Der schneidige Seehofer.

Horst S., Chef der CSU in Bayern, ist zwar viel höflicher und netter als der Trump. Aber auch er kann die Medien attackieren, wie er es heute beim Interview  der Augsburger Allgemeine gezeigt hat: „ Die vier Journalisten, die das TV-Duell moderiert haben, die haben doch unzureichende Ahnung davon, was im Land tatsächlich los ist.“ Eigentlich hätte er viel lieber sagt, die haben keine Ahnung. Denn: “ Die wissen nicht, was die Menschen im Allgäu, in Augsburg oder in Rosenheim bewegt.“  Das weiß er, auch über die Leute in Leipzig, Berlin und meinetwegen sogar in Hildesheim. Nämlich die Obergrenze. Sie bewegt alle. Und wenn man eine europäische Lösung anstrebt, sagt Horst, dann muss man den Nachbarn schon sagen, mit welcher „zahlenmäßigen Größenordnung „ sie bei der Verteilung der Flüchtlinge rechnen müssen. „Ohne Obergrenze geht das nicht. Das ist doch logisch. Die kaufen doch nicht die Katze im Sack.“ So spricht der Mann des Volkes. Deshalb fragt man sich, warum hat er sich nur gescheut, Bundeskanzler zu werden. Er hätte es als einziger geschafft, der AFD garantiert  massenweise die Stimmen wegzunehmen.  Es war seine historische Stunde, die er versäumte. Der Wahlkampf und auch das Duell mit Schulz wäre  hundertmal  spannender geworden.  Schulz hätte viel stärker auf den lucky punch hinarbeiten können. So etwas will  das deutsche Volk, von Rosenheim bis Berlin,  immer gern sehen und das geht natürlich mit einer Frau wie Angela nicht. Warum hat Horst nur gezögert? Die Augsburger Allgemeine vermutet, jedenfalls ihr Leitartikler sagt es so: „ Die Autonation – (vulgo wir alle)-braucht gerade bei der Digitalisierung einen Vorreiter“.  Interessant diese Pferdemetapher im Sinne der Mobilität der Zukunft.  Ein SPD Blatt hätte vermutlich in dieser uns alle betreffenden Hinsicht – Auto wohin mit Dir?  wieder die traditionelle Lokomotive des Fortschritts  bemüht.

Es ist allmählich ein Problem mit unseren alten Sprach-Bildern. Die neuen sind noch nicht eingetroffen, so brauchen wir, um unser Schicksal zu beschreiben, noch immer die ewigen Katzen im Sack oder die Züge, die kurz vor 12 immer noch nicht abfahren. Trotz allem und wo der Damokles, oder wie er heißt, schon mit seinen Schwertern auf das Rad der Geschichte losgeht. Drum hält die Augsburger Allgemeine an dem Seehofer fest, denn der mit der Obergrenze,  wie er im  Geschichtsbuch heute schon bezeichnet wird, lässt sich sicher keinen alten Gaul schenken,  ohne ihm ganz klar vorher ins Maul zu schauen.

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