Was Puffmutter Fama uns alles verspricht

Mit dem Anwachsen der Internet-User überschwemmt auch das Lager der Verschwörungstheoretiker kontinuierlich den öffentlichen Raum. Ich erwarte von daher schon morgen die These, dass die Täter und Frauenfeinde am Kölner Hauptbahnhof wohl von mächtigen Männern der NPD und der Pegidabewegung finanziert worden sind. Denn andernfalls würde womöglich ein Generalverdacht gegen nordafrikanische und arabische Ethnien erweckt werden können, was doch wirklich von Übel wäre, vor dem gestern schon die Sittenwächterin Claudia Roth in BILD sich anschickte vehement und hilfreich zu warnen. Ein Rätsel bleibt vorläufig auch, wer die Tipps der Kölner Oberbürgermeisterin gesponsert haben könnte, die den Frauen empfahl, künftig nur in Gruppen den öffentlichen Raum zu betreten und dabei auf Armlänge zu allen Fremden Distanz zu halten; zumal, wenn sie in Zukunft in Sicherheit weiterhin Partys feiern wollten. Könnte da VW, um das zerbeulte Image zu bessern, oder gar die katholische Kirche dahinter stecken?
Interessant auch, wie die Experten und Zeitungspropheten den neuerlichen Atomtest des schrecklichen kleinen Dicken von Nordkorea einschätzen. Sie vermuten, der Wasserstoff Atom-Schlag habe lediglich dem eigenen Militär gegolten, um es zu besänftigen, dass es nicht mehr glauben solle, als Macht im Staate abgewertet und sozusagen nur noch eine Nebenrolle zu spielen, da Kim Jong- un mit dem Bombeneklat und hinter aller amerikafeindlichen Rhetorik In Wahrheit einen Neuanfang und eine Erneuerung der Arbeiterklasse einleiten wolle, um demnächst endlich die wichtigen Reformen in Angriff zu nehmen, die dem hungernden Land wundervollen Reichtum, Wohlstand für alle und mehr Vergnügungsorte nach chinesischem Vorbild bescheren werden.
Ich reibe mir die Augen und denke, so spricht also die sog. Qualitätspresse. Der öffentliche Raum scheint vorerst besetzt von Verschwörungstheoretikern und politischen Optimisten in stockseriöser Vogelschau. Aber vielleicht ist auch das nur eine Maskerade, um den Verdacht des Kim Jong un abzuwehren, dass Attentäter des CIA und anderer James Bond-Typen sich schon überall in den Nischen und Kellergeschossen seines Palastes verbergen und nichts geringeres als den Tyrannenmord planen. Informationen sind in Zeiten großer Kriege und Spannungen oft nicht mehr als täuschende Vorhänge und Vorwände, hinter denen Verschwörungen stattfinden. Wir werden sehen oder wieder erst im Posthistoire etwas von den grausamen Toden der Verschwörer erfahren können. Die Hinrichtungsmethoden des Führers King Jong-un sind nämlich so bizarr und grauenhaft, dass sich noch nicht einmal Hollywood davon heute schon eine klare Vorstellung machen kann.

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