Liebe

Was ist das nur? Wir verwenden das Wort immer, wenn wir ein Glücksgefühl, das uns überrennt, bezeichnen wollen. Ein Unbestimmtes zwischen Abhängigkeit und Freiheit. Etwas Geahntes, Unbewusstes, für ein paar Sekunden Herrschaftsfreies  in einer Welt gegenseitiger Unterdrückung, struktureller Gewalt. Interessant deshalb, was andere dazu meinen, etwa die Bachmann, die in ihrem Roman Malina meint einmal, „wer die Geheimnisse des Bettes preisgibt, ist nicht wert geliebt zu werden“.   Konträr dazu der Exhibitionist Henry Miller, der den Sexus buchstäblich ausschöpft und doch im Äußersten und Nacktesten auf ein Inneres  verweist, das sich fühlen aber eben nicht entziffern lässt.Sein enormer Pint und ihre gewaltige Vulva spielen gewiss nicht bloße Nebenrollen aber täuschen nie darüber hinweg, dass Mona und Henry sich wie Unsterbliche lieben.Auch Hubert Fichte, der bisexuelle Sexerforscher, den seine Promiskuität immer noch enger an seine Geliebte Leonore Mau bindet, kann es- wie all seine Adepten- bei allem Fleiß nicht sagen, was seine Liebe bedeutet: Freiheit oder starke Bindung. .

Es gibt als keine Definition, keine Lehre, die über die Beschreibung von Praktiken hinauswiese, keinen gültigen Begriff der Liebe, die ob sie in vollkommener Freiheit oder in engster symbiotischer Zwangsgestalt erlebt wird, ein lebendiges Rätsel bleibt, an der sie sich die schöpferischste  Deutungslust  ewig bewährt und ewig irrt.

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