„Obergrenze, Grenzschutz“- hässliche Wörter

„ Muss man aus dem aktiven Wortschatz eliminieren. Man wird andere Ausdrücke finden. Wenn alles andere nicht hilft, muss man kreativ werden.“ Sagt Sloterdijk, der Philosoph. Natürlich. Er lässt sich nicht dazu missbrauchen, der einen oder der anderen platten Position recht zu geben. Sowohl diejenigen, die behaupten, sie handelten aus reiner Humanität, als auch die anderen, die Verschwörungstheorien folgen und die Islamisierung Europas fürchten, machen es sich zu einfach. Sie wissen gar nicht, was Grenze bedeutet. Das habe man schon damals gesehen, als Joschka Fischer als Außenminister wahllos an irgendwelche Massen aus dem Osten Visa verteilen ließ, als wäre unsre Grenze nichts als ein touristisches Hindernis, das man abbauen müsse. „Wir haben das Lob der Grenze nicht gelernt.“Der Philosoph versucht es mit einem poetischen Ausdruck a la PeterHandke. Er möchte keiner Verschwörungstheorie folgen, doch so einfach ist es auch nicht, wie die Gutmenschen meinen. Dass die Flüchtlinge aus purer Not zu uns kämen. Warum sind das dann mehrheitlich nur junge Männer? Aber er sagt nicht mehr, als wir wissen und vermutet: „ Eines Tages wird man nachlesen können, wer die Flüchtlingsströme gelenkt hat.“ Also doch gelenkt? Putin, Assad, der Dschihadismus? Es spricht einiges dafür. Denn der Islam ist weder weder staats-noch gesellschaftsfähig, sagt Sloty und bricht damit ein Tabu: „Mit dem Islam lässt sich keine authentische Zivilgesellschaft füllen.“ Er kann das sagen, denn ihm wird niemand Rassismus oder andere bestialische Gesinnung unterstellen können. Auch den Begriff „Integration“ hält er für einen Euphemismus, für eine erziehungs-demagogische Leer-Formel. Man wäre ja schon zufrieden, „wenn man es zur beruhigten Koexistenz brächte, zu einer freundlichen Gleichgültigkeit gegenüber der Tatsache, dass es zu viele Leute gibt, mit denen man fast nichts gemeinsam hat.“ Also was sollen die Übertreibungen? Wem dient solche Rhetorik der Maßlosigkeit und der Realitätsblindheit? Vor dem Debakel in Köln hätte solche Meinungsäußerung zu einem grünroten Aufschrei der Entrüstung geführt, wie Sloterdijk ihn schon einige Male hervorgerufen hat. Er sagt noch einiges, zum Beispiel zur Korrelation, zur unheimlichen Verabredung zwischen Terror und Journalismus, die sich gegenseitig Futter zu Sensation und Massenerregung lieferten; beide begehrten und bedürften dessen, um ihre Geschäfte mit der Aufmerksamkeit nach oben zu treiben. Starker Tobak, den die Journalisten, die ihn zum Talk luden, anscheinend ungerührt verdauten. Zum Schluss setzt Sloterdijk noch eine Fanfare, die in den üblichen Diskursen bisher, wenn überhaupt, stets nur mit Dämpfer musiziert wurde: Die Europäer, und zuletzt auch die Deutschen, Frau Merkel rudere ja bereits zurück, sie werden alle für die Erhaltung des „Juwels“ Europa, „früher oder später eine effiziente Grenzpolitik entwickeln. (..) Es gibt schließlich keine moralische Pflicht zur Selbstzerstörung.“

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