Talent zur Zufriedenheit

Heute twittert der kuriose Springsinsfeld Jan Böhmermann:
„Okay, das ist schon gut“. Was er damit meint, ist glasklar, er meint alles. Wie es ist, das geht schon klar. Jedenfalls für ihn. 1917 gesteht Ferndano Pessoa, der portugiesische Dichter indes, mitten in seinem Buch der Unruhe pötzlich: “ Ich habe keine Begabung zum Chef, auch nicht zum Gefolgsmann.“ Damals sicher eine Rarität, als die Vielen noch vor Ehrgeiz schier platzten. Es war in ganz Europa noch einmal die Heldenzeit ausgebrochen.Heute ahmt sein Befinden mancher Dutzendmensch im Stillen nach. Interessanter ist der Satz, in dem der hohe Begriff des Wertes ganz versteckt die Zufriedenen adelt: „Ich habe nicht einmal Talent zur satten Zufriedenheit, und sie hat doch ihren Wert, wenn die anderen Talente ausfallen.“ Diesen Ausfall bemerken die meisten zu spät für einen Umweg zur satten Zufriedenheit. Diejenigen, die gar nicht erst nach ihren Talenten fragen, wirken von Anbeginn satt und zufrieden,sind also ohne Talente im Ziel stets angekommen. Pessoa denkt dabei an die stille Reserve der Beamtenheere, aber auch an manchen anarchischen Bankier, der alles gebrauchen kann, nur keine fromme Denkungsart der Talente. Im Grunde ok. das Gefühl Jan Böhmermnanns: „Okay, das ist schon gut“.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s