Der Oettinger und die Schuhcreme in chinesischen Haaren

Der Oettinger hat wieder getan, was er gar nicht kann, er hat geredet. Vor Unternehmern in Hamburg. Dabei sind ihm ein paar faule Witze über Chinesen als  Schlitzaugen ,die Homo-Ehe als Pflichtnummer und freilich auch über die Frauenquote herausgerutscht, die sofort die politisch Korrekten auf den Plan riefen, die natürlich und flugs mit ihren bluternsten  Keulen des Rassismus und des Sexismus ausrückten, also mit ihren Automatismen, wie man im Fußball sagt. Natürlich ist das jetzt ein Skandal, der wieder ein Bierfest der Aufklärung, sprich einige erregte Talkshows zur Folge haben wird, wie weiland der Dirndlscherz des weinseligen Busenfreundes Brüderle. Verehrter Günther, so etwas darfst du doch nicht sagen und statt sofort den Mund zu halten, und sich für eine Weile in die Büsche zu schlagen, verteidigst du deinen  rhetorischen Unfall und verschlimmerst alles noch.  Denn er habe das so doch gar nicht gemeint. Dass er in einer Rede unter anderem das Wort „Schlitzauge“ verwendet habe, sei nicht anstößig gemeint gewesen. „Das war eine etwas saloppe Äußerung, die in keinster Weise respektlos gegenüber China gemeint war“, sagte er der „Welt“. Man müsse seine Rede doch im Gesamtzusammenhang betrachten. Ja schon, aber das Wort kein ist nun mal außer in Schwaben nirgends  in den Superlativ zu steigern. Das weiß man doch, Günther,  herrje, liebs Herrgöttle vo Biberach.

Für den Chef der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, ist Oettinger in seinem Amt logischerweise nicht mehr tragbar: „Es ist peinlich, dass ein solcher Rassist und Sexist EU-Kommissar für Deutschland ist“. Bartsch rief Bundeskanzlerin Angela Merkel auf: „Frau Merkel, ziehen Sie diesen Mann zurück!“SPD-Generalsekretärin Katarina Barley stellte ebenfalls  Oettingers Eignung als EU-Haushaltskommissar in Frage: „Jemand, der offene rassistische und homophobe Ressentiments bedient, disqualifiziert sich für politische Spitzenposten“, sagte sie „Spiegel Online“. Oettinger müsse dringend sein Weltbild überprüfen.

Ach, nein. Günther Oettinger hat doch noch nie ein Weltbild nötig gehabt. Er sagt doch nur, was er meint, wenn er sich gar nichts dabei denkt: .

„Letzte Woche waren die chinesischen Minister bei uns, zum Jahresgipfel ‚China-EU‘. Neun Männer, eine Partei. Keine Demokratie, keine Frauenquote, keine Frau – folgerichtig.“ Und: „Alle: Anzug, Einreiher dunkelblau, alle Haare von links nach rechts mit schwarzer Schuhcreme gekämmt.“

Schuhcreme in chinesischen Frisuren, ein Bild für die ewige Faßnacht.

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