Den Kopf ins Finstere stecken

Roberto Bolano über die Qualität des Geschriebenen. Worin besteht diese, es muss einen elektrisieren beim Lesen, der kühne Tempowechsel, die irrwitzige Metapher, irgendso etwas Irrlichterndes, Unaussprechliches, dachte ich immer, wenn ich den einen Schmöker gelangweilt weglegte und dem  anderen wie im Fieber folgen musste. Bolano sagt, gut schreiben, nun gut, das kann jeder, grandios schreiben auch gut, aber kann auch noch jeder, nein, es geht um etwas ganz anderes: „Was also ist qualitativ hochstehendes Schreiben? Das was es immer gewesen ist. Den Kopf ins Finstere stecken können, ins Leere springen können.“

Ich stelle mir gerade vor, wie unsere biederen Literaturbeamten und  Feuilletonredakteure diese Definition empfangen. Kopfschüttelnd, nach der Migränepille tastend, zwanghaft nach einem Witz suchend. Denn sie werde das nie verstehen, davon legen sie täglich Zeugnis ab mit ihren fatalen Urteilen, Phrasen und ihren preziösen Redensarten.

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