Meditation und Knoblauch

Jetzt, da ich tage-und nächtelang allein vor mich hinlebe, esse ich immer Knoblauch, der mir sehr gut tut. Er kräftigt Herz und Kreislauf, macht das Blut dünner, lässt es fließen,  ich merk es sehr deutlich an allem, auch an der besten Verdauung, die ich je hatte. Neben der Meditation, die mich ruhig, gelassen und besinnlicher macht und mich alle Vergleiche meiden lässt, ( – wie unglücklich machen einen Vergleiche, womöglich noch wegen der Gunst der Frauen?-)  – ist Knobi das zweite Zaubermittel, das mir meine alte Vitalität zurückbringt.  Das Leben allein mit mir bringt gelegentlich selige Zustände hervor, die ich früher nicht so kannte.

Ich lese mit gespannter Aufmerksamkeit den dicken tausendseitigen Schmöker  2666 von Roberto Bolano. Tatsächlich: eine Erzählsensation, dieses Tempo, das er hat, der Fakten- und Einfallsreichtum, bewundernswert. Ich las  zuletzt den englischen Wunderknaben Martin Amis, Jahrgang 1949, Sohn seines Vaters und Erzählers Kingsley Amis, – jener auch ein großartiger Autor, ich will ihn mit Balano nicht vergleichen. Balano hat einen ganz neuen Ton, eine solch hohe Intellektualität, nein, einen Geist, der alle bloße Intelligenz weit übersteigt. Die deutschen Autoren sind oft intelligent, handwerklich versiert, aber langweilig oft auch, selbstverliebt, denn meistens weiß  man sofort, wohin das Strickmuster läuft. Sie vernachlässigen das, was das inwendige Spiel mit dem Leser heißt.

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