Die Ideologen des Theaters

Man stelle sich vor, nicht der laue Herr Lux, sondern ein Typus vom Schlage Sarrazins leitete das Hamburger Thalia-Theater und bestärkte den lettischen Regisseur Hermanis sofort darin, der Politisierung der Flüchtlingsfrage auf dem Theater eine rigide Absage zu erteilen. Ausgerechnet jetzt, da zur Zeit an den renommiertesten Bühnen „Schnuppertage für Flüchtlinge“ stattfinden und es natürlich überall Freikarten regnet für die armen Syrer. Die Kultur versinkt in purer Sentimentalität. Aber wie gesagt, angenommen. Da wäre was los, sofort träten die Repräsentanten der political correctnes in die großen Talkarenen , der junge Augstein, Lisa Fitz, Naumann, der alte Kulturzampano, der noble Joffe von der Zeit, die grünen Ersatzdiven Künast und Roth, sogar der alte Joschka käme noch einmal dazu, in den Kreis der Gerechten, und alle forderten sie unisono und unverzüglich die Entlassung des Intendanten „Sarrazin“. Sogar Campino, Til Schweiger und Marianne Koch zeigten sich spontan empört, bei Lanz. Und nur ein einziges, armes Alibi-Würstchen spielte tapfer den Watschenhans, wegen der objektiven Ausgeglichenheit, und stotterte brav seinen Protest darein und bäte inständig um Toleranz auch für den Abweichler Hermanis. Diesen Mann, der tatsächlich mit dieser deutschen Flüchtlingseuphorie nicht einverstanden ist und die deutsche Politik als eine Gefahr für Europa bezeichnete, diesen kühnen Dissidenten diffamieren sie jetzt und die TAZ nennt ihn entschlossen sofort einen Rassisten. Nein, diese Abweichung vom mainstream ist ihnen allen denn doch zu brenzlig und nah an der „Faschismusscheiße“ . Da fühlt die linke Toleranz sofort ihre geistig-sinnliche Grenze, die sie, die mächtigen Medien im Rücken, jetzt gerne als Gesinnungsgrenze verallgemeinern will. Dabei weiß der Lette und jeder kann das wissen, (falls nicht, lese er es nach bei Bassam Tibi, dem gelehrten Muslim,) der Islam hat für seinen Endsieg im Namen Allahs zwei Wege, zwei Pläne im Köcher. Der erste Sieg erfolgt durch das klassische Schwert, der andere aber durch Einwanderung. Hermanis fragt: „ Ist dieser Zusammenhang in Deutschland immer noch ein Tabu? Nach Gesprächen mit Thalia-Leuten habe ich den Eindruck, dass sie nicht offen sind für abweichende Meinungen. Sie sehen sich als Refugees-Welcome-Zentrum. Jawohl, ich will da nicht mitmachen. Kann ich mir die eigene Meinung leisten? Wie steht es mit der Demokratie? „
Spätestens bei dieser Frage müssten die Intoleranten und Repräsentanten des deutschen Kultur-Unwesens doch aufwachen. Aber denkste! Selbst der Spiegel, – der gerne mal eine Stinkbombe gegen Brüderles Machismo wirft oder wenn es um Warhol geht, sogar gegen die brave Hannelore Kraft tückisch sein kann, – in diesem aktuellen Fall frisst auch der Spiegel Kreide und titelt , um die „Wir sind das VOLK-Krakeeler“ von Pegida nicht aufzuwerten, vorsichtig und gemäßigt : „die verstörte Nation“. Für den Fall Hermanis schickt er seinen Höbel vor. Auch dieser traut sich nicht recht, Immerhin mahnt er die Gerechten dazu, sich doch mit der Position Hermanis ein wenig auseinanderzusetzen. Mehr möchte auch er nicht wagen. Er wundert sich sogar ein wenig, dass das schicke Hamburger Publikum, das bisher Hermanis Inszenierungen mit nicht enden wollenden Ovationen bescherte, plötzlich in rüde Buhrufer-chöre ausartet. An den Theatern spürt man jetzt die allgemeine Freude, sich endlich wieder einmal in die gesellschaftliche Gesamt-Entwicklung einmischen zu dürfen. Schade, dass Heiner Müller schon tot ist, er hätte jetzt einen sphinxischen Kommentar abgegeben, natürlich, so mutig wär‘ er immerhin gewesen. Er hätte den Mobbingskandal zu einem marxistischen Nebenwiderspruch heraus gearbeitet und vom Fluch des Kolonialismus gesprochen, der nun in Gestalt des fragmentierten Europa auf seine gerechte Strafe wartet. Ob wir jetzt vor dem Todesstoß freundlich und mit nettem, „freundlichen Gesicht“ (Merkel) um Gnade winseln oder nochmal die Farce des Nationalismus aufführen, wen juckt es. So ähnlich hätte er jetzt in Stern- Spiegel -ZDF halt überall geredet. Es hätte uns auch nichts geholfen. Doch die Lehre ist klar: diejenigen Volksbeglücker, die seit Jahrzehnten vorgeben, den Toleranzedikten Lessings, Kants, Diderots und Voltaires überall hin zu folgen, naturgemäß auch im Theater, sie werfen ihre Vorsätze sofort in die Tonne, wenn sie ihnen nicht mehr günstig sind und ihre Mitläufermentalität aufdecken könnten. Armes Theater, was machst du, wenn der Flüchtlingshype wieder abnimmt und nicht einmal die deutsch lernenden Flüchtlinge mehr zu dir kommen, weil es in der Disko, beim Fußball und überall spannender ist ? Dann gehst du wieder zu Grunde und bettelst um Subventionen bei jenen, die du bei Lichte nur verachten kannst, aber die dir in der Flüchtlingsfrage jetzt, von München, Hamburg, Berlin bis Castrop Rauxel danken und überall zustimmen werden.

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