotische Leben und lässt sich nicht einfrieden in den Uniformen der politisch-korrekten Parteiraison.

Vom Untergang

Ich steige aus beim allgemeinen Untergang. Seit die Welt existiert, sogar schon in der Vorzeit hatten die Leute Angst vor dem Untergang, das ist mir zu dumm. Und immer, seit ich denken kann, erklärt man mir, die Uhr stehe auf 5 vor zwölf. Wenn ich davon höre, im Film oder in der Politik oder einer kommt mir sogar privat damit, schalte ich meine Ohren auf Energiesparmodus. Diese düsteren Sterbebilder, die sie dann auch noch genießen, können mir gestohlen bleiben. Ich war noch nie ein Freund des Todes, mit dem sie Geschäfte machen, den sie vermarkten täglich, wohin man auch sieht. Nein, es fasziniert mich nicht, Ich habe noch soviel Unsinn vor, der mein Leben schön und vergnüglich macht, habe also Besseres zu tun, als vor ihrem großen Untergang zu zittern. Seit ich lebe, tritt ein Experte nach dem anderen aus Wissenschaft und Politik auf , um mir weiszumachen, die Vorzeichen des schrecklichen Endes wären schon überall abzulesen. Die Spatzen auf den Dächern, die Eisbären, die Bienen und alle, die gerade aussterben müssen, redeten von nichts anderem mehr. Woher wollen sie das denn wissen? Manipulieren sie jetzt auch schon die Sprache der Tierwelt? Nein,es ist doch leicht zu durchschauen. Mit diesen Ängsten ziehen sie einem das Geld aus der Tasche. Die Grünen und andere Apostel der Gesundheit und der Tugendindustrie gewinnen damit Wahlkämpfe auf dem Weg zur Macht. Dabei fällt mir seit längerem auf, dass diese Verkäufer des Unterganges und des Todes beständig lächeln. Das ist paradox und muss sehr anstrengend sein, aber die Zahnärzte helfen ihnen dabei, wenn sie es alleine nicht mehr schaffen und ihnen das Lächeln zum Grinsen verfällt. Die Zahnärzte und Schönheitschirurgen verkaufen ihnen dieses Lächeln, das in dem Medien alle Karrieren nach ganz oben geradezu pflastert, möchte ich sagen.Ich kann es nicht mehr sehen. Natürlich mache ich mich mit dieser Meinung verdächtig, die Leute behaupten, um mich zu beleidigen, ich sei ein Kulturpessimist, dabei habe ich noch gar nie verstanden,was sie mit Kultur überhaupt meinen. Sind sie, die großen Windmacher, die Kultur? Kultur ist vermutlich genauso wie der Untergang ein reiner Fakebegriff, ein Etikettenschwindel, hinter dem sie heimlich ihre getürkten Banknoten waschen. Kultur, Untergang, Bildung, Religion-mit diesen Tricks fängt mich niemand mehr ein. Ich weiß, dass einige sehr besondere Menschen immer wieder geniale Dinge erfinden, die einem die Sprache verschlagen, aber am Weltall, am Wetter oder am Untergang, wenn dieser tatsächlich anbricht, wie Johannes auf Patmos ihn sich einst erträumte, werden auch sie kein Jota ändern. Sie haben die Zerstörungswut und kaschieren das mit dem unschuldigen Gerede, nicht sie, sondern der nahe Untergang sei für das Chaos verantwortlich, das sie eben ökonomisch nutzen müssten..

Staatsschiff in Not, SPD geht von Bord

Frank-Walter Steinmeier hat gesprochen und wieder reichlich wenig nur gesagt. Die bis zum Abwinken wiederholten Worthülsen Verantwortung und Ordnung erzeugen keine aktuelle Bedeutung, wenn man das politische Chaos, das Frau Merkels Flüchtlingspolitik schuf, nicht beschreiben kann. Die Parole Deutschland brauche eine stabile Regierung, macht ja schönen Lärm, aber mit Jamaika war jenes stabile Begehren doch von Anbeginn  nur als Wackelpudding denkbar. Die SPD hätte jetzt die Chance, in die Regierung einzutreten mit der Forderung, sofort einige soziale Reformen und zwar ohne die Kanzlerin Merkel auf die Agenda zu setzen. Sie könnte sogar ihren alten Münte als Steuermann wieder in den Achter mitnehmen.Sie hätte jetzt die rentable Position eines politischen Roten Kreuzes, die dankbare Not-Helfer-Hauptrolle inne. Wenn alle Stricke reißen, hängt sie sich rein, lässt sie ihre „ kleinen Leute“ niemals hängen. Aber sie wird die Chance nicht nutzen. Sie lernt aus ihrer eigenen Geschichte wieder nichts und spielt lieber die abgehängte, stets gekränkte Dauerwurst. Und wer auf die Frauenpower bei den Rosaroten gesetzt hatte, sieht sich restlos desillusioniert. Die Frauen auf dem Sozius tun alles für ihr super-blondes Image, ein reales Verhältnis zur Motorwelt haben sie auch jetzt nicht, da ihnen einige Chefpositionen offen ständen. Die geborenen Strickerinnen können einfach mit Nägeln und dicken Brettern nichts anfangen. Entschuldigt sie das?

Der verdrehte Ernst und die Not des Lachens

Egon Friedell, der göttlich gelehrte Narr sagt uns, dass der Philosoph erst dort anfängt, wo der Mensch damit aufhört, sich und das Leben seriös zu nehmen. Das sehen wir auch in dieser Epoche wieder, wo der verstellte Ernst sogar die Grammatik erobern, viel weiblicher machen will. Wo die verschrobene Unnatur das halbe Terrain der Nackten besetzt. Wo das Lachen die Freiheit verliert, weil die Grimassen die Macht usurpieren, welt- weit. Das verursacht den ständigen Nebel in den Herzen, selbst in dem der künstlichen Intelligenz, auf die sie jetzt alle hoffen, als wäre sie neu und nicht schon seit je her in allen Strukturen. Das klingt traurig, ist aber auch verdammt lustig, denn nun gilt es Verbrecherinnen und Verbrecher zu unterst von einer Augenhöhe her zu betrachten. Wie die Feuerwehrmänninnen und – Männer. Das heißt die Narren sind in dem falschen Ernst gefangen, wo sie in der Haft gezwungen werden, Korruptionsverträge mit ihrem Unbewussten zu unterschreiben, damit sie -wie versprochen- vorwärts kämen. Natürlich ein genialer Trick , mit dem man jeden und jede umschulen und umerziehen kann. Das stellte Karl Kraus schon nach dem 1. Weltkrieg fest, als sie aus westfälischen Bauern im Handumdrehen Börsenjobber machten. Sie? Wer sind sie? Tja, wer weiß..vermutlich die Dämonen, von denen schon der heilige Paulus an die Römer berichtet hat.

Das führt heute noch zu kuriosen Dialogen auch im Bauerndrama, wo der Bauer nicht länger zu seiner Frau sagt, geh in den Stall und beruhige das Vieh, sondern: wir müssen differenzieren, denn wir werden jetzt digitalisiert. Wir werden alle vornehmer jetzt. Sie gibt sich verständig, denn sie weiß ja, dass der Mann durch ihre Emanzipation ein armer Hund geworden ist, der nach Jahrhunderten falscher Erziehung immer noch glaubt, er habe das Sagen. Lasst ihm noch Zeit. Sie weiß doch, dass der nächste Chefsessel längst auf sie wartet und die alte Pest sich nicht einfach verzieht, wie der Gestank einer vorüberfahrenden Automarke; wobei Gestank hinsichtlich der Autoindustrie ein politisches Unwort ist, das gibt auch sie sofort zu, sie ist eben auch gerne mobil, nachdem sie Jahrhunderte lang wie ihre saudischen Genossinnen nicht einmal Auto fahren durfte.

Egon Friedell, der göttlich gelehrte Narr sagt uns, dass der Philosoph erst dort anfängt, wo der Mensch damit aufhört, sich und das Leben seriös zu nehmen. Das sehen wir auch in dieser Epoche wieder, wo der verstellte Ernst sogar die Grammatik erobern, viel weiblicher machen will. Wo die verschrobene Unnatur das halbe Terrain der Nackten besetzt. Wo das Lachen die Freiheit verliert, weil die Grimassen die Macht usurpieren, welt- weit. Das verursacht den ständigen Nebel in den Herzen, selbst in dem der künstlichen Intelligenz, auf die sie jetzt alle hoffen, als wäre sie neu und nicht schon seit je her in allen Strukturen. Das klingt traurig, ist aber auch verdammt lustig, denn nun gilt es Verbrecherinnen und Verbrecher zu unterst von einer Augenhöhe her zu betrachten. Wie die Feuerwehrmänninnen und – Männer. Das heißt die Narren sind in dem falschen Ernst gefangen, wo sie in der Haft gezwungen werden, Korruptionsverträge mit ihrem Unbewussten zu unterschreiben, damit sie -wie versprochen- vorwärts kämen. Natürlich ein genialer Trick , mit dem man jeden und jede umschulen und umerziehen kann. Das stellte Karl Kraus schon nach dem 1. Weltkrieg fest, als sie aus westfälischen Bauern im Handumdrehen Börsenjobber machten. Sie? Wer sind sie? Tja, wer weiß..vermutlich die Dämonen, von denen schon der heilige Paulus an die Römer berichtet hat.

Das führt heute noch zu kuriosen Dialogen auch im Bauerndrama, wo der Bauer nicht länger zu seiner Frau sagt, geh in den Stall und beruhige das Vieh, sondern: wir müssen differenzieren, denn wir werden jetzt digitalisiert. Wir werden alle vornehmer jetzt. Sie gibt sich verständig, denn sie weiß ja, dass der Mann durch ihre Emanzipation ein armer Hund geworden ist, der nach Jahrhunderten falscher Erziehung immer noch glaubt, er habe das Sagen. Lasst ihm noch Zeit. Sie weiß doch, dass der nächste Chefsessel längst auf sie wartet und die alte Pest sich nicht einfach verzieht, wie der Gestank einer vorüberfahrenden Automarke; wobei Gestank hinsichtlich der Autoindustrie ein politisches Unwort ist, das gibt auch sie sofort zu, sie ist eben auch gerne mobil, nachdem sie Jahrhunderte lang wie ihre saudischen Genossinnen nicht einmal Auto fahren durfte.

Außerdem sagt man, ernähre das Auto die gesamte Bevölkerung hierzulande. Andererseits ruiniere das Auto, wie auch das Flugzeug übrigens, den ganzen Planeten. Vernunft bestehe also eigentlich fortan darin, zu Haus zu bleiben und ins Innere des Weltnetzes umzuziehen, um der Mutter Natur Erholung und Ruhe zu gönnen. Da kenne sich einer noch aus, alles wird umgepflügt, sogar der alte Ackerbau. Der ziehe auch um ins Netz, doch dort herrsche eben auch der Terror, dessen Chefstrategen und Ikonen Tag und Nacht in den Medien posieren, sodass niemand mehr wisse, morden sie wirklich so viel oder tun sie das nur, damit wir nicht vor Langeweile sterben und immer besser unterhalten werden. Um, wie man sagt, einfach wie immer weiter zu leben. Denn logisch: Opfer fallen immer an, sie fallen sogar vom Himmel, aber will deshalb jemand aufs Fliegen verzichten ? Nein, auch der Flugverkehr, das sagen alle Paradise Papers schafft ganz enorme Gewinne. Also die Welt ist in Unordnung, ja natürlich, wer ahnt das nicht, aber das liegt nicht am Menschen. Im Menschen liegt nichts begründet, sagt Nestroy, der Philosoph, es sind immer nur die Leute, die das Gesindel bilden. Dieses Problem aber ist kaum lösbar. Auch nicht als digitalisiertes, vermute ich.

Außerdem sagt man, ernähre das Auto die gesamte Bevölkerung hierzulande. Andererseits ruiniere das Auto, wie auch das Flugzeug übrigens, den ganzen Planeten. Vernunft bestehe also eigentlich fortan darin, zu Haus zu bleiben und ins Innere des Weltnetzes umzuziehen, um der Mutter Natur Erholung und Ruhe zu gönnen. Da kenne sich einer noch aus, alles wird umgepflügt, sogar der alte Ackerbau. Der ziehe auch um ins Netz, doch dort herrsche eben auch der Terror, dessen Chefstrategen und Ikonen Tag und Nacht in den Medien posieren, sodass niemand mehr wisse, morden sie wirklich so viel oder tun sie das nur, damit wir nicht vor Langeweile sterben und immer besser unterhalten werden. Um, wie man sagt, einfach wie immer weiter zu leben. Denn logisch: Opfer fallen immer an, sie fallen sogar vom Himmel, aber will deshalb jemand aufs Fliegen verzichten ? Nein, auch der Flugverkehr, das sagen alle Paradise Papers schafft ganz enorme Gewinne. Also die Welt ist in Unordnung, ja natürlich, wer ahnt das nicht, aber das liegt nicht am Menschen. Im Menschen liegt nichts begründet, sagt Nestroy, der Philosoph, es sind immer nur die Leute, die das Gesindel bilden. Dieses Problem aber ist kaum lösbar. Auch nicht als digitalisiertes, vermute ich.

Verfall der Sittlichkeit

Ludwig XVI war tatsächlich der irrigen Meinung, die Revolutionäre würden es nicht wagen, ihre Drohung wahr zu machen und ihm den Kopf abschlagen, wenn er dann leibhaftig als König vor ihnen erschiene. Aber der transzendente Glanz der Gottgesandtheit war tatsächlich erloschen. Sie brachten ihn unters Fallbeil. Knapp hundert Jahre später erzählte uns Nietzsche, nicht nur der König, sondern auch Gott sei tot. Deshalb wollte er einen neuen Gott im Menschen erschaffen.Den sog.Übermenschen. Das klingt von heute aus wirklich wie ein schlechter Witz.

Kurz nach der Hitlerbarbarei kam ein gottesfürchtiger, katholischer alter Mann, Konrad Adenauer, an die Macht. Ihn wollte keiner ermorden, er genoss kaum Personenschutz, denn seine Gegner und Feinde, die Kommunisten und Sozialdemokraten, blieben einfach weg, wenn er irgendwo in der Öffentlichkeit auftrat. Vor diesem historischen Hintergrund wirkte es auf mich frivol, ja geradezu frevelhaft, dass ganz normale Bürger plötzlich in mörderische Wut ausbrachen, als Frau Merkel den Osten Deutschlands besuchte. Hemmungslos wünschten sie ihr Tod und Verderben. Unterstellten ihr, der frommen Protestantin, verbrecherische Motive, sie wolle das deutsche Volk auslöschen. Das ist wohl als ein historischer Sittenverfall zu bezeichnen. Die politischen Kollegen – von Özdemir bis Schäuble- wiegelten indes sofort ab und sprechen jetzt davon, dass in diesem Abfall vom guten Glauben sich gar nichts Diabolisches, sondern eben nur die echten, tief-ernsten Sorgen und Ängste all der vielen kleinen Leute wahr zu nehmen wären. Als ob das schon die ganze Wahrheit sein könnte. Aber pragmatischer Utilitarismus muss eben metaphysisches Terrain meiden, wie der alte Teufel das Weihwasser. Selbst Bischof Prof. Dr. Heinrich BedfordStrohm ist letztlich auf diesen nützlichen Argumentationslinien vor der metaphysischen Obergrenze zu verorten. Ihn konnte man heute Nacht zum Ende des Lutherjubiläums noch im bayrischen Fernsehen ausführlichst aus seinem Glauben plaudern hören. Natürlich will ich bei Gott gegen diesen netten Mann nichts sagen, der so eben ein umfangreiches Buch über die radikale Liebe herausgebracht hat. Das gehörte sich nicht. Aber auffallend war schon und leider vergaß ich es mitzuzählen , wie oft er die Wörter „wunderbar“ und „toll“ benutzte. Der evangelische Glauben ist etwas Tolles, sagt er immer wieder. Jesus hat uns was Wunderbares gesagt, und es ist einfach toll, wie er in der Bergpredigt zu uns Menschen ganz klar und einfach spricht. Es war alles toll und wunderbar, dass ich ihm gerne gesagt hätte, ohne Polemik natürlich, dass er mit seiner Jugendspeech den Eindruck erweckte, Gott sei am besten im Reich der Teddybären zu finden.