Das böse Spiel: die Guten und die Schlechten

Die Medien und die Presse des großen Ganzen betreiben dieses Spiel. Den Guten wird alles verziehen. Sie können nichts falsch machen. Auch ihre Irrtümer sind sympathisch.  Zum Beispiel darf der Beckenbauer sich alles erlauben, nicht nur die idiotischsten Sätze, für die er seit langem bekannt ist. Er könnte auch mit Crystel Meth erwischt werden, wie neulich der Herr Beck von den Grünen. Er bliebe unangefochten, Kaiser. Der alte Kaiser. Ein zweites Beispiel ist Maxim Biller mit seinem Judenbonus. Er darf sich sogar öffentlich mit der Wette brüsten, noch jeden Deutschen mit seiner Antisemitismus-Keule totschlagen zu können. Sein gehorsamster Diener Nils Minkmar vom Spiegel bescheinigt ihm gar: „ Den Vorwurf des Antisemitismus erhebt er mit einer gewissen Routine.“ Minkmar ist sichtlich  verlegen als sog. Literaturkritiker riskieren zu sollen,  Billers neuestes Opus Magnum zu kritisieren. Er findet es miserabel, aber er traut sich das nicht in den Zeilen selbst  direkt  zu sagen. Angst vor der Keule des Juden.

Ein drittes Beispiel ist die Göre Hegemann. Sie hatte die Frechheit, einen fremden Text als den eigenen auszugeben und wurde dabei sogar ertappt. Macht nichts, sagt man sich im Betrieb, sie darf jetzt sogar für den Spiegel  als Literaturkritikerin posieren. Niedlich naiv plappert sie über das Buch , das sie leider nicht recht verstanden hat: „ entweder ist das wirklich ziemlich komplex, oder ich bin zu blöd dafür und habe deshalb das Buch falsch verstanden, was schade wäre.“  Naja schade? Bin mir nicht sicher. Aber macht nichts, nett, girliemäßig, und sehr grotesk auch das neueste Sprach-Niveau des Spiegels.

Das sind also die Guten, aus Platzgründen hier nur die drei Beispiele dafür. Mit den Schlechten steht es umgekehrt. Sie können tun, was sie können,  doch wie sehr sie sich auch anstrengen mögen,  sie begleitet immerzu ein penetranter Verdacht und Geruch, dass sie insgeheim vielleicht doch Nazis sind. Es gilt die Devise: Enttarnen. Thilo Sarrazin ist solch ein Fall. Ihm gibt keiner gern die Hand, der Ruf eines Rassisten und Ausländerfeindes eilt ihm auch dann voraus, wenn er über ganz andere Dinge, als über Türken, Moslems oder Juden  reden will. Sondern zum Beispiel über die EU, deren Geschichte er gut und genau kennt. Denn: wo kämen wir denn hin? Man würde ja auch einem Goebbels. lebte er heute noch, niemals erlauben, öffentlich eine Attacke gegen das Magazin „der Spiegel“ zu reiten..  Requiescat in der Hölle. So die veröffentlichte Meinung, unisono. Thilo Sarrazin ist gebrandmarkt, er hat sich zu weit hinausgewagt auf die hohe See des Politischen. Er hätte viel früher wieder abdrehen müssen oder nutzte er gar absichtlich einen verbotenen Zeitwind? Eine gefährliche Stimmung?

Ein ähnlicher Schmäh der Verworfenheit und des Generalverdachts trifft Frauke Petry. Jeder populäre Fernseh-Kabarettist hat ihr schon ein paar tüchtige Ohrfeigen verpasst. Sie wird von jedem Provinz-Redakteur zum Abschuss frei gegeben.  Heute nun interviewt sie der Spiegel und gibt selbst ein Beispiel dafür, wie leicht man echte Fragen journalistisch vermeiden  und sie dafür mit Ressentiments und rufmörderischen Finten ersetzen kann. Sie ist eine persona non grata in der etablierten Politik, wie auch beim Spiegel. Frauke Petry stört einfach. Ist sie nicht doch eine Adolfine? Eine ganze Fotoseite zeigt sie in verschiedenen, sehr wohl und sehr schlau  eingeübten Gesten und Posen, –  man assoziiert sofort, eh schon wissen…-  ist sie nicht eine reine Demagogin, eine banale Weltanschaulerin, vom Schlage eines weiblichen Beuys, die vom Politischen im Grunde keine Ahnung hat? Gekonnt unfair fragt der Spiegel sie forsch,  sagen Sie erstens: was ist für Sie rechts? Und überhaupt, wollen Sie rechte Gewalt mit ihrer Politik nicht nur verharmlosen? Das Ganze  hat etwas von einem Verhör, Frau Petry muss ab der ersten Frage Verleumdungen gegen sie abwehren, sattelfest widerlegen. Das glückt ihr fast sogar ein wenig.. Nun, jedenfalls die Petry ist für den hellen Ortsteil der Gesellschaft (Gauck) out, tot, wie schon gegessen. Sie verachtet man eben. Nota bene: Jetzt hat sie auch noch einen anderen Mann geheiratet und ihre vier Kinderlein verlassen. Eine solche Rabenmutter will zu uns über Familienpolitik reden? Nein. Wehret den Anfängen. Die Petry wird ein bisschen zur Hexe aufgebaut, das könnte ihr aber sogar noch größeren Zulauf und Erfolg bringen. Fragt sich welchen Coach sie sich leisten kann? Den Medienfuchs Spreng? Der hatte ja schon Kaliber wie Stoiber und Gottschalk unter seinen Fittichen. Aber nein, der Spreng ist ihr viel zu teuer und würd es mit ihr vermutlich gar nicht machen. Aber man denke  an Alice Schwarzer, in den 70er Jahren verfemt und auch als Hexe gehandelt, heute ist sei  Stammgast bei jeder öffentlichen Show. Sie darf alles sagen, sogar gegen den Islam.  Sarrazin darf das nie mehr. Er darf nie zu Markus Lanz, der Reklamechef ist nur für gute Prominente-

Schließlich ein dritter Fall der Schmähung in dem bösen Spiel: Sarah Wagenknecht, sie tritt auf wie eine hervorragend integrierte, kluge und höfliche Ausländerin, deren schöner Ernst und  ihre klaren Argumentationen dem ganzen Publikum immer besser gefallen. Sie spricht so ehrlich scheinbar  und ihre Rede hat beinah etwas Stubenreines. Ja, sie hat etwas von einer schönen, exotischen Katze. Witz und Humor braucht sie nicht unbedingt, um dem Publikum zu gefallen, denn davon wird diesem überall sonst im Überfluss geboten. Die Medien im großen Ganzen können sie zwar nicht ignorieren, doch lauern sie ihr immerzu auf, irgendetwas an ihr stimmt nicht, sagen die seriösen Mienen, wir finden es noch heraus. Auch die kluge Sarah begleitet ein steter Verdachtsgeruch.  Die Wirtschaftsexperten zweifeln auch sehr an ihrer Kompetenz in Geld-und Steuersachen, viel zu wenig komplex, sagen sie, obschon sie in diesem Fach politische Ökonomie immer eine Musterschülern war. Sie erscheint wie eine zweite kommunistische Version der Maria Stuart, gegenüber der lupenreinen Elisabeth und Christdemokratin  Uschi van der Leyen. Die beiden in der ersten Bank hätten sich in ihrer Jugend ganz gewiss blendend verstanden. Trotz alle der meinungsmäßigen Differenzen.  Sicher hätte jede von ihnen einen eigenen Lieblingslehrer gehabt und gepflegt. Bin ich mir sicher.

Nun gut, schöne Geschichte, sagen die Zyniker bei der Hauptstadtjournaille – und auch in der übrigen Provinz- Presse, und natürlich fällt im Falle Sarah mancher harte Männerwitz  auch noch ab dabei. Klar. Aber gut, über diese Madonna gut schreiben, nein, das will dann doch keiner. So veraltet, so uralt- tugendhaft, ohne jeden weiblichen Ruch und sexappeal  können wir sie denn doch nicht auf unsere Showbühne hieven. Nein, vergesst sie, so der Tenor.

Sie wird es nie schaffen, das Publikum liebt sie, aber es kann ihr ideologisch nie ganz folgen. Es bedauert, dass sie sich nicht für eine leichtere Branche entscheiden konnte, so wie die Kathi Witt oder als Schlagersängerin. Warum wurde sie nicht wenigestens Liedermacherin, da könnte sie alle toppen, vielleicht sogar den Heino und den Karel Gott zusammen. .

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