Ulf Poschardt- konservativ, anarchisch

Ulf Poschardt, der 50 Jährige ist seit 2016 Chefredakteur der WELT und brachte neuen Schwung in das nach dem kalten Krieg sehr bieder und bräsig gewordene konservative Blatt. Poschardt ist aber nicht nur konservativ, sondern dergestalt auch Nonkonformist und Kenner der Popszene, über die er jahrelang als Redakteur in der deutschen Ausgabe des Rolling Stone geschrieben hat. Seit langem beobachtet er, dass nicht nur die Politik,sondern auch die Popkultur immer spießiger und miefiger geworden ist. Immer mehr passte sie sich dem linken und linksliberalen Moralismus an. Der Pop der ursprünglich gegen Enge, Druck,die Eltern, die Alten und die Ärsche revoltierte, schreibt Poschardt ,„bekam Falten und Wampe, und klang wie Bono und U2, also wie eine Mischung aus Katrin Göring-Eckardt und Peter Hahne. Pop wurde staatstragend, ging ein und aus im Weißen Haus, aber nicht mehr um dort auf den Toiletten Drogen zu nehmen wie die Beatles oder Elvis, sondern als Vertreter der Zivilgesellschaft, beseelt vom Gefühl, säkularpäpstliche Autorität u versprühen. Wer braucht die UN, wenn die Superpopstars die Meere, die Demokratie, den Westen, die Freiheit, die Polarbären retten? „ Wer denkt da nicht sofort an die Mittelstandskinder Niedecken, Grönemeyer und Campino, die als Botschafter des politisch-kulturellen mainstream stets für das Gute, also gegen rechts singen und klampfen. Wie billig, staatshörig, wie korrumpiert hört sich das an. Dagegen lobt Poschardt, der Popmusik-Kenner und Liebhaber, die britische Band der Smiths, die Arbeiterkinder geblieben sind, besonders deren Leader Morrissey. „ In Zeiten, wo deutsche Senioren-Punks wie Campino die Kanzlerin auffordern durchzuhalten, bleibt Morrissey im ständigen Guerillakrieg mit politisch Korrektem und den Gesinnungstramplern: If you try to make everything multicultural, you end up with no culture at all. „ Zitat Morrissey. Das ist anarchischer Konservatismus nach dem Gusto des Ulf Poschardt. Der echte wilde unangepasste Pop hat die Fahne gewechselt. Er steht für das echte, chaotische Leben und lässt sich nicht einfrieden in den Uniformen der politisch-korrekten Parteiraison.

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