Die Instanz und die Deserteure

Karl Kraus war- ich weiß bis heute nicht von welcher transzendenten Instanz – berufen, die anderen um ihn herum beim Phrasendreschen zu erwischen. Unermüdlich belegte er mit präzis aus der Masse geschnittenen Zitaten, dass deren Wechsel sprachlich nicht gedeckt waren. Bis ins kleinste Detail, bis zum falsch gesetzten Komma,  verfolgte er den Sprachzerfall bei den Sprechern, die plötzlich aus dem sprachlichen Ethos ausrissen, das sie dann bald nicht mehr kannten. Dieser Zerfall wirkt bis heute fort.

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Die Populismuskeule ist ein Bumerang

Die jetzt mit dem Vorwurf des Populismus auf andere eindreschen, werden bald merken, dass die  Keule auf sie zurückschlägt. Der Populismus erscheint als die Signatur der Epoche und ergreift allmählich alle, vor allem die Grünen und Linken mit ihrer Gesinnungspolitik dürften sich vom Fluch des  Populismus, der sie von Anbeginn still begleitete, nicht mehr befreien können. Sie sind die wahrhaft Antimodernen, die sich samt ihren ideologischen Scheuklappen aus dem 19. Jahrhundert in ihrer  Phrasenwelt verstiegen. Aber auch die Technokraten der sozialen und christlichen Parteien werden aus ihrem pseudowissenschaftlichen Kauderwelsch heraustreten, in ihren Rettungsschirmen auf dem Boden ankommen und wieder in deutscher Sprache erklären müssen, warum sie den Banken Milliarden verschafften, während sie den Eigenen, dem arbeitenden Volk, die harte Tugend der Sparsamkeit abverlangten. Das Gezeter wir ziemlich populistisch klingen. Aber vielleicht kommen ja aus den Algorithmen bald neue Hoffnungszeichen.

Differenzieren

Dieses Modewort dient inzwischen jedem geistigen Dreikäsehoch, ob Journalist, Show-oder Businessnatur, seine dünnen Meinungen aufzuwerten. Mit diesem Unwort des Epochenumbruchs kann man jedes Loch in der Argumentation stopfen, um vorzugeben,   man wäre der viel zitierten Komplexität gewachsen und überhaupt viel gescheiter als man tatsächlich ist.  So dieser schwafelnde Journalist Kienzle,  der nur weil er eine Zeit lang in arabischen Ländern den Kehrichtsammler für dias Fernsehen geben durfte, glaubt, er sei berechtigt, zum Islam tiefer klingendes Zeug zu verzapfen.

Man müsse differenzieren. “ Genau“ springt der Moderator Lanz ihm flugs bei, “ man muss immer differenzieren und genau unterscheiden zwischen Islam und Islamismus“. Ein bodenloses Geschwätz, mit dem sie die Quotenillionen abfüttern, die wohl nicht einmal  ahnen, welchen Vollpfosten sie da wieder ihr Ohr geliehen haben. Und diese Fernsehpfuscher meinen, andere des Populismus bezichtigen zu dürfen, um  so die  eigene mit viel liberaler Soße getränkte Demagogie zu vertuschen.

Meinungsfreiheit

sie wird mittlerweile auch von  liberalen Schwätzern wie Markus Lanz beschädigt und ruiniert. Warum stoppt niemand diesen Schwätzer, der nichts amderes ist als ein alternatives Pendant zu dem schrägen und militanten Pierre Vogel, den auch niemand stoppt. Da darf man sich nicht wundern, dass die Leute Zuflucht suchen bei der AFD.  Islamisten und liberale Windbeutel besetzen und verseuchen das Land, bis alle im Nebel ersticken. Wer die Meinungsfreiheit also retten will, muss Leute wie den Lanz von der Bühne fegen, auf die er nicht gehört und Leute wie den Pierre Vogel samt seinen Fans  ins Gefängnis werfen. Anders wird kein vernünftiger Schuh mehr draus.

Was das sog. Volk will und braucht

Das Volk will in der Politik hin und wieder eine Schlägerei sehen, eine Rudelbildung sagt man im Fußball, dann geht es echt zu. Nicht sich gegenseitig in Hinterzimmern die Posten zuschieben, das findet das Volk ekelhaft. Das Volk liebt Schlägereien wie die zwischen Willy Brandt und Kohl, oder Strauß und Jutta Ditfurth, die hat damals eine aufs Maul gekriegt. Deshalb die AFD, die sagen es wenigstens wieder mal. Reinigende Luft.  .Auch n der Kultur, wenn der Reich Ranicki ein paar Schriftsteller abstrafte und verprügelte. Da kam jedes Mal Stimmung auf. Da ging der passionierte  Nichtleser am nächsten Tag in eine Buchhandlung, wo er normalerweise nie hinging und bestellte für seine Enkelin einen der Schmöker, den der Verreißer ausnahmsweise lobte. Da war wieder Ruhe und Gerechtigkeit im Karton. Das fehlt heute doch total.

Die Heinepreisträgerin

eine Schottin, eine Autorin namens Kennedy hielt eine rein-ethisch saubere Rede, zeichnete ein düsteres Bild von Großbritannien, plädiete für die Kunst als Herz der Demokratie und sprach sich deutlich für eine politisch engagierte Literatur aus. Man fühlte sich wie Anfang der 50er Jahre, als Sarte solches schon einmal forderte.. Alles richtig, alles sehr gut, alles auch sehr bekannt. Doch die Frage, warum kriegt keiner mehr den Heinepreis, der Heine nicht bloß gelesen hat, sondern auch etwas von seinem Witz hat, von seinem spielerischen Geist, stellt sich keiner mehr offenbar.  Gibt es den Geist Heines gar nicht mehr?  Vor ein paar Jahren wollten sie den Heinepreis sogar dem Peter Handke umhängen. Nichts gegen den esoterischen Poeten, aber was hat er mit Heine zu tun? Nichts. Er hat ihn dann nicht bekommen, weil er politisch inkorrekte Meinungen vertreten habe. Ein kleiner Skandal, aber wahrscheinlich, hätte er den Preis bekommen, hätte er auch die Chuzpe gehabt, ähnliches sofort zu sagen, das er  beim Schillerpreis sagte: „Ehrlich“-Er habe mit Schiller nie etwas am Hut gehabt. Und dankte artig für den Preis. Machte nichts, war gar kein Skandal..Seltsam dieser Geistbetrieb, er erfindet einfach Preise und findet dann keine adäquaten Preisträger mehr dafür. Dem Udo Lindenberg gab man- kein Witz- den Jakob Grimmpreis. Aus sprachlichen Gründen, sagte die Jury, die offensichtlich alle Songs des Panikrockers zu Hause hat, aber  noch nie einen Text von Jakob Grimm gelesen hat.

Man  man muss solche Dummheiten wohl literarischen Populismus nennen.

Politisch korrekt und berufsschwul

Der neue Spiegel ist wieder zum Gähnen langweilig. Aus dem Sturmgeschütz haben sie ein lauwarmes Eunuchenblatt gemacht. Immerhin teilen sie mit mir die Schadenfreude, dass sie den Beck, den politisch korrekten Dauerschwafler, nun aus der Politik rausgeworfen haben. Der war ja nicht mehr zu ertragen. Er hat aus seiner Schwulheit einen Beruf gemacht. Freilich diese Absurdität  muss ihm in der verklemmten Öffentlickeit hierzulande erst einmal einer nachmachen. Die intelligenteren Schwulen werden freilich sehr  froh ein, dass er ihr Image nicht mehr beschädigen kann. Schwulsein kann doch so herrlich pervers sein, wie wir alle wissen, er aber mimte ständig den Gutmenschen und trat auf wie ein politischer Kardinal, der die Braven von den Bösen unterscheiden kann. Diese Planstelle aber besetzte der Stino Cem Özedmir immer besser. Und die führenden Muslime unterstützen offiziell keine homosexuellen Karrieren.