Bert Brecht von den Motten befreien

Verstehe einer den Brecht! Wie hat er das ausgehalten, nach seinen Erfahrungen in Hollywood und jetzt in der Gründungspase der DDR? Unter all den ideologischen Vollpfosten?  Er kann ja nicht plötzlich blöd und fromm geworden sein. Oder gar Opportunist, wie der dumme Dichter Johannes R. Becher?

Er war wahrscheinlich müde vom Kämpfen und es ging ihm nur noch ums Überleben. Zum ideologischen Radwechsel kam er nicht mehr. Außerdem hatte er jetzt endlich die Mittel: eine Bühne, Schauspieler, ein Publikum. Jetzt hatte er die Möglichkeit, seine Stücke musterhaft zu inszenieren für sein Theater-Museum am Schiffbauerdamm, das heute noch besteht und seine Inszenierungen konserviert. Seine Epigonen haben allerdings einiges zerstört und der Phraseologie überantwortet. Ob er das noch ahnen konnte? Dass sie ihn zum Staatdichter, zur Parteihure machen wollten, das wusste er. Darüber riss er kalte Witze, so lange er lebte, und konnte es so noch mühsam verhindern. In Zukunft gilt es, ihn zu entsakralisieren, sein Werk dem DDR-Leichendienst zu entreißen und seine marxistische Maske zu entrümpeln. Wenn das geschieht, ist er wieder mottenfrei und seine Bedeutung für die Sprachentwicklung des Deutschen wird wieder klar und deutlich zu erkennen sein.

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