Der Tatort gestern

in diesem Krimiformat will man bekanntlich ja immer so topaktuell sein, wie die äußersten Spitzen des Zeitgeistes.  Bei diesem stehen die Zeichen wohl gerade auf perversem, verruchten Sex.  Ein simpler Strip im Rotlichtmilieu genügt schon lange nicht mehr. Seht her, so krank ist unsere Welt, heißt die Sendungsdevise der ARD. . Und wir haben es ja immer schon gerochen, dass hinter den süßen Schlagerkulissen die härtesten Zuhältertypen den Ton angeben. So hart, so krank, so verworfen, dass selbst dem ironischen Wiener Kommissarpärchen Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser beinahe die Spucke wegbleibt. Ließ sich der Saukerl doch von seinen Schlagersternchen, unschuldigen Bübchen und Mädels, nackt so lange strangulieren, bis er zum ultimativen Orgasmus gelangte. Ein Unfall also, wie er in jedem Puff ein-zweimal passieren kann im Jahr? Ein besonders widerwärtiger Fall? Ja schon, aber nein, es war ein Mord, ein Racheakt. Naja, das war ungewöhnlich, so etwas hat man noch in keinem Tatort gesehen. Zugegeben, das toppt selbst die Rambomanieren eines Til Schweiger. Und doch, der Zuschauer wird um sein Mitempfinden gebracht. Denn wer will sich mit diesem Schwein  identifizieren und mitleidig sein? Wer möchte sich schon mit einem solchen perversen Kranken identifizieren und bedauern, dass er vor Gier platzte und elend krepieren musste? Seine frivole Frau, die davon wusste, minderte das moralische Malheur dabei nicht im mindesten. Auch sie ist nur eine super-Luxus-Dreckshure. . Und das arme Teeniemädchen, das sich eine Starkarriere versprochen hatte und die er für seine Sex-Praktiken missbrauchte, sie begeht am Ende Selbstmord. Kein gutes Ende. Keine Spur von Grerechtigkeit, nur der Kater nach einer rauschenden Höllenfahrt in die schlechtesre aller  Welten. Da half einem auch die ironische Art des Umgangs mit der Untat durch Krassnitzer und Adele nichts mehr. Diese Aufklärung über das böse Treiben in den sexuellen Untiefen war am Ende überflüssig und rein gar nichts wert.

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