Die Ankunft der Zwergriesen

Es geht hurtig bergab. Waldschrat Seehofer ahnt wohl gar nicht, was er jedem geistig anspruchsvolleren Menschen damit antut, den Andy Scheuer zum Verkehrsrminister zu ernennen. Natürlich, die Autoindustrie wird sich freuen, einen weiteren Lakaien zum Verhandlungspartner zu bekommen. Es erinnerte mich spontan an den Schock, den mir Hemut Kohl einst versetzte, als er ausgerechnet den Möllemann, vom Typ her ein schlichter Autoverkäufer, zum Bildungsminister machte. Da wusste ich dann genug von der „geistig-moralischen Wende“, die der feiste Pfälzer vollmundig gleich zu Beginn seines Amtsantrittes versprochen hatte. . Und was mag Seehofer wohl von der Digitalisierung halten, die er jetzt ausgerechnet dem älter gewordenen Lieschen Frau Bär an die Karrierestufen legte? Natürlich, fleißig wird sie schon sein, das sieht man ihr an, doch mit ihrer krächzenden Stimme stimmt doch etwas nicht..Ein alter Kollateralschaden aus Schul-und Erziehungszeiten? Sie ist ja rein musikalisch nur schwer zu ertragen. Freilich, ästhetisch-kritische Aspekte spielten für den Horst, darin ist er dem Pfälzer ähnlich, noch nie die geringste Rolle. Hauptsache die schneidigen Zwerglein um ihn herum mucken nie auf und bleiben schön brav. Ohne ihn hätten sie ses ja nie im Leben soweit gebracht. Das vergessen sie in keiner Minute ihres Aufstiegs fortan. Loyalität, Mannschaftsgeist ist heute alles, wo die Befehlsgewalt aus den Maschinen kommt und auch die Vorstände als Dressmänner eher der Dekoration des Ganzen zuzurechnen sind als dem,was man vor Generationen noch Geist oder gar Bildung nannte. Dann folgten noch zwei Generationen, die die Furcht vor dem Schicksal im Kriege erlernen mussten, dann aber gelang der Durchruch, der Pfälzer. Er riss allen Schein ein und mit sich hinunter. Das wurde mir blitzhaft klar, als Kohl und Mitterrand bei Ernst Jünger auf der schwäbischen Alp auftauchten. Der Schriftsteller, der sich zur Demokratie stets wie ein alter Ketzer verhielt, und nicht erst in seinen letzten Schriften äußerst sarkastisch böse Adnoten zur Bundesrepublik verfasste, ließ die Ehrung, in sich hinein lächelnd, über sich ergehen, gab natürlich kein Interview, weder den öffentlich rechtlichen, noch den privaten Medien, noch der Süddeutschen Zeitung.. Er sprach schier unvernerkt über zwei kleine Gesten zu uns. Dem französischen Präsidenten überreichte er ein paar wertvolle Briefe aus der deutschen Besatzungszeit, und dem Herrn Kohl ein Glas selbstgemachter Marmelade. Wohl meinend, dass der Pfälzer noch nie zu den Lesern gehörte. Daran erinnerte mich jetzt die Amtsbesteigung Seehofers, auch er und seine Lehrlinge gehörten noch nie zum unsichtbaren Orden der Leser. Das wurde immerhin klar und deutlich.

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