Würselen oder ein anderer alter Inhalt.

Man mag von dem neuen Schulz ja halten was man will. Eines steht fest: Er kann verdammt viel schuften, sagt er klar, um für den einfachen Mann, die Aldi-Kassiererin und den hart arbeitenden Bäckermeister um die Ecke, die Altenpflegerin, – kurz für die ganz normalen Leute, die mit ihrer täglichen Arbeit unser Land tragen, anständige soziale Politik zu machen. Er will Bundeskanzler werden und die soziale Gerechtigkeit  in der Tradition von August Bebel, Kurt Schumacher und Willy Brandt  wieder einführen und herstellen. Es muss  Schluss sein mit der neoliberalen Abzockerei der Managertypen, die für ihr Versagen, mit dem sie unser Land in den Abgrund führen, auch noch Boni  bekommen. Das alles sagt er in einer schlichten klaren Sprache, die das Volk endlich wieder kapiert, da quatscht ihm die etablierte, blasierte Anne Will, die in ihrem Leben sicher noch nie beinhart gearbeitet hat, mit Bedenken dazwischen wie: Aber er habe ja gar kein Abitur und sei bisher bloß Bürgermeister von Würselen gewesen,  wie soll das denn gehen, sie müsse ihn deshalb fragen, wie auch der Spiegel, das bekannte Revolverblatt, sich gefragt habe: Ob er nicht an Selbstüberschätzung leide? Also fragt man so unanständig einen Mann, der soeben kundtut,  mit welchem Mut und welch absolut fester Entschlossenheit er sein neues Amt antreten wird, um Bundeskanzler von Deutschland zu werden?  Das ist doch obszön, das muss er sich doch nicht gefallen lassen. Aber Schulz verliert seine Beherrschung nicht. Er weist die unverschämt dreisten Fragen der Creditlady Anne mit einfachen Worten zurück,  ohne aus der Haut zu fahren.  Die Bosse in der ARD-Chefetage werden feixend gejubelt haben, die Anne, ihre gute Anne kann zubeißen, die geht ran, wo ein Günter Jauch allenfalls bübisch gegrinst hätte. Die Banker in der VIP Lounge und die Jungmanager vieler Startup- Läden in Deutschland werden den Kopf geschüttelt haben über das Kartoffeldeutsche  des Schulzschen Auftritts: Völlig uncool, dieser Mann will ja auch  zurück in die Vergangenheit der Kernseife und des verklemmten, völlig ungeilen  Büstenhalters. Die Abgehängten aber, auch die einfachen Bürger der ehemaligen DDR, werden aufgehört haben, endlich spricht einer wieder so ähnlich wie sie , sodass sie ihn verstehen können. Er redet nicht von Differenzieren, man muss differenzieren in der Digitalisierung und die  Komplexität reduzieren, und all so n Quark, was soll das denn, das ganze Gebrabbel überhaupt ? Fragt sich der Malocher und die Lidverkäuferin schon lange. Dahinter verbergen sich doch bloß die abgehobenen Schnösel und Managertypen bei VW und  den Banken: hör mir doch uff. Der Schulz hat ganz recht. Wenn der Schulz das durchhält, könnte er nicht der Angela, wohl aber der AFD noch gefährlich werden. Er will auch zurück zum Anstand in Deutschland, zu mehr Polizei und starken Gewerkschaften,  aber mit einem ganz anderen alten Inhalt.

 

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