Olaf Scholz brüllt nicht

Der Hamburger Bürgermeister hat eine noble Art, den Gegner als solchen ernst zu nehmen und nicht als Feind zu verschreien. Gestern beim TV-Stammtisch der Anne Willl zeigte er sich unverhofft  in seiner Ehre als Sozialdemokrat verletzt. Das war ein neuer, guter  Spielball in den üblichen Ritualen gröbster Fleischkäs-Politik. Eine Prominente aus dem politischen Showbizz  beleidigte Scholz, – ja er gebrauchte das Wort beleidigen,.  nämlich die ideologische Tröte Sarah Wagenknecht , die im rein-weißen  Schneewittchenkleid auftrat und wieder alles besser wusste. Wenn sie die Welt der Klassenkämpfe ganz einfach erklärt, hört man wie im Publikum die Groschen buchstäblich in die Gemüter  fallen. Sie würden sie alle wählen, wenn sie nicht diese bucklige unansehnliche Verwandtschaft ständig mit sich herumzöge, statt sie endlich zu Hause hinterm Ofen zu verstecken.  Ja, gefühlsmäßig scheint es sogar wahrscheinlich, dass wenn die CDU so reich und raffiniert wäre wie die Mafia, und sie die Frau kaufte, dann hätte sie sofort  eine Alternative zur alternativlosen Ostelbierin. Aber das ist natürlich utopisch gedacht. Denn sie könnte tatsächlich nicht nur dem sog. Sozialflügel der Christdemokraten den Link vermitteln  zwischen Bergpredigt und marxistischer Sozialethik. Sie weiß sogar und das trug sie gestern wieder vor, wie die Sozialdemokratie Politik zu betreiben hätte, würde sie nicht ständig die armen Arbeiter und Bauern, die Frauen, die Krankenschwestern und Lehrerinnen  verraten, sondern den Idealen des vollbärtigen Erzvaters und Hegelepigonen Karl Marx  treu bleiben, wie sie, die Unschuldsholde. Dieser Hochmut und diese maßlose Jungfern-Arroganz  ertrug der feine Hamburger Bürgermeister plötzlich nicht mehr, ging in seiner behutsamen Art bis an die Grenze seiner Zimmer-Lautstärke,  unterstellte der sozialen Märchenerzählerin  Verschwörungstheorien  und stellte sie schließlich auf eine Stufe mit dem aktuellen Weltübelprotz Trump.  Da war sie, da war man platt , denn sogar dem netten Herrn Laschet versiegte für Minuten sein bürgernahes Dauerlächeln. Nur die altkluge Anne Will versäumte- wie immer dazwischen quatschend- die TV Sternstunde, in der ein tapferer Sozialdemokrat  seine Ehre verteidigte und der hochnäsigen Populistin der Linken Anstand und Sitte nahe brachte.

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