Integration des Urdeutschen

Die Maschinen der Meinungsindustrie plappern immer dasselbe, sie wiederholen sich nur noch, um den ahnungslosen Massen die neuen Sprachregelungen einzuhämmern, die da heißen: Obergrenze, Außengrenzen, Reduktion der Flüchtingsmassen, Kriegsursachen. Usw. Diese Schlagworte führen zu Fragen: wie integrieren wir die vielen Fremden, wie nutzen wir sie, was sagen die führenden Wirtschaftsbosse? Die andere Seite, die sich rasch vermehrenden Anhänger des Rufes „ zurück in die 50er Jahre, zurück in das nationalistische Vaterlandsgefühl“, wird ausgegrenzt und als nicht satisfaktionsfähig verachtet. Obwohl wir auch, wie Sozialldemokraten gerne einräumen,  „mit diesen Menschen reden müssen“, nicht mir ihren Anführern und Rattenfängern, doch mit den Menschen, die Sorgen und Ängste haben. Reden heißt soviel wie diese verirrten Menschen belehren, aufklären, sie auf den richtigen Weg zurückbringen. Also Inklusion.

Ich fürchte, das ist unnütz und verschwendete Energie. Besser und sinnvoller wäre es schon, diesen ins Gestrige Verirrten, mit all den Illusionen des Völkischen und Urgemütlichen, mit all dem Butzenscheibenzauber und den alten Wurstkulturen, den alten Schlagern und Märchen „Wir sind das Volk“, für kurze Zeit eigene Stadtviertel einzurichten, wo sie eine Weile ganz unter sich bleiben können. In sogenannten altdeutschen Bezirken mit Wasser aus dem Brunnen in den Höfen, mit Spinnrädern und hölzernen Schulstuben, wo man wieder gotisch lernen und sprechen darf, wo überhaupt die urdeutschen Bräuche geübt, reformiert und gepflegt werden können. Oder Plan B: die Regierung bzw. die Parteien finanzieren diesen Anhängern des Urdeutschen große Weltreisen, wo sie erleben können, wie verschwindend klein sich ihre nationalistische Sehnsucht auf den Weltmeeren der Möglichkeiten und Chancen im Grunde ausnimmt. Von Sachsen oder Mecklenburg aus sieht sich das Deutsche leicht wie ein monumentaler Koloss an, der dringend gesäubert und vor ausländischen Einflüssen geschützt werden muss. Es ist eine alte Fantasie, die von den Hitlertypen verfälscht und anschließend von den Kommunisten verboten worden ist. Da zeigt sich jetzt ein Nachholbedarf, den die liberale Politik nicht dämonisieren und dieses Gebrechen damit interessanter machen sollte, als es ist. Die Leute im Westen tun sich leicht, sie hatten viel Zeit, sich dem amerikanischen way of life anzupassen. Den Weg vom Kaigummikonsum bis zum Hulahoop-Reifen dauerte immerhin fast 20 Jahre. Ganz abgesehen von den vielen anderen Umerziehungsmaßnahmen, in deren Genuss die Ostler nie gekommen sind. Sie brauchen endlich das völlig verjährte historische Heimatgefühl noch einmal, um von dort aus sich dann langsam den globalen Verheißungen und Bedürfnissen nähern zu können. Man sieht, diese Spasmen und Atavismen im „Volkskörper“, wie man früher dazu sagte, sollte man nicht mit Politik verwechseln. Das ist Zeitverschwendung. Deutschland hat zur Zeit zwei Geschwindigkeiten, die eine Hälfte tanzt nach modernsten flotten Rhythmen der IT-Industrieen , die andere trottet noch gerne in alten Märschen ein gutes Stück ins Vergangene zurück. Das können sie nur durch Ausleben überwinden, sagte mir gestern ein namhafter Psychotherapeut.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s