Schönes Denken im Lyrik-Frühling

Zitat- Razzia bei der Literaturkritik

Neue Zürcher Zeitung, 15.03.2016

„Rezensent Kurt Drawert gibt sich dem Assoziationsfluss der neuen, weltläufigen Gedichte von Joachim Sartorius rückhaltlos hin. Das liegt an der Sicherheit gebenden Strukturiertheit des Bandes, die es Drawert ermöglicht, sich auf das herausgestellte Ungewisse in den Texten einzulassen, auf Sinnumleitungen, Rhetorik der Tropen und das Thematisieren der Bedingungen des Sprechens. Trotz der formalen Sicherheit, die Drawert schätzt, bleibt genug narrative Energie, ein erzählerisches Begehren, wie Drawert es nennt, um den Leser mit- und hinzureißen.“

Das Ungewisse in den Texten  weltläufiger Gedichte. Was mag das sein, Buchstaben in Armani-Klamotten?

Also diese lyrische Theoristik klingt immerhin fulminant:

nach…“Sinnumleitungen, Rhetorik der Tropen und das Thematisieren der Bedingungen des Sprechens.“

Irgendwie irre, wahnsinnig differenziert. Kann man nicht meckern. Irgendwie  komplex und doch hammermäßig gesagt.

Auch der nächste Kandidat, der sich an die Tür zur Ewigkeit heranschleicht, ist nicht ganz von Pappe:

Die Zeit, 03.03.2016

„Marion Poschmanns Essays hält Rezensent Hubert Winkels für einen Glücksfall und dem dichterischen Werk der Autorin gleichwertig. Als „Hohlform“ der intellektuellen Anschauung in den Gedichten bezeichnet er die Texte. Aus einem Guss zudem, selbst wenn ihre Anlässe unterschiedlich sind. Auch formal kommen sie Winkels entgegen als kurze persönlich eingeleitete ästhetische Betrachtungen. Schönes Denken, im Wechsel mit Poschmanns Gedichten zu lesen, empfiehlt Winkels.“

Ich stelle mir ständig diese „Hohlform der intellektuellen Anschauung der Gedichte“ vor. Very sophisticated. Komplex bis um Gehtnichtmehr.. Kaum zu fassen: eine Hohlform der Anschauung, die auch noch intellektuell sein soll als Anschauung. Eine Strohfeier, herrliche Gemütlichkeit. Unglaublich.–

Dagegen kann es fürs Fernsehen gut angehen mit der Devise: „kurze persönlich eingeleitete ästhetische Betrachtungen“ auszuprobieren.  Elke Heidereich spricht mit Hubert Winkels bei arte. Thema-/Frage: Warum nicht ästhetische Betrachtungen oder Ästhetik überhaupt  mal, „ich meine  auch persönlich und so“. Dass ganz klar wird, was wir meinen. Ja genau, warum nicht. Keine Frage. Es wird wieder Frühling, die bunten Zungen lösen sich, Chill-Jargon überall , besonders auch in Akademien.

 

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