Die verstellte Nation in den falschen Abbildern

In deutschen Landen wurde durch all die Jahrhunderte hindurch, bis in meine Jugend hinein, fleißig geflucht, der grobe Umgangston war der vorherrschende. Die strammen, auch brutalen Manieren härteten die repräsentativen Volkstypen. Deshalb lernte der Adel das preziöse Französisch, um dahinter seine Untugenden und Laster zu verbergen. In der deutschen Sprache kann man sich jedoch bis heute nichts vormachen, sie deckt alle Phrasendrescherei  auf und es sind nur wenige, die sie elegant und  nuancenreich zu sprechen vermögen. Sie verschwinden leider in der Masse einer durch die Mediensauce verfälschte offiziöse Vornehmtuerei . Publizisten von Rang, wie Johannes Gross oder Joachim Fest, fänden heute im Fernsehen keinen Platz mehr.  Ihr differenziertes politisches Urteil verstände keine Quote mehr, versetzte alle Einschaltrekorde sofort ins Koma.. Heute muss alles simpel vorgedacht und mit Neusprech übergossen werden. Heute genügt es nicht, ehrlich zu sein, man muss sich „ehrlich machen.“  Und auch geistigen Zwerglein wird ständig bescheinigt, sie befänden sich auf Augenhöhen mit der größten Prominenz.

Karl Kraus nannte die falschen Gebildeten der Weimarer Zeit schon den „Bildungspöbel des Geistbetriebs“, der dann prompt auf die plumpen Nazis hereingefallen ist und der Sprachgemeinschaft keinen Schutz mehr zu bieten hatte. Heute erleben wir  in den Medien eine getürkte, „antirassistische“ Empfindsamkeit, die den rarer werdenden Menschen, der für die ursprüngliche Sprache noch ein Ohr hat, nicht täuschen kann. Die Enkelgenerationen fühlen heute mit den Schwarzen Afrikas  mitleidig wie mit sich selbst, deren Väter und Großväter noch offen von Negermusik und Hurenweibern gesprochen und geschrieben haben. Sie mögen an der überlieferten Semantik herum schrauben, wie sie wollen. Es ist ihnen nicht zu glauben.

Auch das permanente zur Schau gestellte keep smiling der todschicken  Moderatorinnen ist allmählich jedem ein Graus, der weiß, wie selten ein schönes Lächeln auf dem platten Land von Ost bis West tatsächlich zu erleben ist. Nehmen wir  nur ein paar Beispiele: wer den ideologischen Haudegen Trittin noch aus der RAF-Zeit kennt, staunt heute, wie derselbe plötzlich den Hochsensiblen spielt, wenn ein vierschrötiger Gauland  mit einem groben Ausdruck aus der Rolle fällt. Oder wie der zarten Frau Slomka plötzlich vor Häme die Gesichtszüge verrutschen, wenn eine AFD – Vertreterin beleidigt das Studio verlässt.  Oder wie die betuliche Frau  von der Leyen wie eine nordisch gestylte Mutter Theresa sich hingebungsvoll theatralisch einem gut integrierten Syrer zuneigt, weil dieser womöglich durch einen kalten Ton  eines Studiogastes verletzt worden sei. Es ist alles eine gruselige Komödie, in der kein Satz  echt, kein Ton unverstellt sitzt. Man spielt den Zuschauern eine Vornehmheit  und liberale Offenherzigkeit vor, die kein Mensch aus der rauen  Realität auf Autobahnen, aus  Sportarenen und Discounterfilialen kennt. Dort wird weiter geflucht und geholzt, wie man es auf den authentischen Bildern eines Hans Baldung Grien oder in den Physiognomien der Folterknechte des Wurzacher Altars noch gut wieder erkennt. In den Medien jedoch wird eine Komödie der Heuchelei und der Feintuerei präsentiert, die ein völlig falsches und kitschiges Abbild  der deutschen Wirklichkeit erzeugt. Das geht nicht lange gut.  Es ist ein deutsches Trumpdesaster zu erwarten, in dem wir jetzt immerhin ein echteres Bild von Amerika erkennen als in den Auftritten der dauernd lächelnden Frau Clinton und der flotten Bushcowboys, die uns Jahrelang hinters Licht führen wollten..

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s