Schwindende Männlichkeit

Erinnere mich noch gut an die Zeit, als im Fußball die Kraft und der Kampf alles bestimmten. Baumlange Kerle köpften und droschen die Bälle nach vorne, wo wieselflinke Stürmen sie zu erreichen suchten und wenn das glückte, möglichst schnell aus 20 und 30 Metern aufs Tor schossen. Hin und wieder ging einer rein und der gegnerische Torhüter holte ganz deprimiert den Ball aus dem Netz. Heute ist das ganz anders, viel artistischer, eleganter, auch femininer, ja schier transsexuell wird heute Fußball gespielt. Ähnliches ist in den Medien und überall zu beobachten. Im Fernsehen hat man selbst das beinharte Geschäft der Politik bzw. das „Bohren dicker Bretter“, wie man sagt, ganz in die Hände adretter, attraktiver Schaufensterpuppen übergeben. „Vernünftige Tadlerinnen“ federn die oft noch vierschrötigen Typen aus der hart gesottenen Realität sanft ab. Realität? Ein krasses Wort. Besser reality, so wie wir die große Geschichte auch nur noch als history serviert bekommen. Sieht man auf die Chefs, die hin und wieder aus ihren Hinterzimmern in die Kulissen nach vorne kommen, um den Quoten für ihre Spenden zu danken, erkennt man, sie ähneln nicht gerade „gestandenen Mannsbildern“, wie man sie früher gekannt und sogar gerühmt hat. Eher Bücklinge und Kerzenträger eines unsichtbaren transzendentalen Feminats, wie sie der Romancier Arno Schmidt uns in seinen späten Büchern bereits angekündigt hat. Diese zierlichen, bartlosen Chefs gleichen bis in die Frisuren den Weichwäschertypen, die uns die bunten Narrative und human touch- stories in empathieträchtigen testosteronfreien Plauderrunden präsentieren dürfen. So entsteht eine fiktive weichere Zukunftswelt, in der die harte Männlichkeit, wie sie zähneknirschend und lautstark im kalten Krieg zuletzt noch den Ton angab, allmählich verschwindet. Aber wie gesagt, nicht nur in der Politik und im Fußball, auch in der Kultur, im Film-Musik- und Literaturgeschäft übernehmen immer mehr Frauen mit sozialpädagogischem Hintergrund die Zügel in der Gesellschaft. Da die kleinen Buben in der Schule besonders darunter leiden und auf die Heldensagen und die großen Schlachtgemälde ganz zu verzichten haben, suchen sie immer häufiger in der fremden islamischen Religion ihre Zuflucht. Denn da im Kriege, im Felde ist der Mann noch was wert. Oder wie es bei Schiller steht:

Wohlauf Kameraden auf´s Pferd, auf´s Pferd,
in das Feld, in die Freiheit gezogen;
im Felde, da ist der Mann noch was wert,
da wird das Herz noch gewogen;
da tritt kein anderer für ihn ein,
auf sich selber steht er da ganz allein. „

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