Oh weh!! die Stadt und die Macht…

Waren die Folgen 1 und 2 noch hier und da anregend, stranden Folge 3 und 4 wieder im Seichten, im Fernsehkindergarten des Üblichen. Die Idealistin Susanne Kröhmer alias Anna Loos muss die kurrenten Phrasen des Gutmenschentums dreschen, sogar das Flüchtlingsthema wurde noch kurz hineingepuscht in den Plot. Ihr Vater, der Darsteller Thomas Thieme ruht sich in seinem Klischee des skandalgewöhnten Strippenziehers aus, bei dem alles zusammenlaufen soll, doch jetzt stockt und allmählich versauert. Er ist eben ein Kreide fressender, aber immer noch Schnaps und Schmapus saufender Hermann Göring in Zivil,pardon,nein, der Zivilegsellschaft. Der amtierende Degenhart steht gerade noch gehemmt, kurz vor den großen Wutausbrüchen. Sein Wahlkampfmanager ist eine blasse Flasche und hetzt das bekannte Drecksblatt der Stadt auf Anna Loos, deren Therapie sie bei den Wählern als krank und unfähig denunzieren soll.. Alles wie gehabt und hunderttausendmal gesehen. Der Berliner Sumpf wird zum Kalauer. Auch eine Autojagd ist noch dabei, bei der der gefürchtete Journalist und Schnüffler Alex beinahe zu Tode kommt. Eine halbe Puffszene muss natürlich auch dabei sein, wir sehen den Baulöwen Griebnitz, einen gefährlichen Berliner Mafioso, vögelnd mit einer zur Feier des neuen Projekts herbei bestellten Hure. Sogar der treffliche Martin Brambach verliert durch die Schwäche des Drehbuchs jetzt, muss sich zum banalen Gast bei einem Eierkuchen-Bürgerfest hergeben. Nein, das ist fad. Das kennen wir alles schon aus der Lindenstraße. Es riecht plötzlich alles nach Seife. Außerdem wird die Idealistin mit ihrer Schönwettergesinnung, die nahe an den Kitsch der grünen Utopien samt netten Bürgern heranrückt, immer unglaubwürdiger. Politische Korrektheit ist gewiss satirewürdig. Doch Ehrlichkeit in der Politik ist nur ein süßer Schlager, arrangiert und verkauft vom Zyniker Brambach als Manager, der seine Geistesverwandtschaft mit dem Polemiker Thomas Bernard, dem berühmten Alpenbeckett, plötzlich bekennt. „ Geschlechtsverkehr ist eine Kunst für Unbegabte.“ Jaja, das soll gebildet schmecken. Ein süß- saures Bonbon inmitten der sentimentalen Wahlkampfposse der Idealistin. Anna Loos hat ihre schauspielerischen Mittel bereits erschöpft. Der Handlungsfaden ermüdet vollends, als Susanne K. auch noch ihr Kind verliert.
Bin nicht mehr sehr gespannt, doch ein wenig neugierig noch, wohin und wie sie den Karren weiter ziehen. In das Ende von Folge 5 und 6.
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