Herzlichen Dank, Herr Böhmermann

Der Böhmermann Abgesang auf Erdogan war ein Volltreffer, das zeigt die absurde Wirkung, dass jetzt jeder Unbefugte  über die Grenzen der Satire schwadroniert.  So auch der Gerontokraten Sender ZDF, der den Coup publizierte:

„Die Parodie im NEO MAGAZIN ROYALE vom 31. März zum Umgang des türkischen Präsidenten mit Satire entspricht nicht den Ansprüchen, die das ZDF an die Qualität von Satiresendungen stellt. Aus diesem Grund wurde die Passage aus der Sendung entfernt.“

Nein, an irgendwelche Humor-Ansprüche des ZDF  glaub ich nicht, das ZDF weiß gar nicht, was Satire ist und wie naturnotwendig sie ist. Böhmermann hat die Obszönität dieses schmierigen Sultans  nicht parodiert- das ZDF weiß nicht einmal, was eine Parodie ist- sondern ins Mark getroffen. Wenn ganz normale Bürger wie Frau Merkel und tutti quanti plötzlich über Satire reden und die Freiheiten dazu, dann ist das ein Sonntag für alle Satiriker der Republik und ein Trost für die von Erdogan eingesperrten und unterdrückten Journalisten.  Dank, vielen Dank an Böhmermann, werden sie dort im türkischen Knast ein wenig aufatmen. Endlich sagt es einer. . Böhmermanns Vorstellungen vom Privatleben eines Unmenschen, wie Erdogan einer ist, sind wirklich von der schändlichsten und gewiss sehr bösen Art. Er scheut nicht vom Äußersten zurück und geht so mimetisch genau auf unseren niedersten Sprach-Level.  Das Gedicht spricht Klartext wie der Mistbauer, wie der Jungspunt,  oder der Maurer in der Mittagspause. Oder wie alle die, wie der Volksmund sagt: einmal die „Schnauze voll“ haben. Nicht sehr fein. Nein,  wirklich  sehr obszön, wie gesagt , ganz ähnlich wie die grässliche Realität dieses Präsidenten. .   Der junge Sänger mit der süßen Schlägermütze berichtet ausdrücklich davon, dass der Text nicht von ihm ist, sondern von Böhmermann, singt dann aber prompt  diesen Erdogan als „dumme Sau“ an, der „Kinderpornos schaut“. Unsäglich tief schlendert das Gedicht unter der sog. Gürtellinie herum. Eben in den Kaldaunen eines Gewaltherrschers.  Mit der poetischen Erlaubnis, die reale Obszönität zu toppen und zu zitieren.

Das versteht das ZDF natürlich nie. ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler zu dem krassen Fall drum: „Wir sind bekannt dafür, dass wir bei unseren Satire-Formaten breite Schultern haben und den Protagonisten große Freiräume geben. Aber es gibt auch Grenzen der Ironie und der Satire. In diesem Fall wurden sie klar überschritten. Deswegen haben wir beschlossen, die Passage aus der Sendung herauszunehmen.“

Ihr seid bekannt, jaja. Das habt ihr gut gemacht, ihr geistigen Zwerglein, jetzt gehen sie alle zu you tube, wo sie höhere Ansprüche der Wahrhaftigkeit haben und das Video wird so noch viel mehr verbreitet. Wie gesagt, die von Erdogan unterdrückten und gequälten Kurden und die von ihm eingesperrten Journalisten werden sich freuen. Und es bleibt zu hoffen, dass unsere politischen Funktionsträger jetzt endlich ein paar Skrupel mehr haben, dem mörderischen Typen ihr Grüß- Händchen zu geben.

 

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