Putin als Mörder

Es ist unglaublich, wie bei Shakespeare sehen wir auf offener Weltbühne einen mächtigen Staatslenker als Mörder herumgehen, sehen wir, wie er dem Massenmörder Assad grinsend die Hand schüttelt. Wie er Sport treibt, auf die Jagd geht, von seinem großen Volk hündisch geliebt wird. Natürlich, russische Oppositionelle haben Zar Putin schon oft des Mordes angeklagt, aber wer glaubt schon Kritikern? Die verstehen noch nichts vom Geschäft, sie machen es skrupellos kaputt und zwar bloß aus ihrer hypermoralischen Blindheit heraus. Diesmal aber ist es ein hoher britische Richter, der die Anklage führt, auch Cameron, der britische Premier, spricht es aus, dass Putin die Ermordung Litwinenkos in einem Londoner Hotel angeordnet hat. Was jetzt? Nichts. Moskau leugnet alles, die Russen werden von dem Mord als Sache eine andere märchenhaft andere Version erfahren in den Propagandamedien Putins. Auch die internationale Gerichtsbarkeit in Den Haag wird es nicht wagen, Putin wie Milosevoic als Schurken vor ihre Schranken zu laden. Eher noch werden sie ihm den Friedendnobelpreis umhängen, denn politische Konsequenzen einzufordern. Auch im deutschen Qualitäts-Journalismus werden Leute wie Frau Krone Schmalz oder Herr Jörges vom Stern hervortreten, die uns im realpolitischen Sinne zur Vernunft zurückrufen werden. Mit Emotionen ist nun mal kein Zuckerhut zu gewinnen. Es sind für alles, auch für das Grässliche, Argumentationen erhältlich, überall im Handel. Auch das hat uns Shakespeare schon gezeigt und genau beschrieben.

Es wird wie bei Shakespeare alles wieder im Sande verlaufen. Die Weltpolitik ist eben eine absurde Posse, in der Moral nur eine wohlfeile Dekoration darstellt. Sollen also kleine Leute wie ich sich darüber empören? Soll unser hochanständiger Steinmeier Skrupel bekommen, wenn er bei nächster Gelegenheit Putin wieder die Hand schütteln muss? Wie vielen Staatsverbrechern und politischen Henkern hat er schon die Honneurs gemacht und das naturgemäß aus guten, ganzheitlichen, realpolitischen Gründen. Und wenn ein solch hochdekorierter Schurke dann endlich stirbt und selbst Gauck Bauchschmerzen bekommen sollte, tiefe Trauer zu mimen bei der Kranzniederlegung, dann haben wir ja noch einen Ersatzmann, den Christian Wulff. Er macht das gerne wie vor kurzem, als ein saudischer König und Großhenker gestorben ist. Auch seine hübsche Bettina wird wieder mit ihm gehen und ein neues dunkles Kleid samt Schleier dazu tragen. Oder Gerd Schröder wird als Putinspezl einspringen und wieder sagen: Genossen, liebe Lands-Leute, habt Geduld, die Russen brauchen einfach noch Zeit, sie sind an unsere europäischen Werte wie die Demokratie usw. noch lange nicht gewöhnt. Die Welt ist absurd und staatliche Mörder gehören dazu wie ihre diplomatischen Verteidiger. Sagen wir dazu ein Amen wie in der Kirche. Die Zeit vergeht und heilt die Wunden, auch die von Staatverbrechern verschwinden klaglos im Orkus der Geschichte. .

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