Ochlokratische Stürme

Wie sich mit dem Pöbel einlassen? Würde heute in Sachsen gewählt, käme die AfD auf 17 Prozent, heißt es. Was ist zu tun? Man glaubt es nicht, aber es heißt weiter: Selbst Sachsens Politiker wachen langsam auf, -ist das bereits ein schwaches Lichtzeichen?-seit Bilder von Flüchtlinge beschimpfenden, grölenden Sachsen, einem brennenden Flüchtlingsheim in Bautzen, unfähigen Polizisten und einem AfD-Mitglied als Heimleiter gut dokumentiert im Netz zu sehen sind.

Alles erwartet einen beherzten Einsatz der Polizei. Aber es ist wohl kein Problem der Polizei allein? Alles wartet auf das Volk, denn der Pöbel gehört doch nicht zum Volk. Warum steht das Volk nicht auf gegen die falsche Vertretung ihrer wahren Identität? Das Volk ist doch nicht der Pöbel. Oder ist das Volk gar kein gültiger Begriff mehr in unserer Zielgruppenarena, in unserem Kundenwohlfühlpark?

Die Unterscheidung der Volksparteien, die behaupten, in dem wilden reaktionären Pöbel- Haufen finden sich auch viele besonnene Bürger, die Sorgen haben und die wir nicht aufgeben dürfen, nein,nein falsche Rhetorik, die  nützt nichts. Die Volksparteien haben auch keine Sprache für das Unfassbare. Weder die Partei der sozialen Gerechtigkeit, noch die Partei der freien Marktwirtschaft und der alten Bürgermitte finden den richtigen Ton. Das Pathos, das die Massen bewegte. Hin zu Vernuft und Augenmaß. Die These des witzigen Jonathan Swift, dass mit Vernunft nicht  aufzuklären ist, was mit keiner Faser aus der Vernunft herstammt, gewinnt wieder an Plausibilität. Also wird man es mit Bestechung, mit Geschenken versuchen müssen, ich denke an Freibier oder auch an die Amis, die nach dem Krieg die störrischen Nazi-Deutschen mit Seidenstrümpfen, Zigaretten und Kagummi zur Demokratie zwingen konnten. Außerdem, gerade wir Deutschen wissen doch  gut, wie man Hunde ködert und streng erzieht. (Das nur nebenbei)

Vielleicht ist der bald aus der Haft entlassene Volkstribun Uli Hoeness der Richtige, sein Wort: „Das war’s noch nicht“ ist mir noch gut im Ohr.  Auch seine Strafpredigt gegen den Fan-Pöbelhaufen, der aufmucken wollte gegen die erhöhten Eintrittspreise in der nagel-neuen Allianzarena: “ Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid, wir reißen uns hier den Arsch auf für Euch und..“ – das saß. Aber kann ein Politiker der Mitte heute so sprechen, kann er wie Hoeness beweisen, dass er sogar für den Pöbel seinen Arsch, usw. Wie immer, es kann nie schaden in dieser ochlokratischen Situation, in die wir gerade in Sachsen  abrutschen, den Uli einmal um Rat zu fragen. Er kennt auch das Geheimnis der deutschen Würstel, wenn mit Vernuft schon gar nichts mehr zu machen ist, helfen oft ein paar Würstel. .    ..

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