Freiheit in Krähwinkel

Es ist schon bemerkenswert, dass in einer freien Gesellschaft, deren Massen-Medien dauernd behaupten : man sei frei wie nie, weltoffen, tolerant, aufgeklärt und modern, kein ungezwungenes Gespräch zwischen zwei erfahrenen Politikern möglich sein soll. Ohne Zensur, Moderation, Betreuung, ohne Käfighaltung in den sog. Medien-Formaten.  Als könnten die beiden nicht allein und selbst zu ihren Fragen und unterschiedlichen  Lösungen, die ihnen vorschweben, kommen. Als müssten Journalisten ihnen beim Denken und Formulieren helfen. Als brauchten sie dringend, im vorgeschützten Interesse des Publikums,  den pädagogischen Hebammen- und Wächterdienst der Medienmannequins, die ihr Wissen, – übrigens: die Souffleure im Hintergrund sind gut vernehmlich,-  weniger aus der realen Politik, als aus den Zeitungen und ihren Schlagworten beziehen. So kommen dabei immer nur die abgenudelten, abgeschmackten Sprachregelungen und die  üblichen Phrasen heraus, die jeden neugierigen Menschen einschläfern und alles Interesse an Politik verlieren lassen. Die flotten Worthülsenjongleure  produzieren so selbst die Politikverdrossenheit, die sie wortreich das ganze Jahr über beklagen  und sie  ahnen  es anscheinend nicht, dass das, was bei dieser Medienbetreuung  herauskommt, das genaue Gegenteil von Gedanken-und Redefreiheit ist.

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