Die Medien überfischt und voller Plastikmüll

Der Buchmarkt wird immer mehr vermüllt. Wie die österreichische Presse meldet, pinkelte soeben eine Frau den großen, vor 80 Jahren verstorbenen Kritiker Karl Kraus an. Er habe unlautere Männerfantasien gepflegt und damit mehrere Frauen belästigt, wo nicht missbraucht, schreibt die Beziehungspolizistin. An anderer Stelle, nämlich in Tichys Einblick, ruft ein Mittelklassen- Journalist, namens W.Herles, denselben Karl Kraus zum Kronzeugen für seine „objektive“ Medienkritik an. Denn der Wiener Jude habe wie er, in seiner Schrift gegen die Hitlerei, die Überzeugung geäußert, dass zu einem anständigen Journalisten, der diesen Namen verdiene, nicht mehr gehöre als Ehrlichkeit und Objektivität. An diesen Tugenden aber fehle es heute in den Medien überall. Das war natürlich gut gemeint, nur lieber Herr Herles, hätte ihnen Karl Kraus solche Phrasen niemals unterschrieben, dies steht ganz fest. Außerdem haben Sie den berühmten ersten Satz in der Dritten Walpurgisnacht von K.Kraus: „Mir fällt zu Hitler nichts ein“ ganz falsch verstanden. (Aber das nur nebenbei.)

Dann: Vor kurzem traf das Buch eines gewissen Herrn Reemtsma bei mir ein, das ich rezensieren soll, zu der oberstudienrätlichen Frage, was es heiße, heute wieder die schöne Literatur zu interpretieren. Er breitet dabei in einer sonderbar verkwasten Manier seine enorme Belesenheit aus, rennt durch ein paar offene Türen und gibt zwischendurch immer wieder Statements ab, wie dieses, dass er das einstige literarische Quartett unter der Stabsführung des bereits verstorbenen Literaturfeldwebels Reich Ranicki, ziemlich famos gefunden habe. Ja, das lässt sich denken, kannten Sie den Herrn Reich Ranicki doch bestimmt auch gut persönlich, nicht wahr? . Und im übrigen sei er, Jan Philipp Reemtsma, der Meinung, dass der große Wilhelm von Humboldt nicht besonders gut schreiben konnte. Auch versäumt es Herr Reemtsma nicht, bei jeder Gelegenheit, die er in seinem Buch nebenher erschafft, die Werbetrommel für den von ihm begönnerten Autor Arno Schmidt zu rühren. Rührend überhaupt wie im Ganzen der mittel-große Krösus, der im Nebenberuf nicht nur Sozialphilosoph, sondern auch als Professor für Germanistik fungiert. Ich las das Werk quer und nebenbei, als ich im Fernsehen zufällig der Journalistin Krone Schmalz zuhörte, wie sie die syrischen Bombenangriffe des Russen Putin realpolitisch zu rechtfertigen suchte. Als sie dabei der gute Europäer Martin Schulz aus Brüssel unterbrach und meinte, also er fände diesen Russen ganz unsympathisch. Denn schließlich brächte dieser massenhaft unschuldige syrische Kinder und Frauen um, und zweitens herrsche er auch in seinem russischen Reich brutal und unmenschlich und werfe zahllose seiner Kritiker in den Kerker..Schulz war sichtlich verärgert, da wurde es der Frau Krone Schmalz in der Maske der objektiven Journalistin zu viel und sie ermahnte Herrn Schulz, doch bitte beim Thema Realpolitik in Syrien zu bleiben, wobei sie selbstverständlich gerne einräumte, dass sie das Massensterben in Syrien doch auch ganz grässlich fände, wie jeder Mensch. Doch es ginge  hier einmal um die konkrete Analyse für die Zuschauer in einer Demokratie.

Naja, das war keinesfalls interessanter als das neue Werk des Herrn Reemtsma, dem ich mich erneut zuwandte, während mich der heimliche Verdacht in meinem Unterbewussten anschlich, ob Frau Krone- Schmalz nicht auch in objektiven Verbindungen mit den sog. russischen Diensten verwickelt sein könnte. Aber wie gesagt, es war nicht mehr als ein Verdacht, der unwahrscheinlich ist, wenn man bedenkt, dass sie ja lange für die ARD gearbeitet hat, also für jene seriöse Anstalt, die doch seit Jahren sicher gut wie wir alle vom NSA überwacht wird. Also es war nur ein Gedanke, so vage und unbestimmt, wie ich nach einer gut verschlafenen Nacht immer noch herum rätsele,. was diesen Herrn Professor Reemtsma bewogen habe mochte, sein Interpretationswerk bei dem großen berühmten Verlag Beck in München gerade jetzt, mitten in der Flüchtlingsnot,  herausbringen zu lassen. Ich werde in seinem Büro anfragen müssen, wie er diesen Kontext interpretiert und wie er sich meine Rezension wünscht und ob er für mich vielleicht schon einen fertigen Text in seiner Schublade vorrätig hat, den ich dann in seinem Dienst nur einfach abschreiben könnte. Dafür bekäme ich sicher mehr Lohn als von all den sog.. objektiven Medien, die Herr Herles im Namen des Karl Kraus und mit seiner eigenen Kritik, so ehrlich und objektiv, überschütten wollte.

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