Helge Schneiders Katzenklo – (Erinnerungsblatt )

Unvergesslich der Helge  Schneider- Clou, bei dem sich Prominente aller Couleur nicht mehr absurd vorkamen, sondern wie kleine Kinder, die zum Song „Katzenklo“ mit-klatschten und mitsangen, obschon der Song ohne jede Bedeutung, Botschaft oder ähnlichem Kram auskam und getextet war. Text ist schon viel zuviel gesagt, eher ein Fetzen von einem Küchenzettel.. Doch seine Melodie  ist schwungvoll, die Synkope ähnlich, wie bei einem Bravourstück von Duke Ellington. Helge weiß, die Musik ist normalerweise eine Hure, sie geht mit jedem Text. Hier aber ist der Text der Hurenbock, der von der Musik genarrt und als Anhängsel  an der Leine mitgeführt wird. Immer wieder, in jeder Strophe zu  irgendeinem Katzenklo auf der Welt. Die Musik macht jede Katze froh, war vielleicht eine Abspielung, aber es ist hier nur irgendeine Katze gemeint. So wie man sagt: die schöne Welt, halt. Gar nichts Besonderes. Nicht eine Bohne von Ernst in dem Lied. Aber auch keine Klassikerpointe, wie bei Hildebrandt früher immer, oder bei Loriot.  Letzter Sinn vertrunken  im Nonsens, Nonsense Selbstparodie. Das anonyme Tier braucht keinen Sehnsuchtsseufzer, auch keinen Regenbogen, wie er sonst bei Schlagern üblich und immerzu einschlägig ist. Helges Schlager ist eher ein Tanzlied, an niemand gerichtet. Geeignet für einen großen Saal. Jeder kann kommen. Der Teenie und der Kaminkehrer, der Automatenaufsteller und die Friseurin, wirklich jeder. . Auch das Tier ist ohne Eigenschaften. Sein Klo wird durch den Song berühmter als es selbst. Und doch wird das häusliche  Animal  gebraucht als Bewegung der Katze an sich, deren Simplizität die Musik laufend parodiert.  Es ist ein ungeheuer abstrakter Song, der angewandten Dada-Tradition  zugehörig, würde der Germanist sofort beflissen sagen.  Aber die Interpretation darf nicht so tief schürfen. Sie befrachtete damit das leichtfertige Geschöpf eines Allerweltsongs viel zu schwer.

Nein, der Song ist keiner Rede wert eigentlich. Doch darin unvergesslich, dass ihn jeder mitgesungen hat, tatsächlich oder selbst wenn nur innerlich. Der Helge kam ja sogar in der Tagesschau einmal.  Und Johannes B. Kerner, ein berühmter Moderator der Zeit und des ZDF präsentierte den Katzenklosong mehrfach in seiner Sendereihe: „Menschen“.

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