Wie ein Verstorbener

Ich lebe wie ein bereits Verstorbener. Ein paar Leute gibt es noch, die ihre Interessen, Ratschläge, Lebenspläne und Klagen auf mich projizieren, aber auch diese Geräusche versiegen nach und nach. Die abgeschiedene Lage, die mir teils angenehm ist, teils  Ängste einflößt,  habe ich durch meine falschen Entscheidungen und die gescheiterten Pläne selbst verursacht.  Ich antizipiere mein Nichtmehrleben im Grabe jetzt. Das ergibt manchmal großartige Selbstgespräche, es ist ganz hell in meinem Inneren, zum Beispiel heute, als ich nachts  einen großartigen Aufsatz Benjamins zu Ch. Martin Wieland entdeckte und dabei einige Erinnerungen an Biberach und die grotesken Bemühungen dort um ihren großen Dichter wach wurden. Ich habe immer zu schnell gelebt, zu getrieben von der Sorge, nicht genügend um die Meinen sorgen und  da sein zu können. Das war dann auch so, zerrissen zwischen Beruf und privater Existenz, dazu mit Frauen, naja das ist ein anderes der dunkleren Kapitel. Was will ich von einer Frau, weiß ich das? Im übrigen bin ich ganz der Meinung des Philosophen Norbert Bolz, den Geschlechtsunterschied schärfen, größer nicht kleiner werden lassen. Aber wer versteht das heute noch?

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