Özil, Erdogan und die Fußball-Deutschen

Man stelle sich vor, der Özil schießt ein Tor für die Deutschen oder der andere Agent Erdogans fädelt eines ein, der Jubel könnte rasch faul werden und versauern. Es hat den beiden offenbar geistig etwas Minderbemittelten Deutschtürken einfach kein Deutschlehrer bisher die Bedeutung von national beibringen können. Es heißt doch deutsche Nationalmanschaft, verstehen Sie, sagte Präsident Gündel zu den beiden bösen Buben. Klose und Podolski und auch Boateng haben das längst begriffen. In dem Wort steckt wie in der Nationalhymne auch ein großes Gefühl, Gündel bemühte sich redlich, um die beiden wieder zurückzuführen. Aber letztlich haben das die beiden so wenig verstanden wie die honnetten Herrn Löw und Steinmeier. Als geborene Jasager in ihren Ämtern haben sie sich gesagt: gut, das war jetzt vielleicht.. etwas.. naja.. wie kann man sagen.. aber man darf die Sache doch nicht gleich so hoch hängen. Es geht ja im Grunde um Fußball. Ist ja nicht so schlimm oder? Steini und Löw , beide haben den beiden Türkdeutschen gut zugeredet, sodass es denen irgednwie auch Leid getan hat. Sie wollten ihrem türkischen Präsidenten nicht so direkt in den Arsch kriechen, nein das wirklich nicht, beteuerten sie, es mache sie schon auch stolz von Präsident Steinmeier persönlich empfangen zu werden. Auch Heimatminister Horst Seehofer habe mit ihnen schon telefoniert. Und das Gespräch, sagte Steinmeier anschließend zum Stern, sei sehr entspannt und äußerst friedliebend verlaufen. Man habe sich über Fußball gut unterhalten und freue sich auf die WM in Russland. Falls Erdogan dort auch erscheine, habe Löw bereits zugesichert, den beiden keinen Ausgang zu gewähren, wegen Trainingsrückständen. Oliver Brierhoff, der sehr gute Beziehungen in die Medien und sogar in die BILdzeitung hinein hat, will sich bemühen, die Erdogandelle der beiden Ballartisten wieder auszubügeln. Es wird wieder alles gut gehen, sagte auch Johannes B.Kerner, der sich dafür einsetzen will, dass die beiden Sündenböcke die nächsten Male bei der Nationalhymne laut und deutlich mitsingen werden. Der Text sei nicht so schwer zum Lernen. Schießlich könne es doch nicht einmal in Erdogans Interesse sein, dass die AFD aus der Affaire wieder ihr Süppchen koche.

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Die guten und die bösen Märchenerzähler

Es wirdjedesmal zum großen Problem, wenn die professionellen Träumer, die Dichter ausfallen oder nicht gefunden werden in ihren Verstecken, dann träumen die Dilettanten und Geschäftemacher.

Gegenwärtig sind das die neuen Nationalisten, freilich nicht nur hierzulande, sondern in ganz Europa. Und auf der anderen Seite unüberhörbar die liberalen Sprücheklopfer ,die neuen Weltoffenen, die Supertoleranten. Die einen führen uns in die glorreiche Vergangenheit zurück, in der wir Deutschen ganz tolle Hechte und wahre Weltmeister gewesen seien, und zwar in der Zeit längst vor den verfluchten 12 Jahren. In der Tiefe der Traditionen der Staufer, der Welfen, der Hohenzollern und wie sie alle hießen die wahren Narren und tollkühnen Heidewitschkas.

Die anderen, die Guten, wie sie sich dünken und nennen, die total Aufgeklärten, -an ihrem Lieblinswortt total erkennt ihr sie jederzeit- sie also erzählen uns von der goldenen Zukunft, in dem frisch renovierten Schlaraffenland, wo wir gar keine Nationalität mehr nötig haben, wo die Dimge selber denken, weil wir Weltbürger geworden sind und in dem weiten Kosmos überall einen offenen Laden mit innovativen Geschäftsmodellen betreiben können, wo jeder und jede willkommen ist, ob Kunde oder auch nur Gast. Ja, wer nicht an Gott glaubt, glaubt eben an jeden Mist, sagte der Philosoph und verstarb rasch.

Ich frage mich, wie könnten wir noch einmal nüchtern werden oder wie könnten wir jetzt zu den Sachen zurückkehren, die wir seit Jahren im Stich gelassen haben, um den falschen Träumern zu folgen. Wir wollten doch einst frei nach Brecht und Heine, Biermann, Grass und Konsorten aus der Geschichte etwas lernen und stecken nun wieder in den Markthallen des Wunschdenkens und des Sozialkitsches fest. . Dabei heizt die eine Seite der Gutmenschen die andere Seite des stockdunklen Landes, wie der Gauck selbst dichtete, auf und schürt die Illusionen der Geschichte wie der total humanen Zukunft. Nein, wir haben nichts aus der Geschichte gelernt, wir wollten sie ignorieren und austreten aus ihr. Aber das Böse lässt sich mit der Weisheit der Sozialpädagogik und des dualen Systems eben nicht vollkommen aus der Welt schaffen. Auch wenn die Superhirne von Silicon Valley uns genau das weis machen wollen mit ihrer neuen Erfolgs-Religion.

Unsere Geschichtslehrer waren unaufgeklärte staatlich gemästete Diplom-Dummköpfe. Das rächt sich jetzt hoffentlich nicht schon gleich wieder.

Joseph Beuys unter Naziverdacht

Jetzt haben sie den guten alten Joseph Beuys am Haken. Er soll auch ein Nazi gewesen sein einst und den braunen Glauben auch nie ganz aufgegeben haben, sagt ein Herr Riegel,der eine gigantisch umfangreiche Biografie geschrieben hat über den Künstler und modernen Schamanen. Dieser soll sich als Wiedergänger Rudolf Steiners erlebt und begriffen haben und dessen Anthroposophie i in die Chiffren seiner Kunst übersetzt haben. 
Das alles wäre nie augeflogem,auch nicht die Erfindung seines Ursprungsmythos, dem zufolge er bei einem schrecklichen Flugzeugabsturz am Ende des Kriegs von Tataren aufgefunden un mit mit Fett und Filz . die von ihm geadelten Materialien der Heilung – wieder zum Leben erweckt worden sei. Alles Lüge, pure Fiktion für die Kunst,. Da Beuys aber den Fehler gemacht habe, diese Mythen auch für die Politik in der Gesellschaft fruchtbar werden zu lassen , etwa durch sein Engagement bei den Grünen, deren linke Kader ihn aber bald aus der Partei vertrieben haben, da er also seinen esoterischen Wahrheits -Anspruch auch auf die Politik ausbreiten wollte, mache das die ganze Beuysverehrung suspekt und ganz unappetitlich. Ein brauner Schatten fällt über sein Werk und Wesen. Wer war er wirklich? Was sollte sein endloses Geschwafel vertuschen? Seine Nazivergangenheit? Die apokalyptischen Zeichen und Symbole in seinem Werk wären also auf sein Untergangserlebnis 1945 zurückzuführen? Mal sehen, wer jetzt alles in der Anklagebank erscheinen und als erster soweit gehen wird, die Entfernung seiner hoch geschätzten und bezahlten Werke aus den Museen zu fordern? Alles denkbar nach den Turbulenzen der so großen Künstler wie Woody Allen und Roman Polanski, die wegen ihrer moralischen Verfehlungen aus allen Kulturprogrammen gestrichen werden sollen. Die jüngste Geschichte entlässt immer noch Gespenster aus ihrem Innern, oder ist es gar nicht die Geschichte, sondern nur deren selbsternannte Nachtwächter und Angestellte. .