Neue Terrorpläne

Die islamistischen Terroristen schreiben in ihrer Zeitung, dass sie entsetzliche Anschläge auf unsere Eisenbahnen und Bahnhöfe planen, denn das seien die verwundbarsten  Stellen des Westens und dort sei größtmöglicher Schaden und Schrecken anzurichten.  Vermutlich haben unsere Abwehrstrategen diese Zeitung auch gelesen und denken an Schutzmaßnahmen. Mehr Polizei, mehr Kameras, mehr Netzüberwachung. Mehr Fernsehtalkshow mit Imamen, wo uns diese mit ihren wahren Lügen trösten und einschläfern dürfen.  Denn wir haben viel Schuld auf uns geladen und müssen die Sünden der Kreuzritter aufarbeiten und aufklären. Diese Suada verfängt immer bei uns armen Erbsündern. Sie ziert unser hochmoralisches Image.

Andere Stimmen, die ich höre auf den Straßen, werden laut wie diese: „Ist es nicht an der Zeit, dass unsere Politik aus ihren lauwarmen Toleranzträumen allmählich aufwacht und daran denkt, von bloßer Abwehr auf abschreckenden Angriff umzuschalten? Eine andere Sprache als die von Rache und Strafe verstehen die doch nicht.“ Liberaler geflüstert:  Das hieße doch auch den Muslimen, die nicht aufhören, uns Märchen von ihrer Friedensreligion zu erzählen, ein wenig zuzureden und ihnen klar zu machen, dass sie sich an der Gegenwehr gegen den Terror aus ihren Reihen stärker beteiligen sollten, statt immer nur Forderungen nach Mitleid, Verständnis und Toleranz zu stellen. Auch hätten Polizei und Justiz deutlichere exempla gegen die Salafistenplage zu statuieren, und ihren ausländischen Sponsoren und Unterstützern die Einflusssphären zu sperren. Sonst erleben wir bald entgleisende Zugunglücke und massenhaften Mord in den Bahnhöfen. Und danach natürlich wieder die salbungsvollen Reden, Fußballmannschaften mit Trauerflor am Trikot, denn ganz klar: das sei zwar schlimm, aber letztlich nur eine kleine radikale Minderheit gewesen und man dürfe daraus keine falschen islamophoben Schlüsse ziehen. Schließlich habe der Terror auf Dauer keine Chance gegen unsere Freiheit. Auf welche Dauer? Nun,  unsere Terror-Experten sagen, auf Jahrzehnte, und fühlen sich geradezu wissenschaftlich gut und seriös dabei.  Denn sie können nicht nur rechnen, sondern auch hochrechnen. Das beruhigt ungemein. Deshalb leben wir erst recht einfach weiter, als sei nichts gewesen  und lassen uns niemals einschüchtern. Ja, schön und gut gebrüllt ihr Löwen der offenen Gesellschaft – aber was meint ihr, wie lange geht das noch so?

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Olaf Scholz brüllt nicht

Der Hamburger Bürgermeister hat eine noble Art, den Gegner als solchen ernst zu nehmen und nicht als Feind zu verschreien. Gestern beim TV-Stammtisch der Anne Willl zeigte er sich unverhofft  in seiner Ehre als Sozialdemokrat verletzt. Das war ein neuer, guter  Spielball in den üblichen Ritualen gröbster Fleischkäs-Politik. Eine Prominente aus dem politischen Showbizz  beleidigte Scholz, – ja er gebrauchte das Wort beleidigen,.  nämlich die ideologische Tröte Sarah Wagenknecht , die im rein-weißen  Schneewittchenkleid auftrat und wieder alles besser wusste. Wenn sie die Welt der Klassenkämpfe ganz einfach erklärt, hört man wie im Publikum die Groschen buchstäblich in die Gemüter  fallen. Sie würden sie alle wählen, wenn sie nicht diese bucklige unansehnliche Verwandtschaft ständig mit sich herumzöge, statt sie endlich zu Hause hinterm Ofen zu verstecken.  Ja, gefühlsmäßig scheint es sogar wahrscheinlich, dass wenn die CDU so reich und raffiniert wäre wie die Mafia, und sie die Frau kaufte, dann hätte sie sofort  eine Alternative zur alternativlosen Ostelbierin. Aber das ist natürlich utopisch gedacht. Denn sie könnte tatsächlich nicht nur dem sog. Sozialflügel der Christdemokraten den Link vermitteln  zwischen Bergpredigt und marxistischer Sozialethik. Sie weiß sogar und das trug sie gestern wieder vor, wie die Sozialdemokratie Politik zu betreiben hätte, würde sie nicht ständig die armen Arbeiter und Bauern, die Frauen, die Krankenschwestern und Lehrerinnen  verraten, sondern den Idealen des vollbärtigen Erzvaters und Hegelepigonen Karl Marx  treu bleiben, wie sie, die Unschuldsholde. Dieser Hochmut und diese maßlose Jungfern-Arroganz  ertrug der feine Hamburger Bürgermeister plötzlich nicht mehr, ging in seiner behutsamen Art bis an die Grenze seiner Zimmer-Lautstärke,  unterstellte der sozialen Märchenerzählerin  Verschwörungstheorien  und stellte sie schließlich auf eine Stufe mit dem aktuellen Weltübelprotz Trump.  Da war sie, da war man platt , denn sogar dem netten Herrn Laschet versiegte für Minuten sein bürgernahes Dauerlächeln. Nur die altkluge Anne Will versäumte- wie immer dazwischen quatschend- die TV Sternstunde, in der ein tapferer Sozialdemokrat  seine Ehre verteidigte und der hochnäsigen Populistin der Linken Anstand und Sitte nahe brachte.

Alte Wertsachen

Es sind Vokabeln im Umlauf, die schon so alt sind, dass niemand mehr weiß , woher sie kamen, wer ihre Eltern und Großeltern gewesen sind.  Werte ist so eine Vokabel, niemand erinnert sich mehr an ihre Jugendzeit, aber jeder führt sie wie alte Bekannte im Munde. Der Vorwand muss nicht einmal besonders feierlich sein, sie sind,wie die Fußballer dauernd sagen, in jedem Focus . Werte klingen auch so ähnlich wie die Prioritäten, nach denen der Mittelständler sein knappes Geld anlegt. Werte wie gesagt, auf denen alles ruht, unser ganzes Wohlsein,  sagt man, aber niemand tut etwas für sie. Aber ich will mich nicht einmischen, beobachte nur die Verwechslungskurse der Kommunikation, wenn die Gesellschaft mit sich selber spricht. Denn ich brauche nur den Kopf zu schütteln, wenn die Therapierten und Esoterischen bei jeder Gelegenheit betonen, wie wichtig das positive Denken im Leben sei, um sofort diffamiert zu werden. Entweder als Nörgler, als Pessimist oder als lebensuntauglich, wie die zeitgemäßen Beleidigungen gerade  lauten. Vermutlich meinen sie damit auch nicht das Denken, sag ich mir, das positiv sein soll, sondern nur ihre Freizeitgestaltung. Wer kennt sich schon so genau aus im gemein üblichen Wortgebrauch? Der Kampf gegen die allgemeine Dummheit oder Zurückgebliebenheit, freundlicher gesagt, ist nutzlos , da er gar keinen Gegenstand hat, sondern nur eine Verkleidung angreift  von etwas, das weder aus Fleisch und Blut, noch einen Namen trägt. Denn wer wollte schon so dumm sein, die Chance nicht zu nutzen, um sich  in den Ehrenkleidern von Weltoffenheit, Empathie und Toleranz zu zeigen ? Solche Gemeinplätze schmecken nach Menschlichkeit und Konsens, machen jeden beliebt, auch wenn sie gar nichts mehr bedeuten, durch endlosen Gebrauch schon ganz zerschlissen sind?

Wer wollte schon bezweifeln, dass ein gewisse Beimischung vergangener Volkstümlichkeit jede Musik auf Anhieb erfolgreicher macht, als wenn sie sich ein tönendes Büßerhemd des Schweigens überzieht, um dem grausigen Weltlärm zu opponieren ? Bescheidenheit ist etwas Schönes, aber von Schauspielern nicht weniger echt zu geben,  als von armen Menschen. .

Spitzenfrauen

Da die Bosse in den großen Konzernen immer noch nicht begreifen wollen, dass sie viel mehr Frauen in die obersten Führungsetagen zu befördern haben, versucht man im deutschen und auch im skandinavischen Fernsehen dieses Defizit zu kompensieren, indem man immer mehr Frauen als Hauptkommissare  in den Krimis einsetzt. Sie sind die strategisch besseren Köpfe und können mindestens genauso gut schießen wie ihre männlichen Kollegen. Auch ihre körperliche Ausbildung ist so weit fortgeschritten, dass die Kriminalistinnen es oft budspencermäßig  gleich mit mehreren männlichen Muskelpaketen aufnehmen können.  Sie sind nicht nur sehr stark und fit, sondern  denken eben mitten in der Keilerei  nach, wie sie die simplen Machos am besten zu Boden strecken und in Handschellen abführen. Diese weibliche Mission hebt auf die Dauer das Selbstwertgefühl der Millionen Zuschauerinnen ganz erheblich. Das haben die neuesten Studien schon deutlich gezeigt. Anders bei den Franzosen, sie  setzen zwar auch schon oft Kommissarinnen ein, aber diese machen noch Fehler und müssen oft  noch von ihren männlichen Kollegen belehrt und korrigiert werden. Dafür trumpfen sie oft mit ihren erotischen Stärken auf, die bei den deutschen Fabrikaten nur dezent und andeutungsweise, bei den Skandinavierinnen etwas schriller und burschikoser zum Zuge kommen.   Ganz hinten rangieren in der weiblichen Krimi-Initiative die Engländer, bei diesen ist die gesamte oberste Polizeiführung noch immer rein männlich dominiert. Frauen spielen wie früher nur im Hintergrund und  in traditionellen Bürorollen mit.  Man darf gespannt sein, wann der Bann gebrochen werden kann und skandinavische wie  deutsche Frauen endlich auch bei den bösen dämonischen Kräften das Heft in die Hand nehmen. Ansätze dahin sind zu beobachten, aber sie arbeiten im Bösen immer noch mehr vom smartphone und von Hinterzimmern aus, schießen noch nicht so oft  oder foltern als tatkräftige Sadistinnen ihre Opfer, ähnlich brutal  wie die männlichen Verbrecher.  Ich denke, wenn es so weit ist, dann werden auch die Bosse der Konzerne das Umdenken lernen.

Erdogan und deutsche Türken

Man tut nichts Gutes, fürchte ich, wenn man nach dem Desaster mit Erdogan einen neuen Dialog sucht zwischen Türken und Deutschen, und dabei jenen Honig ums Maul  schmiert, wie gestern der Herr Gabriel es wieder tat. Man muss alles tun, sagt er, um  das gute Verhältnis hierzulande zwischen Türken und Deutschen nicht zerstören zu lassen. Deutschland müsse den Türken schließlich dankbar sein, denn diese hätten Deutschland mit aufgebaut.  Das ist natürlich genau der Kitsch, den die Türken gerne hören. Fairerweise hätte er dann aber auch die Italiener, Griechen und Jugoslawen  nennen müssen, die hier Jahre lang gearbeitet haben.  Aber klar, Kunst-Nebel muss her, es ist Wahlkampf, da wird gröber geklotzt  als sonst und die wahlberechtigten Türken, 70 Prozent von ihnen sind SPD Wähler,  und sie sind es gewöhnt, von Erdogan wie kleine Kinder behandelt zu werden. Wir sollten ihm das nicht nachmachen, sonst wird daraus nur eine maßlose Schönfärberei, aus der man schwer wieder zu den Tatsachen gelangt. Wir sollten die Türken ernst nehmen und Klartext mit ihnen reden, wie die Kurdin Frau Ates gestern am Illner Stammtisch im ZDF. Sie fragte, wenn viele Türken den Erdogan so toll finden, warum gehen sie dann nicht zu ihm in die Türkei? Erdogan spritzt Gift in die deutsch-türkische Community,  das ist nicht erst seit gestern der Fall, man hat ihn nur viel zu lange gewähren lassen. Denn ein tolerantes Image regelt zwar keine Probleme, aber versteckt sie trefflich. Ergibt immer ein moralisches Remis im Schuldendisput.  Doch jetzt schein eine Grenze erreicht und mit der Anbiederung an unsere lieben Mitbürger und Gäste vom Bosporus, wie Gabriel  sie betreibt, fördert man nur die Flucht aus der Realität. Warum sprechen nicht mehr Türken öffentlich zu uns ? Und zwar möglichst  Arbeiter und Leute aus dem Volk, statt immer nur die medienaffinen ideologischen Vertreter aus Presse und Moscheen? Sie mögen uns doch mal erklären, warum ihre Frauen nach Jahrzehnten hier wohnhaft in den Hinterzimmern immer noch kein Wort deutsch sprechen? Oder warum so viele ihrer Jungen Schulabbrecher sind? Das deutsch-türkische Verhältnis ist schon lange in einer Schieflage, nicht allein durch Erdogans rüpelhafte Einmischung in unsere Innenpolitik . Er spitzt die Lage natürlich zu, sodass auch die Deutschen ihr nicht mehr mit wolkigen Phrasen ausweichen können.

Verlust der Freiheit- Flucht nach innen

Habe mich allzu lange vom Wahn des Infozeitzalters mitsamt seinen Millionen von Daten ablenken lassen, aus dem ich mich schrittweise zurückziehe, denn es geht darin um viel weniger als die meisten vermuten, von der neuen Technik geblendet und von der Angst geschüttelt, sie könnten abfahrende Züge verpassen, von denen einer gewiss in ein Neuland der Offenbarung führen würde. Bluff, nichts als Bluff. Das sieht man schon daran, dass ausgerechnet Journalisten die anführenden Agenten sein sollen..Der Wahn geht so weit, dass jeder jetzt Journalist sein will, von Recherchen reden sogar die Hausfrauen, wenn sie sich bei Google über die Lebensmittelangebote unterrichten lassen.-Recherche- das Schlagwort der Epoche. Ich bin nicht mehr interessiert, seitdem sie immer lauter skandieren: wir haben keine Angst, wir leben so weiter wie immer, unsern Hass kriegen die Barbaren nicht. Als könnte man mit dem Gefühl des Hasses Geizpolitik treiben. In Wahrheit fehlt ihnen nur die Vorstellungskraft dafür, wie grässlich es ist, von einem Lastwagen überfahren zu werden. Insofern sind die Solidaritätsrituale, verübt sogar auf jedem Fußballplatz, nichts als Verdrängung der Angst. Schutzrituale, mit welchen sie ihre unsinnige, unpolitische All-Toleranz bemänteln. Sie wissen nicht, dass man den Krieg, der schon wütet, nicht mehr lange ignorieren kann.Es ist wieder wie bei den beiden vergangenen Weltkriegen, sie wollten sie so lange nicht kommen sehen, bis sie mittendrin waren. Ich wende mich ab, kann nicht helfen. Ziehe also meine Vorhänge zu und lese in Robert Musils großem Roman, wieder und wieder. Das Buch des 21. Jahrhunderts.

Heute also die erotische Episode: Bonadea besucht ihren Liebsten,Ulrich. Dieser zeigt keine Lust auf ihr Begehren einzugehen, flieht in seine allgemeinen Reflexionen, die er mit rhetorischer Finesse vorträgt, wohl wissend, dass er sie damit fasziniert und gleichzeitig zurückstößt, ja kränkt. Aber sie gibt nicht auf, die Bürgerliche mit der hochanständigen Fassade, unter der es brodelt und beinahe zischt. Sie möchte ihn aus seinem intellektuellen Labyrinth herausführen in den seligen Bezirk ihrer leidenschaftlichen Gefühle für ihn. Sie tut sich schwer, sie fühlt sich ungeübt auf dem erotischen Gefechtsfelde. Zu Hause hat sie einen Mann, einen Richter von Beruf, der seine Pflicht bereits erledigt und für ausreichend Nachkommen gesorgt hat.Ihre Gefühlswelt bleibt ihm verschlossen und er geht lieber zur Jagd, als sich in seine Frau zu vertiefen. Ulrich scheint auf seiner Gedankenjagd ähnlich zu handeln, ohne dass ihm ihre Gefühle unbekannt blieben. Seine Motive der Weigerung  allerdings kennen wir nicht und auch Musil, der verborgene Erzähler, verrät sie uns hier noch  nicht. Empfindsam schildert er ihre halbbewussten Versuche, an ihr Ziel zu kommen und steuert auf die satirische Schlusspointe zu: Plötzlich bildet sie sich einen Floh ein, der irgendwo ihren Leib aufsucht. „ Sie kreischte leise auf, bekam hochrote Wangen und forderte Ulrich auf, ihr suchen zu helfen. Ein Floh bevorzugt die gleichen Gegenden wie ein Liebhaber;  Sie suchen überall, an all den reizvollen Zonen und Stellen-„ Doch der Floh war nicht zu finden. „ Da fing Bonadea wie ein kleines Mädchen , das sich schlecht aufgeführt hat, zu weinen an.“Bonadea ist verzweifelt und der Leser möchte,aber kann darüber nicht gerade wie befreit auflachen.

In dem Kapitel erlebt man nicht nur das komische Scheitern einer Liebesaffäre, sondern die weite und ungeheure Freiheit des Denkens, die ich in meiner äußeren Katastrophengegenwart jetzt nicht mehr verspüren kann. Ich hasse den Feind, der jetzt überall ist und zieh mich aus Furcht nach innen zurück.