Gewaltiger Imageschaden

entsteht für all diejenigen, die reden ohne ein Talent dafür zu haben. Die glauben, der Inhalt macht’s ganz nackt allein. Und schon legen sie los, hemdsärmelig wie der Gott sie schuf, anscheinend, fuchtelnd mit den Händen, die übelsten Phrasen gleich in den Eingang abstellend. Triefend von Moral sehr oft, wie unsere Claudia Roth. Im Singsang: Lirumlarum sich verfangend..Sich dem Publikum andienend, laut mit der Offerte, es einfach und ganz kurz zu machen, um dann doch  ins Uferlose abzuschweifen. Gleich. Nur so viel noch „ehrlich gesagt“, und dann „noch was“, sagen sie unredlich, wie sie’s nur sind und können.   Weil viel reden kann jeder, eben – schon r verraten sie’s selbst und merken es nicht. Reden heißt eben nicht schwätzen nur wollen. Heißt: Der Kürze die genau bemess’ne Länge verleihen. Das Schweigen darin mit Worten aufladen. Das ist das Einfache, das schwer zu machen ist. Doch wem’s gelingt, der tritt im Glanze hervor.

 

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Eigentlich die maas-volle Schweinerei

„Eigentlich war es der Plan der Bundesregierung, dass im Ausland geschlossene Kinderehen in Deutschland annuliert werden. „Zwangsehen dürfen wir nicht dulden, sondern müssen entsprechende Schutzmechanismen für die Betroffenen noch umfänglicher in Gang setzen“, hatte Maas noch auf der Seite des Justizministeriums geschrieben. Der Koalitionspartner CDU hatte ein eindeutiges Verbot gefordert.“

Welche Schutzmechanismen wären  gegen diesen Justizminister eigentlich noch umfänglich in Gang zu setzen?

Denn: „Jetzt die überraschende Wende! Kinderehen sollen künftig nur von Gerichten aufgelöst werden, wenn das Kindeswohl des minderjährigen Ehepartners gefährdet sei.“

Auch Kinderehen könnten gefährdet sein?  Man glaubt es nicht.  Kindesmissbrauch im Namen des Staates  humanitärer Werte? Oder welches Kindeswohl kann wohl da gemeint sein? Keine Frage? Vielleicht erbarmt sich der Tierschutzverein?

Horrorclowns

Seltsam, seit der Horrorclown Trump in den USA herumtollt und brüllt, vermehrt sich auch bei uns diese Sorte  von Gruselgestalten. Sie erschrecken am hellichten Tag die Leute und öfter schon schlugen sie so grausam  zu, mit Messern und Knütteln, dass die Sicherheitsgremien zu Krisen-Konferenzen zusammentraten, um zu überlegen, ob sie die jahrhundertealte, an sich ehrbare Traditions-Maske nicht ganz verbieten sollten. Eine Einschränkung, die nicht nur den Karneval und die heilige Faßnacht beträfe, sondern überhaupt den Begriff des komischen Menschen für alle Zwecke diskreditierte.Die gute, brav und friedlich gestimmte Mehrheit der Clowns schickte deshalb schon führende Vertreter ihrer  Zunft an die Rampen der Welt, wo sie versichern, dass es sich bei Trump und seinen Nachahmern um einen Missbrauch der komischen Kunst handele und keineswegs um das seit Menschengedenken wahre Wesen der Clownerie. Die Sänger Grönemeyer, K.Wecker und Niedeken planen deshalb auch schon ein Solidaritätskonzert  im Berliner Olympiastadion. Vertreter des  Chaos Computerclubs, der 80jährige W.Biermann und sogar Nena un Alice Schwarzer  haben sich als prominente Gäste des Festivals angesagt. Wehret den Anfängen, heißt es erneut, die giftigen Keime des Faschismus in der globalen Virtualität  müssen durch einen Aufstand der Anständigen niedergetreten werden. Und zwar mit den Waffen der Aufklärung und der klassischen Moderne. So etwa der Tenor in der heutigen Pressekonferenz, die im Namen der obersten Prominentenliga der Republik stattfand.

Alles wegen des unseligen Berserkers Trump, dessen deutsche Unholdsgestalt wir in Kürze erwarten müssen. Das Phänomen entsprang den Untiefen der sog. sozialen Medien, erklären uns die Experten. Man sieht, auch dieser Segen der Technik ist begleitet von deren Zwillingswesen, dem Fluch. Vorerst aber sollen wir nicht nur weiterleben wie gewohnt und zum Trotz gegen den Terror, sondern wir sollen sogar weiter lachen. Zur Not auch ohne den archetypischen Clown.

„Loslabern“

das so betitelte Hörspiel von Reinald Goetz ist ein Symptom für den Verfall und die „Hasenfüßigkeit“ der Literaturkritik. Ein verkwaster pseudotheoretischer Text, den ausgerechent die Redaktion des Bayrischen Rundfunks publizierte.Götz liest seinen abstrakten  Schmarren selber, mit ungeheurem Pathos aufgeladen, ein Nichts umkreisend und auf nichts als prominente Kulturgrößen zielend. Als ob der eitle Schwafler Joachim Kaiser, die Kulturdiva der Süddeutschen noch einer Rede wert wäre, der sich noch als Greis wie ein flennendes Wunderkind dünken will. Er ist jetzt betagt und muss bald sterben, „das ist die Hölle“ heult er überall laut auf.  Kann das  noch einmal ein Gegenstand der Literatur sein? Vielleicht, aber sicher nicht von Götz bemalt.  Dieser weiß eigentlich gar nicht,was er sagen soll, er hat zwar viel Text vom großen Mr. Luhmann verspeist, aber nichts verstanden. Der Kraftmeier glaubt in groben, rythmischen  Rundumschlägen auf den Kultur-und Politikbetrieb, dem er obendrein alles verdankt, könne er seine antiquierte Geniemaske noch einmal aufsetzen und aufpolieren.Seine Fans mögen das natürlich noch glauben, in ein paar Jahren aber weiß keiner mehr, wer die Prominenten waren, in deren vergilbender Aura er seinen spleenhaften Ruhm in die hohlen Räume der Gesellschaft schreit. Er ist ein alternder Yuppie, der mit größter Mühe den Eindruck des ewig jungen Wilden und Anarchisten machen will. Verwürzter Quark.

Es stimmt schon,was der englische Autor McIwan neulich sagte, wir leben in einem ganz düster ausgestatteten Kitschzeitalter.   . .

Zeit der Explosionen

Die Zeit fühlt sich jetzt an wie die Zeit vor den Explosionen bzw. als Zeit nach den Katastrophen. Alle paar Stunden wird wieder gemeldet, wie viele Menschen in der Nähe oder in der nahen Ferne getötet werden konnten. Hunderte oder nur 37. Dann wird es Zeit wieder zuzuhören, was die Hasen  zu den schrecklichen Jägern sagen können bzw. verlautbaren.  Dem Vernehmen nach etwa : „am Ende wird die Gewalt niemals siegen. Der Friede gewann in der Geschichte letztlich immer die Oberhand. „ Usw. Natürlich kann niemand die absolute Sicherheit garantieren, das liege am Charakter des Daseins selbst, das viele Risiken enthalte natürlich. Aber man werde alles tun, um die Gewalt an der Wurzel zu bekämpfen. ( Wurzel gemeint als Metapher für Ursache). Minister Steinmeier ist bereits schon wieder unterwegs zu seinen permanenten Gesprächen, die man nie abreißen lassen dürfe, sagt er immerzu. Komme was auch immer.  Gleich schreitet er wieder in tadellosem bürgerlichen Outfit zur Pressekonferenz und verkündet, man habe in vielen Punkten noch keine Einigung erzielen können, aber in zwei Fragen seien die Funken der Hoffnung  erschienen, von deren Bedeutsamkeit er voll überzeugt sei. Er ist trotz allem Optimist geblieben. Dann wieder warten wir auf neue Explosionen. Es ist die Zeit der Explosionen, in der wir leben müssen.

Sprechen Sie deutsch?

Karl Kraus hat mehrmals betont in seiner Fackel, dass es mit der deutschen Sprache so schlimm stehe, weil der deutsche Sprecher gar nicht ahne, wie tief er sich unterhalb des Niveaus des Deutschen befinde und wie ein Surrealist nur automatisch rede, rede nur. .Daran denke ich jedes Mal, wenn ich die Phrase höre: „ Bei allen Differenzen, Herr Doktor,  hier bin ich sogar ganz bei Ihnen.“ Wieso so nah, so eng am Mann? Was mag den Sprecher nur zu solcher Intimität am hellen Tage, zu solcher Dringlichkeit bewogen haben? Ähnlich geht es mir, wenn ich die Jugend quäken höre: „ Das ist nicht meins.“ Ja was denn? Sie hat doch BWL studiert. Klappt es doch nicht mit dem vielen Geld?

Something is wrong, jaja, Hamlet behält noch immer Recht.  Nur, wo steckt er bloß, der alte Wurm? Auf den berühmten Augenhöhen? Oder doch noch irgendwo  in all den vielen trocknen Tüchern?  Die Kammerjägerschaft hat sich, scheint es seit Jahren,  im finstern Wald verirrt.