Der erschütterte Glaube

Wer glaubt noch an die friedliebende Religion des Islam? An die Religion, die keiner Fliege etwas zu Leide tun will. Die mit Terror gar nichts zu tun hat. Die nur von einer Minderheit von Terrorgesellen missbraucht wird? Eine Religion, die zu uns Deutschen gehört? Wer möchte das noch laut sagen, jetzt da ein Islamist, der in den Geheimdienst eingedrungen war, entdeckt worden ist. Ein Versehen, nur eine Panne? Wo werden die Islamisten noch überall eingedrungen sein, ist der Eindringling der einzige, ein Einzelfall  im Geheimdienst? Mischt ein anderer dieser Fanatiket vielleicht auch in der Bundeswehr, in der Polizei, im Bankensystem, bei den Grünen, bei den Feministen mit? Wer könnte uns  garantieren, dass das ausgeschlossen ist? Die Regierung? Die Islamverbände? Sie werden reden, ja alle werden sie jetzt reden, viel reden, um den Schrecken zu verdrängen. Aber auch die Frage, wie werden wir diese religiösen Fanatiker wieder los, wird nicht mehr verstummen. Man wird diese Angst, diesen Verdacht  instrumentalisieren im Wahlkampf, man wird soviel von diese Gefahr reden, dass die Gewalttätigkeit zunehmen wird auf allen Seiten. Und der Kardinal und der Oberprotestant, die beide auf Wunsch friedliebender Moslems ihre Kreuze ablegten, als sie in den Jerusalemer Felsendom eintraten, werden sie sich jetzt endlich für ihre Unterwerfung schämen? Der evangelische Landesbischof von Bayern und EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm begründete diese Verleugnung des Kreuzes mit dem „Respekt“ gegenüber dem moslemischen Gastgeber, der das so gewünscht habe. Ein Menetekel, wie werden sie es auslöschen können, jetzt da schon ein Maulwurf im Geheimdienst aufgeflogen ist?

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War Castro ein Politiker und ist Frau von der Leyen noch eine?

Fidel Castro ist tot, starb gestern, gerade noch rechtzeitig, bevor die komplexe Welt auch seinen Echoraum überschwemmen konnte. Doch er war bis zuletzt im Besitz seiner absoluten Wahrheit , nach der er lebte und herrschte. Anders Uschi von der Leyen, sie zeigt sich bekümmert, weil ihre ehrlichen Lösungen kaum mehr vordringen in die Echoräume ihrer Zeitgenossen und Wählerinnen.  Sie habe keine absolute Wahrheit mehr, sagt sie, aber sie suche ehrlich nach Lösungen, die Wut erzeugten bei den Bürgern und ihren Wählern, weil die Lösungen zwar ehrlich, aber eben auch zu komplex seien in dem gegenwärtigen Umbruch von Globalisierung und Digitalisierung.  Das sei nun mal so, das müsse man offen zugeben in einer offenen Gesellschaft. Für Demokraten gebiete der Anstand, auf jede Art von Propaganda zu verzichten. Aber natürlich akzeptiere sie den Vertrauensverlust bei den Bürgen, ihre Wörter geraten  hier merklich ins Rutschen, sie spürt das und sucht nach einer Erklärung, da sie leider den Film „Atemlos“ mit Richard Gere nicht kennt, der seiner Freundin sagt, als sie nach der Zukunft ihrer Liebe fragt: „ich kenne sie nicht, ich habe sie nie gesehen, deine Zukunft.“ Im Subtext seiner lässigen Gesten die ironische Pointe:  Sie wird sich schon melden, wenn sie da ist. Diese Unbekümmertheit kennt Uschi von der Leyen nicht, sie fühlt sich zu Antworten verpflichtet, auch wenn sie keine hat zur Zeit, weil sie fürchtet, die Demokratie könnte sonst vor die Hunde gehen. Es helfe nur aufklären, aufklären, aufklären. Gleichwohl sei bei ihr doch nicht alles rein rational, da unterstelle man ihr ganz falsche Argumente. Sie treibe viel mehr die Frage um, ob wir den Artikel 1 des Grundgesetzes von der Würde des Menschen tatsächlich in alle Echokammern der Gesellschaft vermitteln können, egal wie die Bewohner dieser Kammern nun liebten, lebten oder glaubten. Das sei das Problem heute, das der Populismus keinesfalls zerstören dürfe. Dafür kämpfe sie. Fidel Castro hätte die gute Frau für politisch ahnungslos gehalten. Denn sie durchschaue ihre eigene Propaganda nicht. Er hätte nur gelächelt in seinem Trainingsanzug, denn seine Uniform legte  er in seinen letzten Jahren nicht mehr an. Krankheitshalber , Wie sähe das denn aus, ein kranker Mann in Uniform? Stillos. Seine Echokammer war größer als die Uschis. Das kann man feststellen. Denn er glaubte wohl bis ans Ende an seine absolute Wahrheit.

Das schwatzhafte Fernsehen

Das ZDF ist bekanntlich eine Art Stadelmuseum geworden, wo vor allem die Alten ihre Heimat finden. Kein Wunder, dass darin deshalb die Schwatzhaftigkeit zum Markenkern und der nette Herr Lanz der wahre Zeremonienmeister geworden ist. Neulich, hörte ich, soll in seiner beliebten Salbaderstunde ein Korrespondent aus Algerien zu Gast gewesen sein, der eindringlich vor der Islamisierung Europas gewarnt hat. Oh Jammer. Er wisse, wovon er rede, denn er habe in Algerien das Schlimmste diesbezüglich erlebt. Der Prozess beginne damit, dass man auf den Trick hereinfalle und naiv zwischen den Begriffen Islam und Islamismus unterscheiden wolle. Es sei aber dasselbe. Der brave, sagenumwobene Muslim kenne diesen Unterschied gewiss nicht, wenn es  ernst werde. Denn letztlich verbinde ihn, wenn es soweit und die Islamisierung Europas vollzogen werde, im Namen Allahs immer noch mehr mit jedem Islamisten, auch wenn dieser gewalttätig werde, als mit dem säkularen Westler, der ja vor keiner Vulgarisierung der Sitten zurückschrecke. Diese Art von Freiheit, wie das genannt und firmiert werde, sagen sich die Muslime hätten sie, so  normal und  friedlich sie sicher stets seien, aber noch nie überzeugt. Diese unsere Freiheit kennten und schätzen sie nicht, sagte der Korrespondent, kannte kein Pardon und malte rücksichtslos den Leibhaftigen an alle vier Studiowände.  Es muss sehr turbulent zugegangen sein in der Salbaderstube. Lanz sei sofort wortreich wie immer auf seine guten Erfahrungen mit Muslimen, auch im Ausland,  ins Schwärmen gekommen und fürchtete sehr, dass seine ZDF-Steckenpferde der Toleranz und der Gutmenschlichkeit aus dem Schaufenster fielen. Er brachte seine Sendung zügig, aber mit einiger Not über die Runde, der er wie gewohnt überschwänglich dankte und er fing sich schließlich wieder, indem er sogar dem skandalösen Korrespondenten Schirmbeck noch einmal sein notorisches Bonmot zuwarf: „schön dass Sie bei uns waren“. Aber es ist wahr, sagte er später in der ZDF- Cafeteria zu seinem Freund und  Intendanten Thomas Bellut, ich war in Sorge, denn ich sag es mal so: die alte Quote ist ängstlich genug, da sagt man sich doch, wir können den Zustand nicht auch noch schüren. Bellut stimmte ihm zu: Jaja, Sie kommen eh schwer genug durch ihre letzten  Nächte. Morgen wissen wir mehr, wenn wir die genaue Quote kennen und ob sie dran geblieben ist. Trotz Schirmbeck, dem Islamhasser. Dass der so ist,  wusste ich gar nicht.

Seehofer-ein Papiertiger

Er droht und fährt Frau Merkel in die Parade, wo er kann, der Horst. Er droht, er fordert Obergrenzen , spricht scharf und polemisch vom „Unrechtsstaat“,  und dann:  naja, gestern gab er sich betont kühl, als Frau Merkel ihre erneute Kanzlerkandidatur ankündigte. Warum springt er denn nicht selber? Hic salta, hic Rhodos,  miles gloriosus, hör ich den alten Lateiner Franz Josef S. aus seinem Grabe her spotten. Jetzt zaudert er schon wieder,  jetzt, da die Chance so einmalig und günstig wäre, günstiger denn jemals für einen bayrischen Politiker in und für ganz Deutschland Verantwortung zu übernehmen? Er ist der einzige Kandidat, der die AFD jetzt spürbar schwächen könnte, allein durch die Ankündigung seiner Kandidatur? „Keine Frage“ wie die Politiker stets gerne sagen:  Weil er ein Papiertiger ist, nur stark im Sprücheklopfen, beherztes Handeln aber scheut. Handeln ist gar nicht sein Markenzeichen.

Die Integration, Frau Merkel und die AFD

Integration ist sauschwer, auch wenn das keiner zugeben will, der ein frommer Demokrat ist. Es ist ähnlich wie mit dem Christentum, jeder hat solche Wurzeln, logisch, und wenn es sein muss auch noch jüdische dazu, aber schon beim Islam hapert es doch, denn wer will schon islamische Wurzeln? Kein überzeugter Schweinefleischesser. Bleiben wir  ehrlich und was die  Statistiker über die Grundgesetzbegeisterung der Muslime erzählen, ist ja betrüblich. Faktisch-postfaktisch. Aber wie steht es mit den Deutschen selber? Wie viele Deutsche lehnen die Integration rein innerlich ab, darüber herrschen doch totale Dunkelziffern. Natürlich sagt das niemand offen, aber viele denken schlecht über die Integration, das werden die Algorithmen bald klar an den Tage bringen. Machen wir uns nichts vor.   Viele sind bereit, rein passiv  tolerant zu sein, logisch, wie man sagt, zumal ja auch viele Muslime unter den Topstars des Fußballs zu finden sind. Aber schon der nächste Terroranschlag verdunkelt die wahren Ziffern gleich wieder.  Da wächst einfach kein Kraut. Jetzt werden sogar aus der AFD Klagen laut, dass, wenn ihre Dissidenz zum System bekannt wird,  sie keine Wohnung mehr kriegen. Wer will schon einen rechten Pöbler in seiner Wohnanlage dulden, welcher Prestigeverlust droht da jedem anständigen Deutschen? . Auch darüber gibt es naturgemäß  noch keine klaren Zahlen. Obwohl die Grünen sagen, dass wer den Müll nicht säuberlich trennt, raucht und  bewusst  Diesel fährt, zu 80 Prozent verdächtig ist,  wenigstens ein Sympathisant der Rassisten und Sexisten zu sein. Aber auch diesbezüglich  steht die wissenschaftliche Statistik im Grunde  voll Im Nebel. Und auch die Redenschreiber des Herrn Gauck wissen da oft keinen Rat, ob und wie sie diese Dunkelheit in der Öffentlichkeit verlauten lassen oder nicht. In  diesem Halbdunkel der Republik also war es immerhin ein Zeichen der Kontinuität und des Trostes, dass Frau Merkel sich gestern noch einmal entschloss, wieder anzutreten als Kanzlerin, um nicht nur Deutschland sondern auch Europa noch etwas geben zu können.

Die black box der Zukunft

Nach meinem Eindruck setzen heute viele auf schicke, zeitgemäße Urteile und sparen sich die Argumentationsketten, die landläufig bislang zu  Urteilen führten. Heute kostet das viel zu viel Zeit, die für das hohe Lebenstempo nicht mehr zur Verfügung steht. Daher auch das Postfaktische, weil Fakten  diesen Urteilen oft nur im Wege stehen und deren Faszinationskraft trüben. Deshalb auch das Auslaufmodell der Zeitungen, sie sind zu langweilig  und führen zu umständlichen Rederitualen, die wie alte Hüte nicht mehr in die Zeit passen. Das gilt zunehmend auch für Talkshows, die sich an bestimmte Themen binden. In einer zeitgemäßen Talkshow muss über alles gleichzeitig geredet werden, ähnlich den Interviews, die Andy Warhol schon in den 60 Jahren des letzten Jahrhunderts führte. Dort wurde stets vom neuesten Pop-Song,  über den Vietnamkrieg zum aktuellen Haarschnitt des Interviewpartners gesprungen.  Das brachte amüsante Infococktails hervor, die alle Gespräche der Zeit inspirierten. Für jeden war etwas dabei. Nicht dass ich den Trend, den ich hier beschreibe,  selber besonders schätze, ich beobachte ihn bloß und ziehe daraus meine Schlüsse. Ich habe heute ein Foto aus der Zeitung ausgeschnitten, auf welchem ich eine Reihe tief traurig und beinah deprimiert aussehender Politiker vor einer hoch technischen It-Anlage stehen sehe, die natürlich außer Fachleuten der Hochtechnik niemand verstehen kann. Darum schauen sie alle so  niedergeschmettert  drein. Minister und 2 Ministerpräsidentinnen sogar sind dabei. Sie müssen dauernd ihr Wahlvolk zur Digitalisierung und zum technischen Fortschritt überreden, also zu Dingen, die sie selber nicht ganz verstehen. Das  wird die Zukunft bedeuten, aber wer die Rätsel löst, steht noch in den Sternen. Auch sie verbreiten also Urteile in ihr Volk, die sie de facto nicht beweisen können. Deshalb die dauernd wiederkehrende Formel von der Komplexität. Das bedeutet: die Wirklichkeit ist eine black box, in die wir alle nicht hinein sehen können.

Trumpviren fluten die Ratlosigkeit

Jedes Mal wenn eine Ausnahmesituation entsteht, die Welt überrascht wird durch einen Terrorakt, eine Hochwasserkatastrophe, einen Trumpsieg, die Medienmafia aufheult und jubelt, fällt unsere politische Klasse aus der Rolle und babbelt einfach weiter ihre Leerformeln herunter. Die Litanei volltönender Ratlosigkeit hebt an. Ihr gesamtes Herrschaftswissen, ihre geballte Intelligenz hilft ihnen auf keine Spur. Es fehlt ihnen nicht an technokratischen Devisen dabei, es fehlt ihnen eben an Geist. Aber das ahnen sie nicht, denn die Funktionseliten halten ihre Intelligenz für Geist. Die Differenz kennen sie nicht. Sie haben doch allerlei Qualifikationen erworben, sagen sie sich.  Ich erinnere mich, wie sie bei Ronald  Reagans Machtantritt den Cowboy dämonisierten, was sie bei Nixon Böses unkten, prophezeiten, er wird die Atombombe zünden, ja sogar bei Gorbatschow entblödete sich ein Helmut Kohl nicht und erkannte in ihm einen Wiedergänger des teuflischen Goebbels. Sie lernen einfach nichts aus ihrer oft schon demonstrierten Halt-und Ratlosigkeit. Das schafft übrigens diesen Vertrauensverlust gegenüber  diesen bloßen Funktionsträgern. Sie halten nicht für ein paar Augenblicke inne und schweigen, sondern schmeißen ihren Phrasenmotor sofort wieder an und greifen zu den gröbsten Sprüchen und Keulen, als könnten diese ihre geistige Armut verbergen. Welcher Niveauunterschied trennt sie vom Vatikan, der Trump flugs gratulierte mit dem Wunsch, Gott möge ihn erleuchten. Solcher Wunsch erfüllt augenblicklich die Sinn-Leere  und schafft für Stunden und Tage  reine Besinnung. Ganz abgesehen davon, dass sie eine objektive Ironie begleitet, die wie Balsam auf die Erschütterung ist.