Steinmeiers Gemeinplätze

Präsident Steinmeier hat heute eine staatstragende Rede zum Tag der deutschen Einheit gehalten. Er kam einigermaßen glimpflich vorbei an den üblichen Sonntagsphrasen, bis auf die dumme Redensart vom Ehrlichmachen, die er leider gleich dreimal gebrauchte: „ wir müssen uns ehrlich machen.“ Nein bloß nicht, wo nichts ist, sollte die Politik nichts machen. Zu einer creatio ex nihilo ist sie ganz sicher nicht in der Lage. Ich bin ehrlich, ans Ehrlichmachen glaube ich gar nicht, es ist ein Missbrauch des Deutschen und zeugt von schlechtem Geschmack. Auch für eine Zukunft, die er und seine Kollegen in die „Hand nehmen“ sollen, fehlt mir jede Zuversicht Ich weiß doch, dass sie dann immer eine Hand in die Hosentasche stecken. Das lässt sich keine Zukunft gefallen. Geschenkt sein Bekenntnis zu Demokratie, gegen Nationalismus und für ein reuiges verantwortungsvolles Bewusstsein unserer Geschichte, das sagt sich leicht. Aber wenn das noch etwas wert sein wollte, hätte er es konkret und aktuell auslegen müssen, dieses gewünschte Bewusstsein. . Dass ihm das Wahlergebnis übel im Magen liegt, war zu spüren, aber auch dazu nur Allgemeines, ganz sicher Gutgemeintes. Wut und Empörung sind nicht hilfreich, wie aber finden die Meckerer und Wutbürgen wieder Zugang zu unseren „Argumenten“. Welchen Argumenten, welche hat er? Was stimmt denn an den Institutionen nicht mehr, wenn so viele ihr Vertrauen dazu verloren haben? Auch dazu kein deutliches Wort, auch über den Gemeinplatz, „wir müssen einander wieder zuhören, reden zusammen“, kam er nicht hinaus. Schade, aber er sah wie ein Staatsmann aus und Anzug und Krawatte saßen gut. Immerhin. .

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