Der bayrische Staat und seine Leuchtturmwärter

Der bayrische Staat gibt gerne jenen, die schon einiges haben. Sie haben wetterfeste Beamtenstellen, hohe Pensionen, die auf sie warten, neben ihren Hauptfunktionen bekleiden sie noch einige Nebenämter usf. Das bewährte Prinzip stammt noch aus der Feudalzeit. Aktuell sorgt sich der Minister für das bayrische Kulturwesen um Bildungsdefizite in der Region Allgäu. Das soll besser werden, also gibt er jenen, die für diese Defizite bisher zuständig sind, den Oberlehrern, den Direktoren der Behörden und den Oberschulräten noch mehr Geld, damit sie sogenannte Leuchttürme errichten können.
Die armen Tröpfe aber, meistens Freiberufler, oder Lehramtsanwärter im Wartestand, die den Flüchtlingen Deutsch und Grundwissen über die sog. Grundordnung beibringen sollen, hält er so knapp wie möglich. Die Flüchtlinge brauchen ja keine Leuchttürme und deutsch kann ja eh jeder, meint der bayrische Staat, der selbst dafür jeden Beweis schuldig bleibt. Denn hört sie nur an, seine Minister. Sie sprechen deutsch, aber klingt das noch gut oder gar gebildet? Nun ja, wer das Sagen hat, braucht nichts mehr zu können. Er sitzt an den Fleischtöpfen und sorgt dafür, dass sich da keine falschen Fuffziger, unter denen doch nicht selten Staatsfeinde sind, auch noch die Hand aufhalten. An Feiertagen gebraucht er dafür die alte Phrase: Liberalitas bavariae. Ozapft is.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s