Der Tatort gestern

Dem Tatort geht offenbar die Puste aus. Den Täter haben wir von Anfang an gekannt, die zwei Kommissare rannten hinter ihm her und überlegten sich immer 5 Minuten später als der Zuschauer, was sich der bereits gleich dachte. Der Täter mordete für seine Liebste, ein hübsches dummes Schulmädel, das eifrig dabei war beim Poppen, aber sonst nicht viel mitdenken konnte. Am Schluss verriet sie ihren Romeo an die Polizei, um zu ihrer Mama heimzukehren, die das süße  Früchtchen wohl maßlos zur Lüge und Wichtigtuerei verzogen hat. Ihr Lover aber stürzte sich schließlich aus dem Hochhaus in den Tod. Traurig, sinnlos und mittelmäßig dieser Krimi, wie die Welt, in der er spielte.

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Die faulen Früchte der Demokratie

Die Tricks der Massenpsychologie sind simpel: Man braucht nur Angst einflößende Feindbilder an alle Wände zu malen, schon hat man die Leute auf seiner Seite.Egal ob die Feinde Flüchtlinge, Moslems oder nazihafte Sachsen heißen.  Dabei geraten die Medienmogule allmählich ins Hintertreffen. Der Vorwurf „Lügenpresse“ hat sie hart getroffen. Zwar erwacht der  Nationalsozialismus  in Sachsen gerade aus seinem langen Winterschlaf, doch es sind vorzüglich alte Männer, deren Mietlinge und Helfershelfer Häuser und Asyle anzünden. Die jungen dynamischen Salafisten dagegen schneiden Köpfe ab. Die Angst davor ist viel größer. Ein gewisser Philipp Blom, der sich Historiker nennt, bastelt aus diesen zwei Fronten der Angstmacherei ein apokalpytisches Ikea-Holzhaus, eine Wetterhütte der Epoche. Wenn sie nicht höllisch aufpassten, liefen den Liberalen und Medienkonformen  die Fans davon, unkt er, während den Totalitären und Rückwärtsgewandten die Massen zuströmten. So beschreibt er seine Angst im aktuellen Cicero-Heft. Die Linken, so trötet ein anderer Liberaler aus der Schweiz, flöhen vor lauter antifaschitischer Ohnmacht in die nationale Selbstzerstörung. Sie ziehen sich der Mitschuld  an den Freveln des „weißen Mannes“,  zu welchem sie aber nicht mehr zählen wollten, da dieser Unhold das ganze Unheil nicht nur gestern und vorgestern, sondern noch heute verursachen würde. Man denkt natürlich sofort an die Mafiaorganisationen von Mercedes, Siemens, der Ölkonzerne, der Waffenindustrie usw. Alle im Dienste des „weißen Mannes“.  Des bösen Uncle Sam willige Nachfahren…Eine abenteuerliche Geschichtskonstruktion, die an Rousseaus Antagonisten, den unschuldigen Wilden erinnert, den Träger urmenschlicher Hoffnung. . Wie entkommen die Linken nur ihrer Mitschuld? Schwarz sind sie zweifellos nicht geboren und unschuldig oder wild werden sie wohl auch nicht mehr durch Selbstbezichtigung. Wo haben sie ihr utopisches Schießpulver nur verloren?  Ihr Wort ist auch längst keine Waffe mehr. Grabesstimmung auf der Linken?

Welche Angst vor welchem Feind also wird siegen, wer wird die ruinös gewordenen  Institutionen schleifen? Wer wird neue Dämme errichten? Die kaputten Schulen renovieren, die Universitäten wieder mit Geist und Niveau versorgen?

In Polen und überall ist man schon dabei, die Medienmächte zu zerbrechen. Der alte Feind, der Russe, Putin installiert schon überall , auch gerade bei uns, im virtuellen Dreck und Schlamm seine tüchtigen Trolle. Ich aber widerstehe trotzig allen Ängste, denn bei uns regieren ja die Frauen, sage ich mir,  und die können es  in der Not sogar mit den schlimmsten Bösewichten richten. Irgendwie.  Ich denke auch an Goethes Gang zu den Müttern hinab.

Helge Schneider -der Clown

Helge ist groß geworden und hat wie jeder Mensch, gerade als Clown, und mit Fleiß, ganz klein angefangen. Etwa mit seinem Song Katzenklo oder noch viel früher. Noch immer liebt er es, in seinen showmäßig angelegten Auftritten, scheinbar völlig Unzusammenhängendes, rein Ruinöses so aneinander zu reihen, dass tatsächlich ein Sinnersatz entsteht. Zum Beispiel neulich, als ihm ein Ehrenpreis für komische Kunst überreicht wurde, erzählte er total unverhofft, dass er Arnold Schwarzenegger einmal die Hand gegeben habe, dem berühmten Filmstar aus Hollywood-Österreich. Dabei habe er bemerkt, dass dieser Held riesengroße Hände habe, Hände so groß wie Klodeckel. Da ließ er das Publikum sofort so staunen, sodass es lieber sofort lachte. . Dann kam er übergangslos zu Helene Fischer. Diese berühmte Sängerin habe er an Sylvester gehört im Fernsehen, da es da nichts anderes gab. Leider, aber gut. Denn. Nein: Dann, er sagte Themenwechsel, und nebenbei, als er schon wieder am Klavier saß, und sein Katzenklo virtuos in alle möglichen Jazzinterpretationen hinein wirkte, hineinbrachte und dabei berühmte schwarze und weiße Stimmen nachahmte, sagte er nebenbei, – verschmitztes Aside– man merke schon, dass bei ihm, in seinen völlig unabhängigen Worten immer ein wenig Sozialkritik mitschwinge. Das Publikum war überwältigt insgeheim und schwieg . Deshalb, nein nicht deshalb, sondern weil: Als es dieses Wort Sozialkritik, das stets einen guten Klang hat und das es gut kennt und selbst oft schon für eigene, großartige Argumentationen verwandt hat, plötzlich in diesen Katzenklovariationen Helges auftauchen hörte. Natürlich nur sehr kurz, denn Helge war gleich wieder bei anderen, zufällig in seinem Kopf oder so halt herum liegenden Themen und Dingen, wenn er nicht sogar zufällig ausschließlich mit seinen Händen beschäftig war, die sich leicht verknoten, wenn er sich am Klavier nicht selten in allzu tiefgreifende , rein- artistische Höhepunkte und Hohlwege der Jazzgeschichte verlaufen hat. Ach, es kommt so viel vor in seinen Vorstellungen, es ist kaum zu fassen. Man spürt immer den verborgenen, kritischen Sinn, der alles zusammenschlägt, was von außen sich nur deshalb so chaotisch-kindlich und oft wie ein purer Ersatz von allem einst Solidem und Bedeutung Tragenden ansieht. Anfühlt. Vor allem die Sprache, doch nicht weniger die Mimik, die Gestik und – nicht zu vergessen- das Spiel, auf dem alles zusammen fällt. Und wieder aufsteht, wie in einem fremden Frieden inmitten eines Kriegs, den jeder aus seinen vielen Träumen irgendwie ahnt und kennt.

Ochlokratische Stürme

Wie sich mit dem Pöbel einlassen? Würde heute in Sachsen gewählt, käme die AfD auf 17 Prozent, heißt es. Was ist zu tun? Man glaubt es nicht, aber es heißt weiter: Selbst Sachsens Politiker wachen langsam auf, -ist das bereits ein schwaches Lichtzeichen?-seit Bilder von Flüchtlinge beschimpfenden, grölenden Sachsen, einem brennenden Flüchtlingsheim in Bautzen, unfähigen Polizisten und einem AfD-Mitglied als Heimleiter gut dokumentiert im Netz zu sehen sind.

Alles erwartet einen beherzten Einsatz der Polizei. Aber es ist wohl kein Problem der Polizei allein? Alles wartet auf das Volk, denn der Pöbel gehört doch nicht zum Volk. Warum steht das Volk nicht auf gegen die falsche Vertretung ihrer wahren Identität? Das Volk ist doch nicht der Pöbel. Oder ist das Volk gar kein gültiger Begriff mehr in unserer Zielgruppenarena, in unserem Kundenwohlfühlpark?

Die Unterscheidung der Volksparteien, die behaupten, in dem wilden reaktionären Pöbel- Haufen finden sich auch viele besonnene Bürger, die Sorgen haben und die wir nicht aufgeben dürfen, nein,nein falsche Rhetorik, die  nützt nichts. Die Volksparteien haben auch keine Sprache für das Unfassbare. Weder die Partei der sozialen Gerechtigkeit, noch die Partei der freien Marktwirtschaft und der alten Bürgermitte finden den richtigen Ton. Das Pathos, das die Massen bewegte. Hin zu Vernuft und Augenmaß. Die These des witzigen Jonathan Swift, dass mit Vernunft nicht  aufzuklären ist, was mit keiner Faser aus der Vernunft herstammt, gewinnt wieder an Plausibilität. Also wird man es mit Bestechung, mit Geschenken versuchen müssen, ich denke an Freibier oder auch an die Amis, die nach dem Krieg die störrischen Nazi-Deutschen mit Seidenstrümpfen, Zigaretten und Kagummi zur Demokratie zwingen konnten. Außerdem, gerade wir Deutschen wissen doch  gut, wie man Hunde ködert und streng erzieht. (Das nur nebenbei)

Vielleicht ist der bald aus der Haft entlassene Volkstribun Uli Hoeness der Richtige, sein Wort: „Das war’s noch nicht“ ist mir noch gut im Ohr.  Auch seine Strafpredigt gegen den Fan-Pöbelhaufen, der aufmucken wollte gegen die erhöhten Eintrittspreise in der nagel-neuen Allianzarena: “ Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid, wir reißen uns hier den Arsch auf für Euch und..“ – das saß. Aber kann ein Politiker der Mitte heute so sprechen, kann er wie Hoeness beweisen, dass er sogar für den Pöbel seinen Arsch, usw. Wie immer, es kann nie schaden in dieser ochlokratischen Situation, in die wir gerade in Sachsen  abrutschen, den Uli einmal um Rat zu fragen. Er kennt auch das Geheimnis der deutschen Würstel, wenn mit Vernuft schon gar nichts mehr zu machen ist, helfen oft ein paar Würstel. .    ..

Interessant.- Zitate

Man gewöhnt sich daran, denn es ist ja bekannt.Viele Menschen sterben  täglich in Syrien. Durch die russischen Angriffe.

Ein Merkelmann, offenbar ein militärischer Feinschmecker, dazu:

“ Das ist allerfeinstes Handwerk.“

Eine russische Zeitung spottet derweil über Frau Merkel und ihren Schakalfreund Erdogan:

Offenkundig hat Merkel einen Hirnkurzschluss erlitten. Ein Lämmchen flirtet mit dem Schakal. Man möchte Merkel fragen: Teilen Sie die Werte Erdogans? Sind Sie begeistert über die vielen Journalisten, die im Gefängnis sitzen?“

Zweifellos und beträchtlich. Die sog.Realpolitik erhebt überall das Niveau des Zynismus.

 

 

Ideologiegeschichte. Zur jüngsten Vergangenheitslage

Eric Voegelin, der Philosoph, hat in seinen geschichtlichen Studien herausgefunden, dass Revolutionen nicht durch Revolutionäre gemacht werden, „sondern sich in der Gesellschaft entzünden, die sie in sich trägt. Die Schuld liegt in erster Linie bei den herrschenden Klassen der bestehenden Institutionen, nicht bei den Revolutionären, die das Produkt einer von den verantwortlichen Autoritäten schlecht verwalteten Situation sind.“

Im Blick auf die eigne Zeit stellt er Mitte der 60er Jahre den Zusammenbruch der akademischen Institutionen fest, und kommt ganz konkret auf seine eigenen Erfahrung in der Münchner Universität zu sprechen:

„ Wenn heute ein Student, der vielfältiger, politischer Propaganda ausgesetzt ist, Marxist wird, so liegt einer der Gründe zweifellos darin, dass er in der akademischen Welt nicht einen Professor unter tausend findet, der philosophisch ausreichend gebildet wäre, seine Frage mit hinreichender Kompetenz zu beantworten und zu erklären, warum die Ideen von Marx abwegig sind, um auf diese Weise einen vitalen, intellektuell wachen jungen Mann zu beeindrucken und zum Nachdenken anzuregen.“

Das ist exakt der ideologische , antiphilosophische Um-Sturz von 68, dessen Folgen wir bis heute zu tragen haben. Die Revolutionäre und die zahllosen Mitläufer-Professoren zerstörten die Universität und das Schulsystem , und bildeten zahlreiche kommunistische Sekten, die sog. K-Gruppen. Deren Idiotien und historischen Faßnachtsbräuche lebten, tobten sie wie in einer zweiten Pubertät hindurch, um dann wenig später in die Ruinen der Institutionen einzuziehen und dort ihre ideologische Politik umzusetzen. Aus dieser politischen Verwirrung kamen die Grünen hervor und der absurde Genderismus, der inzwischen mit pseudo-wissenschaftlichem Segen alle Welt erfasst und die Sprache zerstört. Und so wuchs allmählich die linke Medienübermacht, die gegenwärtig in eine schwere Krise geraten ist. Jetzt, aktuell entsteht eine neue Situation und man darf gespannt sein, in welcher Rolle die weiterhin durch allen möglichen Misswachs ruinierten Institutionen sich wieder finden werden.

Kommunikatives Handeln

Der Begriff des kommunikativen Handelns ist wie das schlichte Wort Kommunikation in einen inflationären Gebrauch ausgeufert. Dabei will niemand bestreiten, dass dieses Handeln in Studiengängen und Schulplänen in bester kommerzieller Absicht geübt und fleißig erprobt wird. Doch sind auch die destruktiven Gegenkräfte, die willkürlich an der Sprache herum schrauben und allerlei Missbräuche in die rein-sprachliche Sphäre einführen, weder zu überhören noch zu übersehen. Vor allem die Genderpolitik, die in sämtliche Bezirke vordringt, und den sprachlichen Allgemein-Verstand verunreinigt und beschädigt, erleichtert das kommunikative Handeln weit weniger, als sie es vernebelt und der Verständlichkeit entzieht. So werden altehrwürdige Wörter wie Student und Studentin willkürlich in Studierende umgewandelt, um der geschlechtlichen Gerechtigkeit willen, die nichts als ein Popanz, ein Moderwort ist. Doch niemand ist willens, dem Unfug Einhalt zu gebieten. Selbst die besten Schriftsteller nicht und man muss wohl gespannt sein, wann sie das Wort Schüler in die „Zu-Schulenden umfälschen. Wie hässlich und misstönend das alles klingt, wie etwa auch die absurden Azubis im Schlepptau der Hochsprache,- es ist eine Beleidigung für jedes musikalische Ohr. – Das alles schreit nach Satirikern, die den Tempel der Sprache wieder reinigen, da die Beamten der Sprachverwaltung sich dazu außerstande fühlen und sich aus politischem Opportunismus lieber wegducken. Wie immer und überall. Denn die Sprache sei nun mal vor gesellschaftlichen Sektierern nicht zu bewahren, sondern ein bloßes Instrument der freien Meinungsbildung. Keine Duden-Norm bremst mehr das Chaos, der häufige Gebrauch ersetzt jede Norm, sagen die Linguisten, denen der Wohlklang der Sprache nicht viel bedeutet. Dazu passte, dass sie Udo Lindenberg, gewiss kein kleiner Massen-Star, die Jakob Grimm Medaille umhängten. Linguisten und Sprachbeamte sind ja keine Rhetoriker, sagt man, sondern wie jedermann und seine nette Frau allein um soziale Gerechtigkeit bemüht. Also müssen selbstredend vor den Bürgern die Bürgerinnen immerzu als erste angesprochen werden. Wie auch die Feuerwehr-Männinnen vor den Männern. Das ruiniert die allgemeine Grußformel, die nie allein männlich gemeint war, zu einem ermüdenden Ritual politischer Korrektheit. Jesus, ist das langweilig und verhindert jede anspielende Eleganz in lähmender Langeweile. Ästhetische Kriterien gehen so zuschanden und alles spielerische Kalkül wird aus dem kommunikativen Handeln ausgegrenzt. Denn dieses soll bockernst verstanden und der parteilichen Willensbildung unterworfen werden, statt dem freien Spiel der Kräfte. Demgemäß betonen sie jetzt überall gut hörbar auch ihren Fetisch Konsens falsch, nämlich auf der ersten Silbe. Aber pardon, das Wort falsch gibt es ja gar nicht mehr, seit das Wort wahr, in Wahrheit in den Besitz der numerischen Mehrheit übernommen worden ist.