Horrorclowns

Seltsam, seit der Horrorclown Trump in den USA herumtollt und brüllt, vermehrt sich auch bei uns diese Sorte  von Gruselgestalten. Sie erschrecken am hellichten Tag die Leute und öfter schon schlugen sie so grausam  zu, mit Messern und Knütteln, dass die Sicherheitsgremien zu Krisen-Konferenzen zusammentraten, um zu überlegen, ob sie die jahrhundertealte, an sich ehrbare Traditions-Maske nicht ganz verbieten sollten. Eine Einschränkung, die nicht nur den Karneval und die heilige Faßnacht beträfe, sondern überhaupt den Begriff des komischen Menschen für alle Zwecke diskreditierte.Die gute, brav und friedlich gestimmte Mehrheit der Clowns schickte deshalb schon führende Vertreter ihrer  Zunft an die Rampen der Welt, wo sie versichern, dass es sich bei Trump und seinen Nachahmern um einen Missbrauch der komischen Kunst handele und keineswegs um das seit Menschengedenken wahre Wesen der Clownerie. Die Sänger Grönemeyer, K.Wecker und Niedeken planen deshalb auch schon ein Solidaritätskonzert  im Berliner Olympiastadion. Vertreter des  Chaos Computerclubs, der 80jährige W.Biermann und sogar Nena un Alice Schwarzer  haben sich als prominente Gäste des Festivals angesagt. Wehret den Anfängen, heißt es erneut, die giftigen Keime des Faschismus in der globalen Virtualität  müssen durch einen Aufstand der Anständigen niedergetreten werden. Und zwar mit den Waffen der Aufklärung und der klassischen Moderne. So etwa der Tenor in der heutigen Pressekonferenz, die im Namen der obersten Prominentenliga der Republik stattfand.

Alles wegen des unseligen Berserkers Trump, dessen deutsche Unholdsgestalt wir in Kürze erwarten müssen. Das Phänomen entsprang den Untiefen der sog. sozialen Medien, erklären uns die Experten. Man sieht, auch dieser Segen der Technik ist begleitet von deren Zwillingswesen, dem Fluch. Vorerst aber sollen wir nicht nur weiterleben wie gewohnt und zum Trotz gegen den Terror, sondern wir sollen sogar weiter lachen. Zur Not auch ohne den archetypischen Clown.

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