Ein linker Sophist in der FAZ

Dietmar Dath, der linke Redakteur der FAZ versuchte sich jüngst mit einem sprachkritischen Ausatz Klarheit zu verschaffen zum Thema kritisierende Moral bzw. moralisiernde Kritik. Für seine Eingangsthese: Gesinnung schreibt schlecht,präsentiert er uns einige Beispiele, wie die einst so beliebte Phrase der Betroffenheit. Doch statt so weitere Butter bei de Fische zu liefern, verfällt er wieder dem alten Spleen, Karl Marx als Urvater der Theorie ins Spiel zu bringen. Dieser habe mit vierzig Jahren der radikalliberalen Presse noch einiges zugetraut, etwa als „Intelligenz zu den Volkszuständen“ über den „Verälltnissen zu schweben“, um dann erst später zu bemerken, dass die Sprache der „klugen Beurteilung“ eben immer schon mit den Affekten des Gemüts gemischt gewesen sei, also der „affektvollen Sprache der Verhältnisse selbst.“ Das sind die Verstiegenheiten der hegelianisierenden Sprache des ideologischen 19.Jahrhunderts, für die Dath aus Treue zum Urvater Marx wohl kein Ohr hat. Dath hat Schwierigkeiten, sich mit den abtrünnigen linken Rebellen, die zum Teil zu den „Knödelrechten“, wie er sie nennt, abgewandert sind, abzufinden. Er kann schlecht so tun, als ob er sie als ihr einstiger Genosse nie gekannt hätte, doch er weiß jetzt, dass es sich bei ihnen im Grunde um eine „intellektuielle Variante des Spießertums“ gehandelt habe. Und um diesen Sachverhalt nochmal theoretisch zu begründen, greift er noch einmal in die alte Mottenkiste. Denn Marx habe 1847 schon festgestellt, dass es im Deutschen eine „grobianische Literatur gebe, die weit bis in die Reformationszeit“ zurückreiche und diese habe es immer schon verstanden, dem „Spießertum eine plebejische Form“ zu verleihen. Dabei „gegen die Reaktion tobend und zugleich gegen den Fortschritt reagierend“. Jetzt hätten wir natürlich gerne mehr gewusst über den deutschen „Geschichtsstrang der grobianischen Literatur“, wer sie vertrat und wo diese schließlich mündete? Doch nicht in der edlen Romantik? Oder in der Lyrik des Vormärz? Oder gar bei den ehmals linken Überläufern und Verrätern von heute? Aber Verräter würde Dath nie so pegidahaft- grobainisch sagen, auch wenn er genau das meint. Und wann haben diese sich gegen welchen Fortschritt gewandt? Etwa bei der AKW-Randale, die war doch nicht grobianisch? Man sieht,was so kühl analytisch begann, endet im Katzenjammer des Herrn Dath, der von kritisierender, rechter Moral naturgemäß nichts hält und für eine moralisierende Kritik in der Phraseologie des Karl Marx den theoretischen Faden nicht finden kann.

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