Die Revolution anno 68 war eine Farce

Pascal Bruckner, der kluge Franzose, hat vermutlich recht, wenn er schreibt, 1968 fand der letzte doktrinäre Fieberschub der kommunistischen und linken Ideologien statt, bevor das Zeitalter des demokratischen Hedonismus begann. Die Tabus, die damals gebrochen wurden, waren bereits alle morsch und sturmreif geworden. Die Zeichen standen 68 auf Maskerade und Parodien der tragischen Revolutionen von 1789, 1848, 1918. Die Lenin-Mützen, die Trotzkispitzbärtchen, Maos Kragenwesten, Che Guevaras Berets, die Castrobärte und die Zigarren verwiesen deutlich auf den karnevalesken Schauspielercharakter der Mittelstandskinder. Was man sein wollte, erprobte man im Rollenspiel, nahm das aber selbst statt ernst, gar nicht wahr. Dieser Verblendungszusammenhang (Adorno) wurde überdeckt und vertuscht von dem perfekt auswendig gelernten Begriffsjargon aus der Mottenkiste des Marxismus. Die Geschäftsführer des Weltgeistes jener Tage, Leute wie Dutschke und der Dichter Enzensberger glaubten allen Ernstes, sie stünden vor der Revolution, dem Umsturz des repressiven liberalen Staates. Freilich dieser Aberglauben verflog rasch wieder. Heute möchte darauf keiner der Redner von damals mehr angesprochen werden. Was heute noch bleibt sind die Kumpelväter und die Kolleginnen-Mütter, schreibt Bruckner, und damit die Misere der Erziehung und Bildung. Diese neuen Eltern, die aus autoritären aber teils noch funktionstüchtigen Schulen kamen, wo sie etwas gelernt hatten, trichterten ihren Sprösslingen jjetzt nur eines ein: Autoritäten sind tot und deshalb macht was ihr wollt, was euch gefällt und Spaß macht, jeder hat dieses schrille Unwort im Ohr. Darin brach der Nihilimsus von neuem auf, der schon zur Nazizeit unter dem Deckel der Parteigewalt als Opportunismus sich angebahnt hatte.

Mit dieser nichtigen Gesinnung waren unsere Kleinen nicht mehr vorbereitet auf das, was sie an Aufgaben im Leben erwartet. Das Drama dieser Erziehnung besteht darin, gar keine Erziehung zu sein. Deshalb ziehen sich die Jugendlichen den Analphabetismus mit voller Wut und Resignation rein, fuck ju Goete, wie sie fröhlich meinen, und können nach 15 jahren Unterricht meistens weder richtig lesen noch schreiben oder rechnen. Das führt zum Geschrei und Gebrüll der hater und liker auch in den sozialen Medien. Was also ist jetzt zu tun? So weitermachen mit dem Spaßwesen?Die Politik wird vermutlich nichts zum Besseren richten können, sie hat selbst viel zu wenig gelerent, und die Gesellschaft ist nichts als der große bunte Tanz um das Eierkuchenfest der Minderheiten, das damals 1968 begonnen hat. .

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