Das Geld kennt keine Fußball-Moral

Im Fußball bricht gerade wieder eine moralische Krise aus. Ein blutjunges Ballgenie erpresst den Verein Borussia Dortmund, nur weil er unbedingt für 130 Millionen nach Barcelona will. 15 Millionen sind ihm zu wenig. Er ist ja noch ein Kind, er ist erst 19, sagt man. Er kann ja gar nichts dafür, aber wie kann er das machen, kennt er keine Vereinstreue ? Oder stecken da andere Leute dahinter, böse Berater und mafiöse Gestalten, wie man jetzt überall im Fußballvolk vermutet.  Es ist ähnlich wie in der Autoindustrie, dort verdient der oberste Manager das 25 fache eines einfachen Facharbeiters, mindestens Das versteht auch kein Schwein. Wie kommt das denn? Es ist der Markt, der irrationale Markt auf der ganzen Welt. Er ist die Ursache, die kaum zu begreifen  ist und steht über der Moral. Er ist moralisch nicht zu erklären, anscheinend nur wie das Schicksal hinzunehmen. Eine alte Crux, ein Unglück im Glück, das stets Kapital und neue Unruhen und  eine Stimmung schafft, die die Köpfe verwirrt und die Gemüter erschüttert. Das Geld mache den Fußball kaputt, sagen sie,  und aus ingeniösen Ingenieuren Betrüger.  Was ist das Geld, was ist mit ihm, war es schon einmal besser, unschuldiger, wer hat es verdorben? Wie konnte es die Tyrannei über die ganze Welt erklimmen? Ist es vom Teufel besessen, den es doch seit der berühmten Aufklärung angeblich gar nicht mehr gibt?

Im Grunde theologische Fragen, die weit über den Fußball , die Bankenwirtschaft und die Autoindustrie  hinausgehen. Beinahe alles konnte durch die mächtige Ratio entzaubert und verklärt werden, sogar große Teile des Weltalls, sogar die Krebskrankheit. Nur der Markt nicht und das Geld nicht.  Man hat Nobelpreise ausgelobt für große Wissenschaftler und geniale Rechner, die das letzte Rätsel lösen sollten. Vergeblich, sie können nicht einmal zuverlässig wie die Seismologen die nächsten Börsenerschütterungen, denen wieder Millionen Bürger zum Opfer fallen werden, voraussagen. Geschweige denn erkennen, wie ein geniales Fußballkind wie Dembele soviel Empörung auslösen kann. Also wenden wir uns wieder an Robert Musil zurück, der in seinem berühmten Roman – „der Mann ohne Eigenschaften“- als erster die Frage stellte, wie kann es sein, dass es geniale Rennpferde gibt?

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s