Angela Merkel beim Hochsprung

Mit ihrer fulminanten Rede hat Frau Merkel gestern gezeigt, wie hoch die Latte liegt, über die sie springen will, um sich ins goldene Buch der europäischen Geschichte einzutragen. Sie hat der Nation gezeigt, wo sie sich einreihen will. Adenauer hat der Republik die Freiheit gebracht, Ludwig Erhardt schuf den Wohlstand für alle und Helmut Kohl verwandelte die öde Industriebrache der DDR in blühende Landschaften. So ihre Skizze der jüngsten Geschichte. Große Gestalten der Geschichte zögern niemals, auch die allergrößten Aufgaben anzupacken und ihrem Volk Hochleistungen und wahre Herkulestaten abzufordern. An meinem Refrain: „Wir schaffen das“, sagte sie zwischen ihren Zeilen, könnt ihr die Größe meiner Person erkennen. Sie riss die müden alten Männer ihrer Partei von den Sitzen, sie spürten die Morgenluft, an der sie jetzt alle größer werden wollen, statt ängstlich und kleinkariert ihre ewigen Bedenken und gedanklichen Gebrechen auszubreiten. Wie steht er nun da, der starke Horst aus Bayern, der Angst hatte, massenhaft Stimmen an die Rechten der AFD zu verlieren und zum weiten fürchtete er, dass die Flüchtlinge sein Bayernparadies zertrampeln könnten. Wenn er nicht vollends blamiert dastehen will, darf er nun nicht länger bei seinem Parteivolk dessen Kleinmut einsammeln und vertreten, sondern er muss, will er nicht abgehängt werden von dem Zeitwind, dem Frau Merkel vorangeht, seinen Leuten Mut einflößen, den Gegner massiv attackieren und den Schwung mitnehmen, die Leute begeistern, statt sein zänkisches Holzhackerimage weiter zu pflegen. Auch die SPD wird merken, wie kleinkariert sie auf das Wahlvolk wirken wird mit ihrem endlosen Grundsätze-Streit, bei dem ihre ehrgeizigen Mitglieder ihre Profilneurose pflegen. Das ist so altmodisch geworden und lockt keine Oma mehr von ihrer Ofenbank weg- Diese Beckmesserei und Siebengescheitheit ihres linken Flügels imponiert den Wählern überhaupt nicht, jetzt, da sie wieder die starke Geschlossenheit der CDU verspüren. Die CDU nimmt die Herausforderungen der Globalisierung an, signalisiert Handlungsstärke und entspricht damit einem Wesenszug deutscher Mentalität. Die Deutschen sind zäh und geben nicht so schnell auf. Diese Charakterbotschaft wird Frau Merkel jetzt nach Brüssel in Europa tragen und ihre kleinlauten, konzeptlosen Partner beschämen. Sie hat eine Vision von Europa, das großzügig und barmherzig sein soll, das teilen wird und somit in eine neue große Epoche eintreten kann. Ob sie das alles schafft oder ob ihre Hinterbänkler nicht doch wieder umfallen, weil es ihnen an Willen und Biss fehlt, in dieser Frage besteht das Risiko, das die Kanzlerin bewusst eingehen will. Jetzt oder nie, nicht reden, sondern handeln, helfen, weiterdenken. Sie redete wie eine heilige Johanna der Einheit Europas. Wir brauchen keine Angst vor fremden Kulturen haben, wir integrieren sie, sagte sie deutlich, unsere zivilisatorischen Ideale nehmen ab jetzt einen neuen Aufschwung. Die Fremden nehmen teil an diesem geschichtlichen Ereignis, sie werden unsere Produktivkräfte stärken, sodass auch das Lamento eines aussterbenden Volkes bald verstummen wird. Mit den Fremden kommen wir nämlich auf eine hohe Kinderzahl, die einmalig sein wird in Europa. Die Ostblockländer versäumen natürlich den Zug in die Zukunft, sie regredieren und igeln sich ein, wie die Feiglinge seit jeher, mitsamt all den eingeschüchterten Duckmäusern von anno dunnemal. Wie greisenhaft und verstaubt sehen sie nicht schon heute aus? ! Sie wollen zurück in abgelebte Träume und Vorstellungen von gestern- Doch das wird sich so wenig bewahrheiten wie die albernen Altherren-Pläne der AFD. Die Deutschen haben keine Angst, das weiß Merkel, sie fürchten sich auch nicht vor dem Islam. Immerhin wurden gestern sogleich ein paar Einschränkungen dieser rigiden vormodernen Religion beschlossen. Die Ganzkörperverschleierung nehmen wir nicht mehr hin, sondern verbieten sie, ein salafistischer Hassprediger wurde heute früh bereits festgenommen. Der Missbrauch unserer Toleranz durch religiöse Fanatiker wird ein Ende haben. Auch die Medien werden das nach und nach begreifen, sie sind ja von Haus aus wendig und in jede Art von Erfolg vernarrt. Ihr Daseinszweck ist der Opportunismus. In wenigen Weltsekunden werden sie deshalb auf das Trittbrett Frau Merkels springen und jubeln wie eh und je. Wetten?

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