Der syrische Dichter Adonis spricht

Diejenigen, die in Talkshows und anderswo soviel unwichtiges und dummes Zeug über den Islam verzapfen und immerzu zwischen Islam und Islamismus unterscheiden und damit den Terror beschwichtigen wollen, sollten heute gründlich das Interview lesen, das der Syrer Adonis, der bedeutendste Dichter der arabischen Welt,  in der Zeitung die Welt gibt..

Er sagt darin klar und deutlich: „Die arabische Welt baut auf einem totalitären System auf. Die Religion diktiert alles: Wie man läuft, wie man auf die Toilette geht, wie man sich zu lieben hat . Ein moderner Islam ist nicht möglich. Denn man kann eine Religion nicht reformieren. Wenn man sie reformiert, trennt man sich von ihr. Deswegen ist ein moderner Islam nicht möglich, moderne Muslime schon. Wenn es keine Trennung zwischen Religion und Staat gibt, wird es keine Demokratie geben, keine Gleichstellung für die Frau. Dann behalten wir ein theokratisches System. So wird es enden. Gemeinsam mit dem Westen werden Theokratien im Mittleren Osten aufgebaut.“

Seinen Kritikern, die ihm vorwerfen, sich nicht genügend gegen Assad verwehrt zu haben, entgegnet er: „Ich bin seit Langem ein Gegner Assads. Als ich ihn kritisierte, waren diejenigen, die mich jetzt angreifen, noch seine Beamten. Das Assad-Regime hat das Land in ein Gefängnis verwandelt. Aber seine Gegner, die sogenannten Revolutionäre, begehen Massenmord, schneiden Menschen die Köpfe ab, verkaufen Frauen in Käfigen wie Ware und treten die menschliche Würde mit Füßen.“

Auf die Frage des Weltredakteurs „Wieso stellen Sie Terroristen des IS und Regimegegner auf eine Stufe?“ antwortet er: „Weil sie das zugelassen haben, weil sie nicht Nein gesagt haben….Das ganze arabische Volk hätte Nein sagen und aufschreien müssen. Es ist eine Schande!“

Nach den Enttäuschungen des arabischen Frühlings glaubt er nicht mehr, dass mit dem Islam jemals noch ein Staat zu machen sein wird. Das ganze Interview ist klar und deutlich auch gegen die Heuchelei es Westens gerichtet und auch deshalb sehr lesenswert. Halten wir uns zur besseren Orientierung lieber an diesen großen Dichter ( der übrigens seit langem Nobelpreiskandidat ist) statt dauernd das Geschwätz unserer Journalisten und Islamvereinsvorsitzenden zu diesem Thema über uns ergehen zu lassen.

 

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