Henryk Broder und Medien-Lieschen Dunja Hayali

Henryk M. Broder gehört zu den Reinigungskräften der Republik. Wenn irgendwo das Rohr eines Senders oder eines anderen Organs verstopft ist, legt er selbst Hand an. Wie heute wieder in der „Welt“, in der er schreibt, und wo er in einem langen ironischen Artikel den Gesinnungsmist, den das allseits beliebte Medienlieschen Dunja Hayali täglich fleißig verbreitet, für uns ausn dem Weg räumt. Es sind in der Tat nichts als Plattitüden und Binsen, welche die Frau feilzuzbieten hat und der Vergleich mit der Predigerin Margot Käßmann liegt nahe, da Frau Hayali doch tatsächlich zum Reformationsjahr tief aus ihrer Plaudertasche 95 seichte Thesen herausfischte und bei facebok, an der neuesten Kirchentür, publizierte. Kostproben dieser Thesen gefällig? “ Du bist,was du isst.“ oder „Liebe ist alles“..“Halte dich selbst aus.“ Nun ja, aha und so weiter. Broder vergisst, dass, wer dem Schwachsinn zuviel Raum gibt, ihn schon wieder stärkt. Da könnte er sich beim Polemiker Stadelmaier guten Rat holen, dessen Ethik darin bestand, den größten Unfug, den er auf Theaterbrettern ertragen musste, in möglichst wenig füglichen Zeilen zur Strecke zu bringen. Darin war er ein Textkünstler. Immerhin aber glückt Broder am Schluss seines Verisses ein halber bravouröser Aphorismus, der es wie immer auf die ganze Wahrheit absieht:“ So wie Bergsteiger keine Höhenangst haben dürfen, dürfen Fernsehschaffende keine Angst vor dem Absturz in die Lächerlichkeit haben.“ Vielleicht ginge es ja noch kürzer, sprich komischer, aber empirisch belegbar ist diese These ganz sicher. Und nicht nur im Falle der Frau Hayali. Aber Broder, der hier gleich wieder Lunte roch, setzt nochmal an: “ Das ist der neue Journalismus, bei dem es nicht um Tatsachen geht , sondern um die Gefühle derjenigen, die ihrer Betroffenheit Ausdruck geben wollen.“ Gefühlsjournalismus a la Hayali also contra den Fakejournalismus? Wenn das mal gut geht in einer offenbar schon etwas senilen, bis sehr sentimentalen Kundschaft, die Betroffenheit stets mit Autentischem verwechseln will und überall Kerzen aufstellt, statt Begriffe zu klären.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s