Die abertausend Geschichten der Historie

Je mehr die Geschichte aus dem Bewusstsein, ganz allgenein gesagt, verschwindet, desto öfter gebrauchen die Leute das Wörtchen historisch. Alles  Mögliche, Fußballer, Schuhmoden, Medizinfortschritte, jedes superlativische Empfinden ist ihnen historisch. Natürlich auch so vehemente Ereignisse wie der Mauerfall, das übernächste Erdbeben, der Terrorakt am zufälligen Bahnhof. Es macht die Sache bedeutsam und tröstet sogar die Täter, denn sie gehen, glauben sie,  wie Helmut Kohl, wie der Mörder John Lennons  und andere Zampanos der Aktualität in die Geschichte ein.  Dabei ist diese Historie nichts anderes als die sich fortwälzende Müllhalde im Internet, wo die Sammler und Landstreicher neben den wertlosen Myriaden von Daten und Utensilien auch manchen Edelstein finden, den sie nach Hause tragen und an bestimmte Händler und Medienagenten zu verkaufen suchen. Drum laufen doch die Telefone so heiß. Geschichte im alten emphatischen Sinn hätte doch nur einen Sinn, wenn darin ein Staat oder eine Gemeinschaft  noch ein Ziel verfolgte, um es zu erreichen. Das ist aber nicht der Fall. Politik verwaltet die desaströsen Umstände, so gut bzw. so schlecht sie es eben gelernt hat  und die Religionen führen das gegenwärtige Chaos  auf die Reime ihrer alten Märchenepen zurück.  Das spürt die Jugend, die darum keinen Reiz verspürt, sich mit der alten Geschichte zu beschäftigen- Was bringt das schon? Sie studiert lieber BWL oder Ingenieurwissenschaft, lohnende Dinge, die zu Karrieren und an die Fleischtöpfe der nächsten Dekade schon führen. Geschichte ist Stoff für die Festtagsreden an Sonn-und Feiertagen. Da googelt sich der Redner einiges aus den Archiven zusammen und erstaunt sein Publikum mit glänzenden Thesen, kommt auf die grandiose Aufklärung zu sprechen, auf die Entstehung der Moderne, die Werteordnung, die angeblich in der europäischen Geschichte vor Jahrhunderten plötzlich entsprungen sei.  Natürlich kein Wort zum Terror der christlichen Religionen, zur barbarischen  Herrschaft des Adels, zur Menschenschinderei der Großindustriellen. Nein, bitte Schwamm drüber, alles wird gut, uns geht es so gut wie niemals zuvor. Der wirtschaftliche Aufschwung ist einmalig seit Bestehen der Menschheit. Die ungeheure Technik erlöst uns vom Rest der Arbeit und der Plackerei. Es bleibt nur noch das Problem, dass nun alle von fernher kommen, Wildfremde und Massen von bettelarmen Menschen, die noch nie Lesen und Schreiben lernten. Die  müssen wir nun integrieren, irgendwie mit versorgen, denn sonst blühen uns Aufstände, nicht die geringsten auch die in unserem heimlichen Gewissen.  Da sollten uns nun die Ethikkommissionen und die Therapeuten aller Konfessionen aus der Patsche helfen. Da hilft uns ein kollektives Bewusstsein der Geschichte ohnehin gar nichts mehr.   . .

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Jakob Augstein und die zweite Generation der Medienstars

Diese zweiten und dritten Generationen mit Prominenten- Hintergrund haben oft sog. hidden  problems mit dem Aufstieg, der ihnen eigentlich doch schon in die Wiege gelegt ward. Von Kindesbeinen an von Trainern, Nachhilfelehrern, Psychotherapeuten  und  Super-Coaches begleitet und umsorgt, fehlt es ihnen nicht selten an letztem Biss, Ehrgeiz und Charisma, da sie nie etwas erreichen mussten, das sie nicht von Anfang an schon geschenkt und mitbekommen hatten. In sündteuren Internaten und luxuriösen Auslandsaufenthalten gedieh ihnen keine urtümliche originale Überzeugungskraft, die sie nun zu simulieren hatten, und es erwuchs ihnen keine echtbürtige Charakterstärke, die sie deshalb mit äußerlichen Image- Accessoires und Schminken  zu ersetzen hatten. Wenn sie in der Schule oder später auf dem Set versagten, wissen sie das stets mit dem kollektiven Neid in ihrem allzu menschlichen Umfeld zu rechtfertigen.  Oft landen sie schließlich auf dem Abspann großer Filme oder in lukrativen Geschäftsführerpositionen, die ihnen den letzten Sprung ganz hinauf zu Glamour und Weltberühmtheit, trotz bester Beziehungen und Referenzen  nicht ermöglichen.   Den Beckenbauerkindern, Max Strauß, Monika Hohlmeier, den Kohlbrüdern, dem Sohn von Uschi Glas geht es so und noch vielen anderen ward nur dieses prekäre Schicksal im Auffanglager der B-und C- Prominenz beschieden. Kein einfaches Schicksal, bedenkt man, welcher Geltungsdrang in ihnen nun ein Leben lang nagt und  herumzerrt.

Ein seltener Ausnahme-und Glücksfall dagegen ist der berühmte Medienstar, Herausgeber, Spitzenjournalist und Gesellschaftslöwe Jakob Augstein.  Er hat die Kühnheit und den Chick seiner Vorgängerväter, die auch schon große Blender und berühmte Schwafler waren,  vollständig für sich bewahren können.  Auf ihn ist wie auf seine Väter das Gen und rhetorische Talent des Schwätzens  im Übermaß gekommen. Er bramarbasiert, labert sich wie der geborene Hansdampf in allen Gassen, unbeschwert und lässig um Kopf und Kragen, ohne anscheinend den geringsten Schaden davon zu tragen. Kein Thema, vor dem er zurückschreckte, keine erfolgreiche Global-These, die er je versäumte. Was er an Privilegien verpulvern und verschwatzen darf, könnte sich kein anderer aus den dunklen Bezirken der Stinknormalität erlauben. Kein Polizist würde es wagen, ihn und seinen Nobelschlitten  des Nachts wegen Raserei anzuhalten, kein subalterner Sozialpolitiker wollte  es je riskieren, ihm ins Wort zu fallen, wenn er sich  wieder und wieder in großer Grandezza, brillant und wortreich   für die Erniedrigten und Geplagten einsetzt. „Im Zweifel links“ ist sein Markenzeichen, das ihm alle Hintertürchen offen lässt, seine Positionen von Fall zu Fall auch wieder zu wechseln.

Er ist modisch gekleidet, extravagant frisiert und überall gefragt, wo die public voice ihre Zelte aufschlägt. Wo andere mit Zahlen und wissenschaftlich   unterfütterten Prognosen aufwarten, setzt er auf lockere Meinungsübung und Empathie aus dem Stand. In altlinker Attitüde greift er das liberale System an, gegen rechts verteidigt er es wie seinen goldenen Fetisch. Kein Sender, der ihn nicht als Gast und Kommentator begehrt, kein Zeitungsblatt, das sich nicht rühmen möchte, ihn als Zampano  für eine Höchstgage zu buchen..Aber ist er darum zu beneiden, wird er nicht auch bald sterben müssen und wird seine nahtlose Omnipräsenz  ihm auch genügend privates Glück ausschütten? Fragen über Fragen des neidlos alles – Spreu mit Weizen- mitlesenden Arbeiters, wie B. Brecht seinen impliziten Lieblingsleser zu nennen pflegte.   .

 

Grün-schwarzer Politikschwindel

wenn Figuren wie Strobl und Kretschmann von Kreativität, Weltoffenheit und Heimatliebe, aber auch von Nachhaltigkeit, Einhaltung der Schuldenbremse, was gibt es noch, ja auch von Innovation und Technologie natürlich  reden, spürt man schon, wenn man nur auf die Intonation achtet und die Verstocktheit des Sprachflusses, hier verfinstert sich die  gesamte Semantik des Deutschen. Und zwar auf einen Schlag ins Kontor der getürkten Anschaulichkeit. Auch dass sie ständig von den Menschen reden, den Menschen draußen, von „unseren“ Menschen in diesem wunderbaren Land,  und natürlich vom Machen, –  der ganze Sermon führt, wie Strobl, meint schließlich zur Erhaltung der Schöpfung. Nach „knochenharten Verhandlungen“. Übrigens  sei das nichts als ein Stück „urchristlicher Gedanke der CDU.“ Und  er muss auch noch ehrlich sagen, alles was sie tun und reden, machen sie. Machten sie. Das klingt so schräg und angestrengt, dass jeder hört, der ein Ohr noch hat, hier stimmt nichts mehr. Hier maskiert sich die Ferne als Nähe. Hier hinkt die Musik und streikt der Verstand. Nicht auszuhalten schon vor Beginn, diese grün-schwarze Koalition im Ländle, das nachhaltig an der Spitze noch weiter vorankommen will, an jener Spitze,  die ein Phantom  aus Tradition und Modernität darstellt. Vulgo: ein Stück Sparkassenideologie. Danke, es reicht. Denn es sind keine Gedanken, auch keine Tatsachen, die hier gemeint sind. Es sind nichts als Phrasen.

Die stinknoble Süddeutsche

Bzw. deren Streiflicht-Witzbold bezeichnet Verona Pooth ( früher Feldbusch) als Society-Lady. Will sich das Blatt damit bei den neuen Unterschichtlesern  auf dem Bildungsgang 3.0 anbiedern, dass sich diese auch als etwas dünken können? Verona nämlich verachtet den vulgären Facebookverkehr und bevorzugt  Whatsapp. Also schon etwas Besseres. Und das immerhin angesichts der statistisch gesicherten Tatsache; dass „die Welt ja voller Menschen ist, die sich noch  schwertun mit der  digitalen Welt.“ Ja, das Kinderleichte ist oft das Schwerste. Gerade für die älteren Menschen. Ganz anders eben ist diese fatale Verona drauf, die außerdem meint: „ Ich mag nicht morgens aufstehen und erst mal  200 Mails checken müssen. Dafür habe ich meine Assistentin.“ Welche Pointe, sie hat IT-Personal für nur 200 Mails. Hat sich der Schreiberling da nicht vertan, müssten es nicht mindestens 2000  Mails sein? Oder womit ist die Assistentin denn noch beschäftigt?  Mit Müsli anrühren und Babysitting? Nichts was in der Societywelt keine digitale Nachricht wert wäre.

Der linke Pöbel ist jetzt bald am Ende

Intoleranz und Dummheit des linken Pöbels beschädigen jetzt die  anderen Parteien und die Medien gleich mit. Denn dessen fatales Missverhältnis zur Meinungsfreiheit wurde gestern wieder einmal offenbar. Wieso darf eine Partei nicht tagen und sich demokratisch versammeln, wie die AFD jetzt in Stuttgart, ohne diffamiert und angepöbelt zu werden? Eine rhetorische Frage, klar. Aber wieso  werden die linken Randalierer und Pöbler  der vermeintlich  humanitären Antifa von den Medien immerzu gedeckt und mit Samthandschuhen angefasst?  Sind sie besser als die brutalen Rocker  oder die Fußball-Rowdies? Für sich fordern sie Toleranz und Fairness, die sie anderen, wie der AFD, überhaupt nicht zugestehen. Wie manipulativ und alle Tatsachen verzerrend gestern Abend die Berichterstattung in den öffentlich rechtlichen Medien ausfiel, konnte jeder erkennen, der sich den genauen Wortlaut der Redner in Stuttgart anhörte.  Ausgewogenheit, Objektivität? Keine Spur davon. Wer sich die Mühe machte und zuhörte, was der AFD -Mann Jörg Meuthen gestern in seiner Begrüßungsrede vortrug, kann daran weder einen Hauch von Rechtsradikalität, noch sonst einen demokratiefeindlichen  Unterton gehört haben. Außer er hatte Dreck in den Ohren,  wie einige Journalisten und Redakteure des ZDF zum Beispiel. Allen voran Kitschier und Dressman Kleber.

Es war eine in korrektem Deutsch  gehaltene Rede -welche Seltenheit etwa verglichen mit den Grünen oder Linken, wo man mit Grammatik und Semantik seit langem alles  verabscheut, was recht und Regel ist – diese in gutem Deutsch  gehaltene Rede mit klaren und sogar begründeten  Aussagen sucht ihresgleichen unter den üblichen Parteischwaflern. Von Kauder bis Claudia Roth. Phrasenlos redete Meuthen- es geht also noch. -.welche Wohltat für die Ohren,-klar und deutlich sprach er von den Unsitten der Sprachvergewaltigung durch die Ideologie und Praxis des Gendermainstreaming. Dieser geschlechtspolitische Unsinn muss schleunigst abgeschafft werden, bevor wir statt zum Bäcker noch zu den „Backenden“ gehen müssen, um Brötchen zu kaufen.  Wenn die AFD die 150 und mehr Lehrstühle für diesen Unsinn abschaffen hilft, dann ist das wie  eine Erlösung aus einem Alptraum, ein wahrer Grund, sie zu unterstützen.  Meuthens Polemik gegen den „rotgrün versifften Zeitgeist“ ist sogar maßvoll, ohne Schaum vor dem Mund und ohne beleidigende Rüpelei, nur sehr klar und unmissverständlich ausgefallen. Ein durchweg seriöser Mann, der auch gleich mit den Vorurteilen aufräumte, er und seine neue Partei seien ausländerfeindlich. Nichts davon ist wahr. Er belegte und  begründete seine scharfe Kritik an Merkels Flüchtlings-Politik. Dem muss nicht jeder zustimmen, der auch noch andere, weniger patriotische Gründe gegen die desaströse etablierte Politik vorzubringen hat. Eines kann man aber nicht behaupten, ohne zu lügen und jeden Wortsinn zu verfälschen: Meuthen hetze. Nein, er tritt für einen offenen Diskurs ein,  nicht etwa für eine Gleichschaltung, wie sie die rotgrünen Ideologen praktizieren mit ihrer Intoleranz gegen Andersdenkende und mit ihrem widerwärtigen Tugendterror.  Nein, einen Demokraten wie Jörgen Meuthen gilt es in Schutz zu nehmen, auch wenn man, wie ich durchaus,  mit dem Wort  bürgerlich noch manches andere verbindet, als Seriösität und Anstand. Ein zweiter Mann, der mir noch aufgefallen ist, der über Witz, Geist und rhetorisches Talent verfügt, heißt Albrecht Glaser. Die CDU sollte gründlich darüber nachdenken, warum der geistreiche Mann sie verlassen hat. Den hätte sie dringend gebraucht, bei ihrem schrecklichen Überfluss an mediokeren Schwätzern, wie Kauder, Wolf und Strobl sie repräsentieren.  Mit diesen Clowns werden sie außer ein paar demente Omas niemand mehr überzeugen.  Der Schwiegersohn Schäubles, der sich gewiss den teuersten Frisör leisten kann, sollte wie noch einige andere der CDU_CSU  dringend  Deutsch-und Grammatik-Unterricht nehmen.  Sie sind zwar, wie man neuerdings sagt: Biodeutsche, aber noch lange nicht in die deutsche Sprache integriert. Sie sprechen ein armseliges Schrumpfdeutsch.