Jahr der Investitionen

Würstchen-Versorgung gesichert. Wenigstens das. Denn ob das  gut geht?
„Springer will 2016 rund 45 Mio Euro investieren
– Springer sieht 2016 als „Jahr der Investitionen“ und will insgesamt 45 Mio Euro investieren, erklärt Springer-Boss Mathias Döpfner den Aktionären bei der Hauptversammlung in Berlin. Schwerpunkt der Investitionen werden in den USA, bei Business-Insider, der Shopping-App Retale und der News-App Upday liegen. „

Möglicherweise überhebt sich  Döpfner wieder einmal, andererseits: was sind 45 Millionen heute schon?  Das kostet heute eine Arschbacke eines Spielers , sagen wir , eines Abwehr-Recken wie Mats Hummels. Also niedriger hängen das Jahr der Investitionen.  Es geht doch nicht mehr um Springer . An Springers Produktionen hat man sich gewöhnt.  Man räubert in allen Parteihöhlen herum, krönt ein paar Nackedeis,  und schnuppert nach Sensationen, wie die Typen von Spiegel und Stern auch. Wer findet die Wurst?  Springer wollte auch schon mal mit RTL liebäugeln,  aber ging gleich schief. Jetzt schaut Döpfner wieder nach Amerika aus: Google, Apps, solche Kaliber sollen es jetzt sein. Aber da sind andere schon mit weit mehr Dollars im Geschäft, ein einziger Scheich von Arabien investiert das Zehnfache. Da kann Döpfner nicht erwarten, dass er als Kleininvestor jederzeit  persönlichen Zugang  zu den Chiefs of Silicon Valley  bekommen kann.  Da heißt es sich anstellen. Außerdem muss er bedenken, dass VW in den USA eine üble Stimmung für deutsche Unternehmen geschaffen hat. Man lacht über VW und alle Deutschen, und jetzt kommt auch noch ein Herr Döpfner und glaubt, Springer habe in den USA einen bedeutenden  Namen.  Er weiß , dass das nicht stimmt und er spielt den Demütigen, den Lehrling , der das Business in den USA  studieren will, nochmal.  wie die christlichen Pioniere der Adenauerzeit damals. Er will sich einige Monate in Silicon Valley aufhalten,  er weiß, dort muss er T-Shirts tragen. Seine feschen Anzüge kann er vergessen, die grenzten ihn dort nur aus.  Andererseits spürt er auch: In Deutschland kann man über Amerika nicht mehr objektiv nachdenken, weil  man ständig von Vorurteilen gestört und betrübt wird. Amerika habe seine Indianer ermordet und die Tat verdrängt und habe auch den internationalen Terrorismus im Grunde geschaffen. Lauter solche Mythen  stören andauernd die Gespräche unter der Atlantikbrücke.  Döpfner wurde erst unlängst von einem linken Heckenschützen als Rassist bezeichnet, weil er in einem offenen Brief an den „lieben Herrn Böhmermann“ gegen den Türkensultan Erdogan Stellung bezog. Er stimmte voll und ganz mit dem sog. Schmähgedicht Böhmermanns überein.  Er solidarisierte sich mit ihm, offen in seinen Zeitungen,  und in seinen Apps wahrscheinlich auch. Er freue sich, Böhmermann persönlich kennen zu lernen, wenn es zum Gerichtsprozess komme  und er dem  Satiriker als Entlastungszeuge dienen kann. Döpfner möchte sich via Böhmermann in die Medien und Kunstgeschichte einschreiben.  Böhmermann ist nicht antiamerikanisch eingestellt,  ist nicht vom 68er Gen infiziert. Das weiß Döpfner gut. Döpfner hielt sich in den 8oern viel in der Punkszene auf, kannte sogar die tödliche Doris und die genialen Dilettanten. Mehrmals begegnete er in der Großbeerenstraße 78 dem Maler und Punkgenie Martin Kippenberger, von dem er einige Werke besitzt.  Also Döpfner kennt die Wurzeln der Antikunst. Von dort kam er zum Journalismus, wo er sehr bald von der Springerwitwe entdeckt und in ihre Obhut genommen, schließlich  zum Chef des Konzerns  aufsteigen konnte.  Im Grunde eine Filmrolle, aber eben in einem bescheidenen Provinzfilm. Der Konzernchef  hat die beschränkte Herrschaftsreichweite, gemessen an dem Weltimperium der USA, und ist im großen Maßstab allenfalls vergleichbar etwa einem Minister eines Herrschaftsreiches, wie es das kleine Lichtenstein darstellt..

Die Sache mit den Apps und den Super-Dingen aus Silicon Valley  vertritt Döpfner, weil seine Berater ihn dazu drängen.  Weil die Zeit es  dringend erfordere, technisch ganz vorne zu sein. In der Poleposition. . Döpfner glaubt das natürlich aufs Wort, weil er von Technik nicht allzuviel versteht und  unsere Zeit selbst auch nur aus seinen Zeitungen kennt.  Aber die headline: „Jahr der Investitionen“ findet er gut,  „steh ich dazu“, kam aus seiner persönlichen Feder. Natürlich nicht an die Masse adressiert, nur an die Entscheider und Chefredakteure  der  kleinen Republik Deutschland. Döpfner verkennt doch die Welt-Maßstäbe nicht, wie seine Leser, die er täglich mit Sensationen trösten muss. . . .

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