2017-Jahr der miserablen Redner

das kommende Jahr  wird voller Geschrei, öffentlicher Rüpeleien, der Verleumdungen und Fake-Nachrichten werden, denn es ist leider ein Wahljahr. Das Pöbeln hat sich -siehe Trump- bezahlt gemacht. RTL richtet seinen „heißen Stuhl“ wieder neu ein, wo sich die Kontrahenten dann erneut anbrüllen können. Reden als Volksbelustigung wird wieder hochaktuell. Die CDU wird  die alten staubtrockenen Phrasen wiederholen und sich als seriöse Kraft darstellen, die SPD wird auf ihren sozialen Kalauern herum reiten, die Linken werden den Superreichen den Kampf ansagen, wenn nicht sogar den Krieg erklären. Die Grünen werden wieder vor Moral triefen und ihr politisches Utopia mit ihrem Gefühlsparfüm verkaufen wollen. Nur die AFD wird klobig wie je ein deutscher Normalo auftreten, in altvorderem Sakko versteht sich, und die alten Redensarten von der Kirche im Dorf,  von der nationalen Souveränität wieder erwecken. Auch nichts Neues, aber klarer und deutlicher in der Aussprache. Eine alte deutsche Tugend: Karten auf den Tisch, Klartext bitteschön. Welch bittersüße Erinnerung.

Ja, aber wo bleibt denn da die Komplexität rufen die anderen unisono dagegen, das ist nicht zu einfach, die Welt wird immer komplexer, einfache Lösungen sind Tricks der Rattenfänger. Usw. In diesem Drahtverhau der  völlig entgleisenden Rhetorik, mit der die einen Nebelkerzen werfen, die sie Differenzierung nennen und die anderen als altbewährte Hausmannskost servieren, in dieser verhunzten Sprachwelt wäre guter Rat dringend notwendig. Doch wer will ihn schon? Die Politisch Korrekten? Die Genderistenmafia, die von der Sprachschändung profitieren will, die Lyriker der Traditionalistenvereine mit ihrem Rollback-Pathos? Die Wissenschaftsschwätzer aus der Soziologie und Psychologie? Rhetorisch wird es ein heilloses Jahr werden, für diese Vorhersage muss ich keine Prophetenmaske aufziehen, es ist offensichtlich.  Und wir Rhetorikfachleute sind den Sprachbanausen natürlich viel zu teuer.

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