Das Gerede mit unseren Werten

Der Ostblock  mit samt seinen Karikaturen des Marx‘schen Denkens dort ist zwar zusammen gebrochen, doch die marxistische  Auffassung von der Wirklichkeit, dass diese im festen Boden der soziökonomischen Bedingungen der Produktionsverhältnisse verankert sei, hat sich überall- parteienübergreifend- durchgesetzt. Nicht nur Linke, Grüne und Liberale, auch die Christdemokraten vertreten diese Auffassung. Die Werte, „unsere Werte“, die sie jetzt  überall im Munde führen, stammen jedoch von Nietzsche, dem Philosophen des neuen Jahrhunderts, der überall im dunklen subkutanen Bewusstseinsgewebe herum spukt.  Als ökonomische Werte hat sie Adam Smith als erster definiert. Nietzsche hat nicht nur von Werten philosophisch gesprochen, sondern von einer Umwertung der Werte, die jetzt fällig sei, nachdem die christlichen, auf der abendländischen Metaphysik fußenden  Werte erschlafft und zusammengebrochen seien und also keinen Einfluss mehr auf die geschichtliche Wirklichkeit hätten. Die neuen Werte könnten nun nicht mehr transzendental aus dem Christentum abgeleitet werden, sondern müssten von der Macht des Menschen selbst geschaffen  und durchgesetzt werden. Zu dieser Macht will sich aber niemand bekennen, sodass diese Werte nun schon die ganze Zeit wie in der Luft hängende fiktive Gebilde erscheinen, die doch noch irgendwie aus einem Himmel zu kommen scheinen.  Sozusagen wie postchristliche  Reste und Überbleibsel. Das heißt sie sind Ausreden, hohle Phrasen, enthalten  keine konkreten Inhalte und Ziele, wohin mit uns und unserer Sozioökonomie?  Der Historiker Flaig schrieb jüngst in seinem Buch  von der „Niederlage der politischen Vernunft“ , Werte erkenne man an den Opfern, die  Menschen, die an sie glaubten, bereit seien dafür zu bringen.  Da fallen einem die Muslime ein, die Opfer bringen für ihren Gott, der  ihnen sagt, was sie zu tun und wie sie sich zu verhalten haben. Sie brauchen keine selbst gemachten Werte. Vermutlich ist das der Köder, der so viele Konvertiten zu der fremdem Religion hinzieht. Also brauchen wir einen neuen Gott oder wenigstens eine Macht, die sich als Macht bekennt, zu den Werten bekennt, indem sie sie entschieden durchsetzt. Ist das die Quintessenz in der transzendentalen Obdachlosigkeit? Oder müssen wir einfach auf das Superhirn warten, das uns aus dem Silicon Valley angekündigt wird?

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